VfB Stuttgart

Einzelkritiken zur Pleite in Wiesbaden: Pechvogel Al Ghaddioui, Gomez braucht zu viele Chancen

Fußball  2.Bundesliga SV Wehen  Wiesbaden vs.  VfB Stuttgart
Ein gebrauchter Nachmittag: VfB-Stürmer Mario Gomez. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart hat im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga kräftig gepatzt. Durch das 1:2 (0:0) beim Abstiegskandidaten SV Wehen Wiesbaden im ersten Spiel nach der Coronavirus-Zwangspause mussten die Schwaben den Hamburger SV vorbeiziehen lassen und rutschten auf den Relegationsrang ab. Der Videobeweis bescherte Wiesbaden am Sonntag nach einem Handspiel von Hamadi Al Ghaddioui in der Nachspielzeit den entscheidenden Elfmeter. Phillip Tietz verwandelte den Strafstoß mit der letzten Aktion des Spiels zum Sieg (90.+7 Minute) und verdarb den Schwaben endgültig den Nachmittag. Unsere Einzelkritiken zum Spiel:

Gregor Kobel: Im ersten Durchgang kaum geprüft – und dann nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff in der zweiten Hälfte direkt überwunden. Beim Abschluss von Manuel Schäffler aus sechs Metern ohne Abwehrchance (50.), ebenso beim Elfmeter von Phillip Tietz in der 97. Minute - Note: 3

Nathaniel Phillips: Verteidigte in der variablen Stuttgarter Grundordnung die rechte Außenbahn und gab sich in der Defensive keine Blöße. Ins Offensivspiel schaltete sich der junge Engländer allerdings nur selten ein - Note: 3,5

Marcin Kaminski: Der Pole gab nach seinem Kreuzbandriss Ende Juli 2019 überraschend sein Comeback in der Stuttgarter Startelf. In seinem 50. Pflichtspiel für die Schwaben brauchte der Innenverteidiger einige Zeit, um ins Spiel zu finden. Sein fataler Fehlpass leitete das 0:1 ein (50.), die Zweikampfquote (14 Prozent) war gruselig - Note: 5

Marc Oliver Kempf: Der Capitano kehrte nach überstandenem Kieferbruch in die Abwehrreihe zurück und war mit 69 Prozent gewonnenen Duellen direkt gut in der Partie. Vor dem 0:1 dann aber mit schlechtem Stellungsspiel, immerhin mit feiner Vorarbeit vor dem 1:1 - Note: 3,5

Wataru Endo: Der Spielaufbau läuft häufig über den Japaner, der sich an diesem Sonntag ungewöhnlich viele Fehlpässe leistete (13). In der Rückwärtsbewegung gewohnt fleißig (Laufpensum 10,15 Kilometer) und zweikampfstark (69 Prozent Zweikampfquote) - Note: 3

Gonzalo Castro: Ackerte die linke Außenbahn hoch und runter. Im Spiel gegen den Ball als Linksverteidiger in der Viererkette gebunden, guter Block gegen Schäffler (9.). Gefühlvolle, aber häufig zu ungenaue Flanken - Note: 3

Silas Wamangituka: Kaum Durchbrüche auf der rechten Seite, verdribbelte sich häufig und holte sich kurz vor dem Pausenpfiff eine unnötige Gelbe Karte ab. Ein gebrauchter Nachmittag für den jungen Angreifer, der zudem nur schwache 35 Prozent seiner Zweikämpfe gewann - Note: 5

Daniel Didavi: Der zentrale Mann im Stuttgarter Offensivspiel war lediglich in der Anfangsphase auffällig. Gute Pässe in die Schnittstelle, aber unter dem Strich kamen viel zu wenige Impulse und Zuspiele für die Sturmreihe der Schwaben - Note: 4,5

Philipp Förster: War offensiv kaum zu sehen, immerhin arbeitete der Mittelfeldspieler gut mit nach hinten (75 Prozent Zweikampfquote). Ein durchwachsener Auftritt - Note: 4

Nicolas Gonzalez: Bekam von Benedikt Röcker in der Anfangsphase ordentlich eine mit (25.), war gewohnt fleißig unterwegs und belohnte sich mit seinem siebten Saisontreffer (84.). In vielen Aktionen agiert der junge Argentinier aber immer noch zu kopflos - Note: 4

Mario Gomez: Vergab drei Meter vor dem Tor direkt nach dem Anpfiff eine erste gute Gelegenheit (4.) und war dann kurz vor der Pause einen Tick zu langsam im Eins-gegen-eins mit Wehens Schlussmann Heinz Lindner (38.) - Note: 4,5

Pascal Stenzel (ab der 58. Minute für Nathaniel Phillips): Brachte mit seinem sicheren Passspiel (90 Prozent Passquote) eine gute Struktur ins Stuttgarter Spiel, konnte die Niederlage mit seinen Flankenläufen aber nicht abwenden – Note: 3

Hamadi Al Ghaddioui (ab der 58. Minute für Mario Gomez): War an diesem Sonnatg der große Pechvogel. Vorne trat der Superjoker der Schwaben nicht in Erscheinung, dafür fiel ihm in der Nachspielzeit der Ball nach einem Kopfballduell an die Hand. Der VAR intervenierte und Schiedsrichter Stegemann entschied auf Handelfmeter. Bitter - Note: 5

Philipp Klement (ab der 64. Minute für Daniel Didavi): Auch der eingwechselte Mittelfeldspieler brachte Sicherheit ins Spiel (Passquote 93 Prozent), für mehr Torgefahr konnte er aber nicht sorgen – Note: 4

Roberto Massimo (ab der 73. Minute für Gonzalo Castro): Feine Vorarbeit zum 1:1 durch Gonzalez, ansonsten unauffällig - Note: -

Mateo Klimowicz (ab der 73. Minute für Silas Wamangituka): Ohne Bewertung

Die Benotung

1 = überragend | 2 = stark | 3 = solide | 4 = dürftig | 5 = schwach | 6 = außer Form