VfB Stuttgart

Endo gut, alles gut: Wie der Japaner gegen Köln zum neuen VfB-Helden wurde

Fußball VfB Stuttgart vs. 1.FC Köln
Wataru Endo war es, der in der zweiten Minute der Nachspielzeit traf und den Umweg über die Relegation doch noch abwendete. © Pressefoto Baumann

Als Wataru Endo am späten Samstagabend nach den Feierlichkeiten mit dem VfB Stuttgart nach Hause kam, gab es für den Kapitän der Schwaben noch eine kleine Überraschung. Mit bunter Straßenkreide hatten die Kinder aus der Nachbarschaft eine kleine Grußbotschaft für den Japaner auf den Gehsteig geschrieben: „Legendo“

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Mit seinem Treffer zum 2:1 in der Nachspielzeit hat sich der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler endgültig zu einem neuen VfB-Helden aufgeschwungen. Wie einst Guido Buchwald vor fast exakt 30 Jahren sorgte er per Kopf für eine Explosion der Emotionen im Schwabenland. Und auch der Stuttgarter Ehrenspielführer, der wie die gesamte Meistermannschaft von 1992 im Stadion war, dürfte im Businessbereich kaum mehr zu halten gewesen sein. 

„Wataru Endo ist der Prototyp dessen, was wir von der Mentalität her sein wollen“

Ausgerechnet Endo, der die Mannschaft als Kapitän durch die so komplizierte Spielzeit geführt hatte. Und gegen Köln vor seinem Last-Minute-Tor zwei Großchancen hatte liegen lassen. Doch Endo steckte nicht auf. Wie auch das komplette Team. Angetrieben von fast 60.000 Fans auf den Rängen.

„Wataru Endo ist der Prototyp dessen, was wir von der Mentalität her sein wollen“, lobte anschließend Sportdirektor Sven Mislintat, der den stillen Leader 2019 für schlappe 300.000 Euro Leihgebühr aus Belgien an den Neckar gelotst hatte. Und fast schon vergessen: Ex-Trainer Tim Walter wusste zunächst nicht wohin mit dem 1,78 Meter großen Allrounder.

Inzwischen wurde Endo längst fest verpflichtet (für ebenso schlappe 1,7 Millionen Euro) und auf dem Platz ist er unersetzlicher Motor und Führungsspieler. Mit seinem Einsatzwillen und seiner Zweikampfstärke geht er immer voran. Auch wenn ihm noch so viele Kilometer und Einsatzminuten aus seinen zahlreichen Länderspielreisen mit der japanischen Auswahl in den Knochen stecken. 

„Es ist unglaublich, wie Stadion nach dem zweiten Tor explodiert ist“

Auf Vorlage seines Landsmannes Hiroki Ito rettete er nun den VfB, anschließend ließen ihn seine Teamkollegen hochleben. Er selbst rang mit den Worten: „Es ist unglaublich, wie Stadion nach dem zweiten Tor explodiert ist. Ich kann glücklicher nicht sein. Wir haben es gemeinsam geschafft. Die Fans haben uns unglaublich angefeuert und uns noch einmal zurückgebracht.“ Und mancher VfB-Fan gab nach dem Schlusspfiff beseelt zum Besten: „Endo gut, alles gut“