Achtelfinale der Europa League: VfB Stuttgart verliert mit 1:2 gegen Porto
Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat das Hinspiel im Achtelfinale der Europa League gegen den FC Porto mit 1:2 (1:2) verloren. Die Stuttgarter starteten schwach in die Partie und schenkten den Gästen aus Portugal mit zwei vermeidbaren Fehlern zwei Tore (21./27.). Nach dem Anschlusstreffer von Deniz Undav (40.) und den frenetischen und lautstarken VfB-Fans im Rücken drückte die Hoeneß-Elf auf den Ausgleich. Dieser fiel in der 70. Minute auch, doch beim Tor von Angelo Stiller stand Tiago Tomas zuvor hauchzart im Abseits. Damit gehen die Schwaben mit einer großen Hypothek ins Rückspiel: Für den Einzug ins Viertelfinale muss der VfB Stuttgart in Porto mit zwei Toren Unterschied gewinnen – eine Herkulesaufgabe.
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VfB Stuttgart gegen FC Porto: So lief das Europa-League-Spiel
Schon vor der Partie war klar: Mit dem FC Porto wartet auf den VfB Stuttgart eine der schwersten Hürden in der Europa League. Der Tabellenführer der portugiesischen Liga stellt die mit Abstand beste Abwehr Europas und spielt eine Saison auf CL-Niveau. Die Erkenntnis: Viele Chancen würden Deniz Undav und Co. nicht bekommen. Trainer Hoeneß forderte daher Effizienz von seiner Mannschaft, die Spieler müssten die intensive Spielweise Portos annehmen. Daher bot der Coach auch seine aktuell vermeintlich beste Elf auf, einzig die Hereinnahme von Nikolas Nartey auf der Position des Rechtsverteidigers überraschte.
Wie schwer das Spiel wirklich wird, zeigte sich bereits nach wenigen Minuten. Die Portugiesen überliesen den Schwaben den Ball und spielten immer wieder geradlinig nach vorne. Obwohl die Hoeneß-Elf in der Anfangsphase mehr Spielanteile hatte, agierten die Stuttgarter mit dem Ball oft hektisch – die Nervosität war spürbar. Aus diesem Grund schenkten die VfB-Profis in der 21. Minute auch den Führungstreffer für die Gäste her: Ein langer Ball von Nübel ins Zentrum landete direkt bei Thiago Silva, der in die Spitze weiterleitete. Ein einziger Doppelpass reichte aus, um Chabot aus dem Spiel zu nehmen, Terem Moffi traf trocken zum 1:0 für Porto.
VfB-Profis schenken dem FC Porto zwei Tore
Der Gegentreffer brachte den VfB endgültig aus dem Konzept, ein Fehlpass reihte sich an den anderen. Ein solcher wurde in der 27. Minute erneut eiskalt bestraft: Ein schlampiger Pass von Jeff Chabot wurde in der Vorwärtsbewegung abgefangen, über zwei Kontakte ging es in die Tiefe – Flanke, Abschluss, 2:0 für die Gäste. In dieser Phase wirkten die Stuttgarter kopflos und überfordert, der FC Porto hatte leichtes Spiel. „Schwächen auf diesem Niveau werden direkt bestraft“, meinte Sebastian Hoeneß einen Tag vor dem Achtelfinal-Duell. Wie recht er doch hatte. Dass die Gäste dazu noch bei jeder Gelegenheit zu Boden gingen und lamentierten, brachte die Fans in der MHP-Arena zum Kochen.
Und die VfB-Profis? Die reagierten fast wie ein trotziges Kind, getreu dem Motto: Jetzt erst recht. Deniz Undav stellte in der 40. Minute clever den Körper rein, drehte sich im Gerd-Müller-Style um die eigene Achse und schweißte den Ball sehenswert und kompromisslos ins lange Eck. Das Stadion war nun endgültig angezündet, im übertragenen Sinne natürlich. Jeder Ballgewinn wurde frenetisch gefeiert, es entstand eine Geräuschkulisse, wie man sie in dieser Form selbst in Stuttgart nur selten erlebt. Schade nur, dass der litauische Referee Donatas Rumsas in dieser Phase zur Pause bat.
Angelo Stiller trifft zum Ausgleich – doch der VAR greift ein
Auch die zweite Halbzeit startete emotional und umkämpft. Die Porto-Spieler blieben ihrer Linie treu, bei jeder Möglichkeit ein Foul zu provozieren und damit in die Köpfe der VfB-Profis zu kommen. Doch das gelang nicht – und der VfB Stuttgart kam zum umjubelten 2:2 durch Angelo Stiller (72.). Doch Achtung: Tiago Tomas stand beim Freistoß von El Khannouss minimal im Abseits, der Schiedsrichter nahm das Tor nach VAR-Eingriff zurück. Bitter aus Sicht der Stuttgarter, der Ausgleich wäre inzwischen verdient.
In der Folge zog sich der FC Porto immer weiter zurück, die VfB-Profis suchten vergeblich nach der Lücke. Das Tor zum 2:2 wollte und sollte nicht mehr fallen. Im Rückspiel wartet nun eine denkbar schwere Aufgabe auf den VfB Stuttgart: Gegen die extrem defensivstarken Portugiesen müssen die Schwaben mindestens mit einem Tor Unterschied gewinnen, um in die Verlängerung zu kommen. Gewinnt die Hoeneß-Elf mit zwei Toren Unterschied, stehen sie im Viertelfinale. Eine Herkulesaufgabe, bedenkt man, dass die Stuttgarter im eigenen Stadion nicht gewinnen konnten.



