VfB Stuttgart

Erstes Spiel, erstes Tor: Neuzugang Omar Marmoush macht dem VfB neue Hoffnung

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart
Frankfurts Martin Hinteregger (l) und Stuttgarts Omar Marmoush kämpfen um den Ball. Foto: Arne Dedert/dpa © Arne Dedert

Sven Mislintat durfte sich bestätigt fühlen. Omar Marmoush sei «ein Spieler, der wahnsinnig gut zu uns passt und der bestimmte Grundvoraussetzungen mitbringt, die es ihm einfach machen, direkt zu spielen», sagte der Sportdirektor des VfB Stuttgart einen Tag nach dem 1:1 bei Eintracht Frankfurt. So einen zu finden, sei «genau die Aufgabe» gewesen, die es für den 48-Jährigen «in der Kürze der Zeit zu erledigen galt».

Tor, Einsatzwille und Tempo: Viel Lob für den Debütanten im Sturm

Mislintat hat sie erledigt, indem er Marmoush in der Länderspielpause vom VfL Wolfsburg auslieh und so auf den personellen Engpass in der Stuttgarter Offensive reagierte. Und der ägyptische Neuzugang erledigte seine Aufgabe, indem er am Sonntag - nach nur wenigen Trainingstagen mit den neuen Kollegen - gleich bei seinem Debüt für den VfB in der Fußball-Bundesliga überzeugte und mit seinem Tor in der 88. Minute den Rückstand durch Filip Kostic (79.) egalisierte.

«Er hat ein gutes Tempo, ein gutes Eins-gegen-Eins, eine gute Technik, aber auch Aggressivität im Anlaufen», lobte Mislintat den 22-Jährigen, der auf Anhieb in der Startelf stand und durchspielte. Die Leihe des Angreifers gilt bis Saisonende, eine Kaufoption für ihn hat der VfB nicht.

Sicher wäre es auch verfrüht, nach gerade mal 90 Pflichtspiel-Minuten schon über eine feste Verpflichtung von Marmoush nachzudenken. Zumal die verletzten Sasa Kalajdzic (Schulter-OP) und Silas Katompa Mvumpa (Kreuzbandriss) im Saisonverlauf zurückkehren und die Hierarchie im Sturm dadurch wohl wieder neu ordnen werden.

Gewonnener Punkt in Frankfurt - Kritik am Schiedsrichter

Im April wolle man sich mit den Wolfsburger Verantwortlichen aber mal hinsetzen und die jeweiligen Pläne besprechen, so Mislintat. «Stand heute» sei Marmoush für den VfB «eine Top-Lösung für ein Jahr» und das ganze Leihgeschäft eine «Win-Win-Situation» für alle Beteiligten.

Ein bisschen als Gewinner fühlten sich die Stuttgarter auch mit Blick auf das Remis in Frankfurt, bei dem sich Mislintat jedoch «maßlos» über die Spielführung von Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck und die seiner Meinung nach zu einseitige Verteilung der Gelben Karten ärgerte. Ein «verdienter Punkt» sei das gewesen, sagte der Sportchef.

«Und weil wir in Unterzahl zurückgelegen haben, auch ein gewonnener.» Natürlich habe man beim Lattentreffer von Frankfurts Rafael Borré in der Nachspielzeit auch «Riesenglück» gehabt, gestand er. Das Team habe insgesamt aber «gute Moral bewiesen», sagte Torschütze Marmoush.

Neue Problemzone: die Stuttgarter Abwehr

Zwar blieben die Schwaben zum dritten Mal in Serie sieglos, der späte Treffer dürfte ihnen aber einen Schub geben. Den können sie vor dem schwierigen Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gut gebrauchen.

Ihren gesperrten Abwehrchef Waldemar Anton, der in Frankfurt in der 82. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte sah, müssen sie dann irgendwie ersetzen. Offensivmann Philipp Förster, der gegen die Hessen und auch im Training am Montag wegen eines Infekts fehlte, kehrt womöglich zurück. Hoffnung macht vor allem aber auch die neue «Top-Lösung» im Angriff: Omar Marmoush.