FC Porto „extrem eklig“: War der VfB Stuttgart im EL-Achtelfinale zu brav?
Stuttgart. Der VfB Stuttgart reist mit einer großen Hypothek ins Rückspiel nach Porto: Die Schwaben verloren das Hinspiel im Achtelfinale der Europa League mit 1:2 (1:2) – das Aus droht. Während sich der Gegner aus Portugal im Hinspiel extrem abgezockt und unangenehm präsentierte, verteilten die Stuttgarter in der ersten Halbzeit zwei Geschenke. Allgemein wirkte der FC Porto reifer und für ein solches K.o.-Spiel unterm Strich auch erwachsener. Waren die VfB-Profis gegen das Spitzenteam von der Atlantikküste zu brav?
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VfB Stuttgart vor EL-Aus? Schwere Aufgabe in Porto
Das wird eine schwere Aufgabe: Im Rückspiel am 19. März muss der VfB Stuttgart in Porto ein Tor aufholen, um es zumindest in die Verlängerung zu schaffen. Gewinnen die Schwaben mit zwei Toren Vorsprung, ziehen sie ins Viertelfinale ein. Ein Unentschieden oder eine Niederlage wären das Aus in der Europa League. „Es ist noch nicht vorbei“, zeigte sich Sebastian Hoeneß auf der Pressekonferenz nach dem Spiel kämpferisch. Man werde im Rückspiel nochmal „alles mobilisieren“, um doch noch ins Viertelfinale einzuziehen.
Obwohl der FC Porto über die gesamte Spielzeit in der MHP-Arena nicht unbedingt die (spielerisch) bessere Mannschaft war, entstand der Eindruck, dass die Gäste das Hinspiel verdient gewannen. Warum? Die Spieler des portugiesischen Tabellenführers agierten cleverer, abgezockter und reifer. Fans auf Social Media beklagten die „extrem eklige“ Spielweise. Durch das Provozieren von Fouls, Zeitspiel und der emotionalen Herangehensweise gelang es den Gästen vor allem in den ersten 45 Minuten nahezu optimal, in den Kopf der VfB-Profis zu kommen. Zweimal leisteten sich die Stuttgarter im Spielaufbau einen Fehler, beide Male stand Jeff Chabot im Mittelpunkt.
VfB-Trainer Hoeneß kritisiert auch den Schiedsrichter
Vor allem wirkte es in der ersten Halbzeit fast so, als gäbe es nur dieses eine Spiel, das über Weiterkommen oder Ausscheiden entscheidet. Phasenweise lieferten sich die VfB-Profis mit den Portugiesen einen offenen Schlagabtausch, dabei waren nach dem Pausenpfiff noch in Summe 135 Minuten zu spielen. „Was mich ärgert, sind die acht Minuten.“ Die Phase, die zu den beiden Gästetreffern führte, sei „bedauerlich“, so Hoeneß. „Da haben wir kurzzeitig den Kopf verloren und haben zu schnell die Bälle verloren.“ Immer wieder ließen sich die VfB-Profis zudem auf kleine Scharmützel und hitzige Diskussionen mit den Portugiesen ein.
Vor genau diesen emotionalen Tricks hatte der Trainer am Tag vor dem Spiel noch gewarnt. Waren die Stuttgarter gegen so einen erfahrenen Gegner also zu brav? „Ich habe auch bei meiner Mannschaft ein Emotionslevel gesehen“, entgegnete Hoeneß. Man habe die eigenen Emotionen zwar über 80 Minuten kanalisieren können, der FC Porto sei aber am Ende aber die „abgezocktere Mannschaft“ gewesen. Der Coach kritisierte in diesem Zusammenhang auch Schiedsrichter Donatas Rumsas: „Man wünscht sich in so einem Spiel dann auch die entsprechende Spielleitung.“ Die Portugiesen hätten die Grenzen ausgetestet und seien damit durchgekommen. Hoeneß hätte sich gewünscht, dass der litauische Referee härter durchgreift.
VfB Stuttgart richtet den Blick bereits auf RB Leipzig
„Das ist am Ende aber internationaler Fußball, wir haben verloren und müssen das akzeptieren.“ Der VfB-Trainer zeigte sich fürs Rückspiel angriffslustig: „Wir haben heute gezeigt, dass wir Porto richtig wehtun können.“ Ein anderes Resultat wäre möglich gewesen, so Hoeneß. Nun gehe es aber darum, nach dem hitzigen Spieler „runterzufahren“ und sich „zu erholen“. Denn bereits am Sonntag wartet im Kampf um die Champions League ein extrem wichtiges Spiel gegen RB Leipzig.



