VfB Stuttgart

Bouanani: Warum der Millionen-Neuzugang beim VfB aktuell keine Rolle spielt

Badredine Bouanani wartet seit über vier Wochen auf einen Einsatz beim VfB Stuttgart.
Badredine Bouanani wartet seit über vier Wochen auf einen Einsatz beim VfB Stuttgart. © Hansjürgen Britsch

Stuttgart. Badredine Bouanani war der teuerste Einkauf des VfB Stuttgart in dieser Saison. Nach einem ordentlichen Start spielt der Offensivmann inzwischen mit die kleinste Rolle im Team der Schwaben und kam zuletzt gar nicht mehr zum Einsatz. Vor dem Spiel beim FC Bayern München hat sich VfB-Trainer Sebastian Hoeneß zur Situation von Badredine Bouanani geäußert.

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VfB Stuttgart zahlte viel Geld für Badredine Bouanani

Wenn ein Spieler, für den man eine stattliche Ablösesumme bezahlt hat, in der entscheidenden Phase der Saison keine Rolle spielt, drängen sich Fragen auf. Vor dem Südschlager beim FC Bayern München am Sonntag bezog VfB-Trainer Sebastian Hoeneß auf Nachfrage unserer Redaktion Stellung zur Situation von Badredine Bouanani. Rund 20 Millionen Euro sollen sich die Schwaben die Dienste des Algeriers im vergangenen Sommer haben kosten lassen – die höchste Transferausgabe des VfB in dieser Saison als erste Reaktion auf den Abgang von Nick Woltemade zu Newcastle United.

Dass Bouanani über entsprechendes Potenzial verfügt, das eine solche Summe rechtfertigt, ließ er vor allem im Herbst vereinzelt aufblitzen. Doch inzwischen spielt der Algerier kaum eine Rolle mehr. Bei den Spielen gegen Borussia Dortmund und Werder Bremen suchte man ihn vergeblich im Spieltagskader. Sein letzter Pflichtspiel-Einsatz datiert vom 19. März im Rückspiel der Europa League-Playoffs beim FC Porto. In der Bundesliga stand Bouanani zuletzt am 7. Februar in der Partie beim FC St. Pauli auf dem Platz. Ein Grund dafür liegt in der Rechtsaußenposition. „Wir haben dort eine Konkurrenzsituation. Das habe ich bereits im Zusammenhang mit mehreren Spielern gesagt. Er zeigt sehr gute Ansätze und auch gute Sachen im Training. Das kontinuierlich abzurufen, ist die Leistung“, erläutert Hoeneß.

Leistungskurve von Bouanani flachte nach gutem Start stark ab

Mit Jamie Leweling und Tiago Tomas hat der im französischen Lille geborene Algerier starke Konkurrenz vor sich. Auch die Spiele, in denen Hoeneß auf eine Dreierkette mit sogenannten Wingbacks setzt, sprechen nicht unbedingt für viel Einsatzzeit für Bouanani, der seine Stärken eindeutig im Spiel nach vorne hat. Diese zeigte der von OGC Nizza an den Neckar gekommene Offensivspieler durchaus in der Frühphase der Saison. Vor allem zum Europa League-Auftakt gegen Celta Vigo spielte Bounani, gemeinsam mit der zweiten Last-Minute-Verpflichtung Bilal El Khannouss, groß auf und erzielte mit dem 1:0 sein erstes Tor im Trikot mit dem roten Brustring.

Doch während sich El Khannouss in der Folge zu einem entscheidenden Faktor im VfB-Spiel entwickelte, flachte die Leistungskurve bei Bouanani immer weiter ab. In der Bundesliga kam er in zwölf der 29 Spielen zum Einsatz, stand nur fünf Mal in der Startelf und wartet noch auf seinen ersten Scorerpunkt. In der Europa League ließ Bouanani ein Tor im Spiel bei den Go Ahead Eagles in Deventer sowie eine Vorlage gegen Maccabi Tel Aviv folgen. Doch seither nahmen seine Einsatzzeiten sukzessive ab. Für Hoeneß eine nicht ungewöhnliche Entwicklung für einen Spieler, der im Dezember 21 Jahre alt wurde: „Er ist ein junger Bursche, hat noch nicht allzu viele Spiele auf Topniveau gemacht und durchläuft da einen Prozess in der Verbindung, und das ist ein wichtiger Aspekt, mit einer Konkurrenzsituation.“

VfB-Trainer Hoeneß: Bouanani „muss dranbleiben“

Bouanani war mit der Erfahrung aus 65 Ligue 1-Spielen sowie elf Europapokal-Einsätzen Ende August nach Stuttgart gekommen. Eigentlich eine beachtliche Zahl für einen damals 20-Jährigen, der zum ersten Mal den Schritt raus aus Frankreich wagte. „Er kam in die Bundesliga in eine Mannschaft mit guten Spielern und jetzt mit einer Situation, in der wir mehr Spiele gewinnen als verlieren. Da geht es auch darum, nicht so viel zu verändern, wenn die Leistungen stimmen“, begründet Hoeneß die geringe Einsatzzeit für Bouanani. Diese dürfte auch ein entscheidender Faktor gewesen sein, warum es für den fünfmaligen algerischen Nationalspieler nicht für die Teilnahme am Afrika-Cup gereicht hat.

Unterkriegen lässt sich Bouanani aber nicht. „Er muss dranbleiben und hatte wirklich eine gute Trainingswoche. Das ist eine schwierige Situation für ihn. Er und wir hatten da sicher andere Erwartungen“, sagt Hoeneß, der perspektivisch weiter auf „Bad“ baut. „Er ist ein Spieler, über den wir hoffentlich bald sprechen, dass die Entwicklung, die jetzt schon vollzogen wird, auch in Einsatzminuten sichtbar wird. Er wird alle Möglichkeiten bekommen und sie dann hoffentlich nutzen.“ Möglicherweise ist für Bouanani, auch aufgrund der Gelbsperre von Deniz Undav, beim Spiel in München am Sonntag zumindest mal eine Rückkehr in den Spieltagskader möglich.

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