VfB Stuttgart

„Bitter und unnötig“: In dieser Phase hat der VfB das Spiel in Istanbul verloren

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß war nach der Niederlage bei Galatasaray hin- und hergerissen: Stolz auf den couragierten Auftritt s
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß war nach der Niederlage bei Galatasaray hin- und hergerissen: Stolz auf den couragierten Auftritt seiner Mannschaft, aber verärgert über die entscheidenden Fehler und die verpassten Chancen. © Sofiia Shahaievska (Archiv)

Istanbul. Es gibt Niederlagen, die sich leichter erklären lassen als andere. Weil der Gegner besser war, weil die eigene Mannschaft nie ins Spiel fand oder weil irgendwann die Kräfte schwanden. Der Abend des VfB Stuttgart in der Champions League bei Galatasaray Istanbul (0:2) gehört in keine dieser Kategorien. Die Stuttgarter hatten sich viel vorgenommen, sie investierten viel, sie hielten dem Lärm und der Wucht des RAMS Park lange stand. Und doch standen sie am Ende mit leeren Händen da. Weil sie eine große Chance liegen ließen, weil sie sich in einer entscheidenden Phase zu passiv verhielten – und weil ihnen mitunter auch das nötige Quäntchen Glück fehlte.

Dabei hatte der VfB so begonnen, wie er sich das vorgenommen hatte. Mutig, mit Tempo und dem Versuch, Galatasaray früh unter Druck zu setzen. Schon nach acht Minuten hätte Jamie Leweling die Stuttgarter in Führung bringen können. Sein Schuss landete gleich zweimal am Pfosten, erst am linken, dann am rechten. Es war eine dieser Szenen, die den Verlauf eines Spiels verändern können. „Wenn die Chance von Jamie reingeht, ist es natürlich eine andere Ausgangssituation“, sagte Chris Führich im Nachgang am DAZN-Mikrofon.

„Genau in dieser Phase verlieren wir letztlich das Spiel“

Stattdessen schlug Galatasaray zu. Und zwar ausgerechnet in einer Phase, in der die Stuttgarter das Gefühl hatten, das Spiel im Griff zu haben. „Wir waren im letzten Drittel, waren gefährlich und ich hatte das Gefühl, das Spiel ist auf unserer Seite“, sagte Trainer Sebastian Hoeneß. „Und genau in dieser Phase verlieren wir letztlich das Spiel.“ Innerhalb von vier Minuten traf Galatasaray zweimal. Zwei Gegentore, die den VfB aus dem Konzept brachten und dem ohnehin aufgeheizten Stadion zusätzliche Energie gaben.

„Wir bekommen zwei Tore. Das ist bitter und unnötig“, sagte Hoeneß. Vor allem die Art und Weise ärgerte den Trainer. Beim ersten Gegentreffer sei seine Mannschaft zu passiv gewesen. Und auch das zweite Tor fiel in einer Phase, in der die Stuttgarter noch nicht wieder zu ihrer Ordnung gefunden hatten. „Das waren aus meiner Sicht die ersten Torschüsse. Beide waren drin und dann läufst du diesem Ergebnis hinterher, was enorm schwer ist.“

Dass der VfB danach nicht auseinanderfiel, sondern sich zurück ins Spiel arbeitete, war eine der positiven Erkenntnisse dieses Abends. „Wir fangen uns dann gut und spielen eine gute zweite Halbzeit“, sagte Führich. Tatsächlich gelang es den Stuttgartern nach der Pause zunehmend, Galatasaray unter Druck zu setzen. Führich war dabei einer der auffälligsten Akteure, suchte immer wieder den Weg nach vorne und bereitete mehrere gefährliche Situationen vor. Doch der Ertrag blieb aus.

„Am Ende hat uns das Tor gefehlt“

Den vermeintlichen Anschlusstreffer erzielte Führich zwar, doch Deniz Undav hatte zuvor im Abseits gestanden. Auch danach boten sich dem VfB noch Möglichkeiten. Dženan Pejčinović scheiterte ebenso an Galatasaray-Torhüter Cakir wie zuvor Undav. Dazu kam das Aluminiumpech, das Hoeneß inzwischen beinahe als wiederkehrendes Motiv begleitet. „Beim Alu-Pech häuft es sich auch schon ein bisschen. Das ist Teil des heutigen Spiels“, sagte der Trainer. Vor allem aber fehlte dem VfB der Treffer, der die Partie noch einmal hätte öffnen können. „Es wäre sehr spannend gewesen zu sehen, was passiert, wenn wir ein Tor machen. Und es gab genug Möglichkeiten“, sagte Hoeneß. Führich sah das ähnlich: „Am Ende hat uns das Tor gefehlt. Schade mit dem Abseits vor meinem Treffer. Das hätte nochmal ein Wendepunkt sein können.“

So blieb eine Niederlage, die bei aller Enttäuschung auch Anlass für gemischte Gefühle bot. Hoeneß war einerseits stolz auf seine Mannschaft, die sich in einer außergewöhnlichen Atmosphäre nicht versteckt hatte. „Sie haben alles auf dem Platz gelassen“, sagte er. Andererseits überwog der Ärger darüber, dass sich der Aufwand nicht ausgezahlt hatte. „Wenn du das Spiel dann siehst, ist es schon sehr ärgerlich, dass wir das Spiel verloren haben.“

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