Champions League als Ziel? Warum VfB-Coach Hoeneß bremst und wovor er warnt
Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat gegen den SC Freiburg spät mit 1:0 (0:0) gewonnen. Durch ein Traumtor von Ermedin Demirovic sichern sich die Schwaben drei Punkte und springen vorerst auf Rang vier der Tabelle. Nicht nur stehen die Stuttgart damit auf einem Champions-League-Platz: Der Vorsprung auf Frankfurt und Freiburg ist nun schon auf zwölf Punkte angewachsen. Der VfB ist mittendrin im Rennen um die Königsklasse – muss diese nun als Ziel ausgerufen werden? Wir erklären, wovor Sebastian Hoeneß im Bezug auf diese Frage warnt.
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VfB Stuttgart ist mittendrin im Kampf um die CL-Plätze
Fast wäre es ein frustrierender Nachmittag für den VfB Stuttgart geworden. Gegen tief stehende Freiburger wollte den Schwaben über 80 Minuten kein Treffer gelingen. Dann entfachte das Hoeneß-Team ein Powerplay, das an Spielszenen wie im Handball erinnerte: Die Stuttgarter standen hoch, drückten die Freiburger tief in den eigenen Strafraum, ein Ball nach dem anderen flog in Richtung SC-Tor. In der 90. Minute traf dann Ermedin Demirovic traumhaft per Volleyschuss ins Glück – und der VfB kam doch noch zu seinem unterm Strich verdienten Heimsieg.
Die drei Punkte gegen den Sportclub können zweifelsohne als Big Points im Kampf um die Champions League betrachtet werden. In einer Saison, in der auch der fünfte Bundesliga-Platz für die Königsklasse reichen könnte, befindet sich der VfB in einer aussichtsreichen Position: Drei Zähler Vorsprung haben die Schwaben (39 Punkte) nun auf RB Leipzig (Tabellenfünfter). Allerdings: Tabellensechster Bayer Leverkusen hat mit vier Punkten Rückstand (35) noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.
VfB-Trainer Hoeneß zu CL-Zielen: „Das bringt uns nicht weiter“
Doch es kommt noch besser: Auf den SC Freiburg (7.) und Eintracht Frankfurt (8.) konnte die Hoeneß-Elf das Punktepolster nun auf zwölf (!) Zähler ausbauen. Die Top-6 ist den Stuttgartern so kaum noch zu nehmen – außer die VfB-Profis brechen gegen Ende der Saison noch völlig ein. Kann es angesichts dieser komfortablen Ausgangslage noch ein anders Ziel als die Champions League geben? Er wisse, dass diese Frage in einer solchen Situation gerne gestellt werde, erklärte Sebastian Hoeneß auf Nachfrage unserer Redaktion auf der Pressekonferenz. „Aber ich wiederhole mich gebetsmühlenartig: Das bringt uns nicht weiter.“ Es helfe seiner Mannschaft wenig, nun die Champions League als offizielles Ziel auszurufen: „Wir werden deswegen nicht besser“, so der Trainer.
Sebastian Hoeneß weiß aber auch: „Wir sind froh, dass wir diese Punktzahl haben.“ Vor dem Spiel sei von einer ordentlichen Saison der Stuttgarter gesprochen worden. Dass stimme so aber nicht, meinte der Trainer auf dem Podium: „Wir spielen rein punktetechnisch die zweitbeste Saison, die der VfB je gespielt hat.“ Hintergrund: Nur in der Vizemeistersaison 2023/24 waren die Schwaben besser – um einen Punkt (40). Der Trainer meinte aber auch: „Mit dieser Punktzahl werden wir am Ende nichts erreicht haben.“
Hoeneß warnt vor „Wellen“: Nicht zu früh freuen
Hoeneß ruft daher lieber ein übergeordnetes Ziel aus: „Wir müssen weitermachen und fokussiert bleiben.“ Denn obwohl die Schwaben im Jahr 2026 von 15 möglichen Punkten 13 geholt haben und damit das zweitstärkste Team der Bundesliga sind (hinter Hoffenheim), warnt der VfB-Trainer vor den kommenden Wochen: „So eine Saison besteht immer aus Wellen.“ Und obwohl die Stuttgarter aktuell auf einer Welle reiten, müsse man „vorsichtig“ bleiben. Der Trainer weiß selbst am besten, wie schnell es auch abwärts gehen kann: In der vergangenen Saison brach der VfB nach einem bärenstarken Januar in der Rückrunde ein – und landete am Ende nur auf Rang neun.
Sebastian Hoeneß will daher weiter klar im Kopf bleiben und sich von möglichen Champions-League-Zielen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Ohnehin gehe der Blick nun auf ein Spiel, von dem aktuell „kaum einer spricht“, so der Coach: das Viertelfinale am Mittwoch (04.02.) gegen Kiel. „Wir haben da die Riesenchance, zum dritten Mal hintereinander ins Pokal-Halbfinale einzuziehen“, meinte Hoeneß zum Abschluss.



