VfB Stuttgart

Einzelkritiken zur Niederlage gegen Union Berlin: Schwachstelle Stenzel, Didavi nutzt Startelf-Chance nicht

Fußball Bundesliga Union Berlin vs. VfB Stuttgart
Die Chance in der ersten Elf konnte VfB-Mittelfeldspieler Daniel Didavi (hier im Duell mit Unions Marvin Friedrich) nicht nutzen. © Pressefoto Baumann

Mit dem ersten Sieg seiner Club-Geschichte gegen den VfB Stuttgart hat der 1. FC Union Berlin den von Trainer Urs Fischer mutig ausgerufenen Europakurs bestätigt. Grischa Prömel (20. Minute) und Petar Musa (43.) mit seinem ersten Treffer in der Fußball-Bundesliga sicherten den Eisernen am Samstag im Stadion An der Alten Försterei den 2:1 (2:0)-Erfolg. Mit 43 Punkten verteidigte Union den siebten Tabellenplatz, der am Saisonende zur Teilnahme an der neuen Conference League berechtigen könnte.

Gegen den VfB hatte Union mit zwei Remis (2:2/0:0) in der Relegation 2019 zwar den Bundesliga-Aufstieg klargemacht, zu einem Sieg gegen den Schwaben reichte es bislang aber noch nie. Die Stuttgarter wurden trotz des Treffers von Philipp Förster (48.) mit der Niederlage an den bitteren Abstieg an gleicher Stelle erinnert und haben als Zehnter nach dem 29. Spieltag nun vier Punkte Rückstand auf Union und die internationale Zone.

Die Stuttgarter Profis in den Einzelkritiken unserer Redaktion:

Gregor Kobel: Lange Zeit quasi beschäftigungslos, dann durch den ersten Union-Abschluss überwunden (20.). Prömels Kopfball bekam der Schweizer aus kurzer Distanz durch die Beine. Vor dem 0:2 klebte er auf der Torlinie (43.). Immerhin gute Paraden gegen einen Distanzschuss von Trimmel (64.) und einen abgefälschten Versuch von Kruse (74.) - Note: 3,5

Marcin Kaminski: Rückte für den gelbgesperrten Marc Oliver Kempf in die erste Elf. Ordentlicher Spielaufbau mit dem linken Fuß, stabil in der Defensive. Da für ihn im Sommer wohl Schluss sein wird beim VfB, konnte er sich durch diesen soliden Auftritt durchaus für einen neuen Verein empfehlen - Note: 3

Waldemar Anton: Bekam früh in der Partie von Unions Prömel heftig eine mit (9.). Verrichtete seinen Job weitgehend ordentlich, holte allerdings nur 29 Prozent seiner direkten Duelle. Die Abwehrreihe wirkte auch deshalb nicht immer sattelfest - Note: 3,5

Konstantinos Mavropanos: Wo war der rechte Mann in der Dreierkette vor dem 0:1? Auch vor dem zweiten Gegentreffer kam er gegen Musa zu spät. Der Grieche biss sich anschließend aber in die Partie und hatte in der zweiten Halbzeit einige starke Klärungsaktionen. Kurz vor Schluss sah er noch seine fünfte Gelbe Karte. Folglich fehlt er gegen Wolfsburg gesperrt - Note: 4

Pascal Stenzel: Ersetzte kurzfristig den verletzten Borna Sosa (leichte Kapselverletzung im Knie) und war an diesem Samstag die Schwachstelle im Stuttgarter Defensivverbund. Der flinke Lenz bereitete ihm auf der rechten Abwehrseite immer wieder Probleme, rund 60 Prozent der Berliner Angriffe rollten über seine Seite. Zur Halbzeit wurde er vom Trainer ausgewechselt - Note: 5

Atakan Karazor: Ballsicher und aufmerksam auf der Doppelsechs neben Endo, Impulse fürs Offensivspiel kamen aber kaum. Gute Statistiken (Passquote: 80 Prozent / Zweikämpfe: 67 Prozent)  - Note: 3,5

Wataru Endo: Führte die Mannschaft in der Alten Försterei als Kapitän aufs Feld. Vor dem 0:1 kam er gegen Prömel den entscheidenden Schritt zu spät (20.). Steigerte sich aber in den zweiten 45 Minuten - Note: 3,5

Erik Thommy: Unglücklicher Ausrutscher vor dem 0:2 (43.) und auch Trimmels Hereingabe vor dem ersten Gegentreffer konnte er nicht blocken. Offensiv ohne nennenswerte Aktion, ein äußerst durchwachsener Nachmittag - Note: 4,5

Tanguy Coulibaly: Trat in Halbzeit eins nicht in Erscheinung. Ausnahme: Eine komplett unnötige Grätsche gegen Schlotterbeck kurz hinter der Mittelinie und die daraus resultierende Gelbe Karte. Blieb zur Halbzeit in der Kabine - Note: 5

Daniel Didavi: Nach seinem Joker-Treffer gegen Dortmund durfte der Routinier an diesem Spieltag von Beginn an ran. Die Chance, sich durch einen starken Auftritt in der Startelf für einen neuen Vertrag zu empfehlen, konnte der Spielmacher allerdings nicht nutzen. Zur Pause wurde er wirkungslos ausgewechselt - Note: 5

Sasa Kalajdzic: Der gefährlichste Kopfball-Spieler der Liga (bislang sieben Treffer) war wie so oft vorrangig als Zielspieler gefordert. Diese Woche blieb der Österreicher ohne Torabschluss. Ohne seinen Lieblings-Vorlagengeber Sosa wurde er aber auch kaum mit Flanken von außen gesucht. Geschweige denn gefunden. Dennoch hatte er einige gute Ballbehauptungen und Ablagen, beispielsweise eine technisch anspruchsvolle Vorlage für Förster (49.) - Note: 3,5

Einwechselspieler

Roberto Massimo (ab der 46. Minute für Pascal Stenzel): War vorrangig mit Defensiv-Aufgaben beschäftigt und verteidigte seine rechte Abwehrseite deutlich besser als Pascal Stenzel. Dadurch aber nur selten ins Angriffsspiel eingebunden - Note: 3

Mateo Klimowicz (ab der 46. Minute für Daniel Didavi): Brauchte kurze Zeit, um in die intensive Partie zu finden. Schöner Steckpass auf Churlinov (70.), gute Vorarbeit für Massimo (82.). Unter dem Strich kam aber zu wenig - Note: 3,5

Philipp Förster (ab der 46. Minute für Tanguy Coulibaly): Benötigte keine drei Minuten, um dem Stuttgarter Spiel neues Leben einzuhauchen. Auf Vorlage von Kalajdzic erzielte er den Anschlusstreffer zum 1:2 (49.). Anschließend kam jedoch nicht mehr viel - Note: 3,5

Darko Churlinov (ab der 59. Minute für Erik Thommy): Abschlusschance aus spitzem Winkel (70.), ansonsten gab’s nichts zu notieren - Note: 4

Momo Cisse (ab der 85. Minute für Marcin Kaminski): Ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form