DFB-Pokalfinale: VfB-Kapitän Karazor will FC Bayern den Titel „vermiesen“
Stuttgart. Der VfB Stuttgart steht im Endspurt der Saison vor zwei absoluten Endspielen. Während es am letzten Bundesliga-Spieltag am kommenden Samstag auswärts bei Eintracht Frankfurt um den Einzug in die Champions League geht, wartet eine Woche später das DFB-Pokalfinale. Mit dem sogenannten Cup Handover wirft dieses Spiel bereits seine Schatten voraus.
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VfB Stuttgart: „Jogi“ Löw als Finalbotschafter im DFB-Pokal
Zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte steht der VfB Stuttgart das zweite Jahr nacheinander im DFB-Pokalfinale. Aus diesem Grund waren VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth und Kapitän Atakan Karazor an diesem Montag im Roten Rathaus in Berlin zu Gast, wo der sogenannte Cup Handover stattfand. Bei diesem traditionellen Event wird der DFB-Pokal knapp zwei Wochen vor dem Finale vom Titelverteidiger zurück in die Hauptstadt gebracht. Für den VfB gab Joachim „Jogi“ Löw, der auch in diesem Jahr wieder als Final-Botschafter der Stuttgarter fungiert, die Trophäe symbolisch an DFB-Präsident Bernd Neuendorf zurück.
„Den Pokal zu den Fans nach Stuttgart zu bringen, war etwas ganz Besonderes. Da hat man das Leuchten in den Augen gesehen, ein unvergessliches Erlebnis“, erinnert sich Löw an den vierten Pokaltriumph der Schwaben vor einem Jahr. Kurios: Final-Botschafter des FC Bayern München ist Giovane Elber. Der ehemalige Mittelstürmer hatte den VfB 1997 unter Trainer Jogi Löw mit zwei Toren im Finale zum Pokalsieg geschossen und war anschließend zum Rekordmeister gewechselt, mit dem er drei weitere Male den DFB-Pokal gewann. Jetzt hat der VfB die Möglichkeit, erst als achtes Team in der Geschichte des Wettbewerbs den DFB-Pokal zu verteidigen. Allerdings wartet mit dem FC Bayern München dieses Mal die schwerstmögliche Aufgabe im Finale.
Pokalfinale: Mit dem FC Bayern wartet das denkbar schwerste Los
Die Vorzeichen sind also gänzlich andere als vor zwölf Monaten, als die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß gegen den damaligen Drittligisten Arminia Bielefeld als klarer Favorit ins Endspiel ging und dieser Rolle mit dem 4:2-Sieg auch gerecht wurde. Gegen die Münchner, die erstmals seit sechs Jahren wieder das Finale in Berlin erreicht haben, hat der VfB nur eins der vergangenen 15 und nur zwei der letzten 32 Pflichtspiele gewonnen – mehr Underdog-Rolle geht kaum. „Es fühlt sich ganz klar nach Außenseiter an. Wir haben es uns in den letzten Jahren erarbeitet, dass wir in vielen Spielen die Favoritenrolle haben. In diesem Spiel haben wir sie nicht. Die Bayern sind eine der besten Mannschaften der Welt“, sagt VfB-Kapitän Atakan Karazor.
Im Berliner Olympiastadion treffen beide Teams bereits zum vierten Mal in dieser Spielzeit aufeinander. Direkt zu Saisonbeginn unterlag der VfB im Supercup mit 1:2, hielt hier noch am besten dagegen. Die Partien in der Liga verlor der VfB mit 0:5 und 2:4 deutlich. Mit dem Heimsieg im April machte der FC Bayern auch die Deutsche Meisterschaft klar. Den dritten Münchner Titelgewinn gegen die Stuttgarter in dieser Saison „wollen wir ihnen vermiesen und sie ärgern“ (Karazor).
Premiere: „Chip im Ball“ kommt zum ersten Mal zum Einsatz
Auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth hat Hoffnung auf den fünften Pokaltriumph der Vereinsgeschichte. „Man darf es eigentlich nicht sagen, aber der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie an den Herausforderungen der letzten Jahre gewachsen ist. Deshalb glaube ich schon, dass wir an einem guten und besonderen Tag die Bayern schlagen können. Dafür werden wir alles reinschmeißen.“
Beim Cup Handover wurde auch das Schiedsrichtergespann für das Finale bekannt gegeben. Geleitet wird die Partie von Sven Jablonski. Der 36-jährige Bremer kann auf die Erfahrung aus 125 Erstliga- sowie 26 Pokalspielen zurückgreifen und ist seit 2022 auch FIFA-Referee. Interessant: 2019 leitete er das DFB-Pokalfinale der Junioren, das die U19 des VfB um Doppel-Torschütze Lilian Egloff mit 2:1 gegen RB Leipzig gewann. Die VfB-Profis pfiff der zuletzt im April beim 4:0 gegen den Hamburger SV.
Eine besondere Premiere gibt es mit Blick auf den Spielball. Erstmals im deutschen Profifußball kommt eine integrierte Sensortechnologie, der sogenannte „Chip im Ball“, zum Einsatz. „Ein im Ball integrierter Sensor erfasst hochpräzise und in Echtzeit Daten zu Ballkontakten, Geschwindigkeit, Flugbahn und Rotation - ohne Einfluss auf Gewicht, Flug- und Sprungeigenschaften oder die Performance des Spielballs“, teilte der DFB mit. Die erfassten Daten sollen unter anderem VAR-Prozesse sowie das halbautomatische Abseits unterstützen. Auch optisch gibt es eine Änderung: Die ansonsten in Schwarz gehaltenen Fünfecke auf dem weißen Spielgerät erstrahlen dieses Mal in Pokal-Gold und enthalten die Resultate der Teams auf dem Weg ins Finale.



