VfB Stuttgart

Florian Müller oder Fabian Bredlow: Wer hütet in der neuen Saison das VfB-Tor?

Freiburgs Torhüter Florian Müller
Freiburgs Torwart Florian Müller. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Nach dem Wechsel von Torhüter Gregor Kobel zu Borussia Dortmund muss sich der VfB Stuttgart nach einer neuen Nummer eins umschauen. Als möglicher Nachfolger für den abwandernden Schweizer wurde zuletzt immer wieder Florian Müller vom FSV Mainz genannt. Doch der Blick in die eigenen Reihen zeigt: Mit Fabian Bredlow haben die Schwaben bereits einen Mann mit Startelf-Potenzial im Kader. Wir beleuchten die beiden Torhüter.

Florian Müller: Zeichen stehen auf VfB-Transfer

Um zu verstehen, warum der 23-Jährige zum VfB wechseln könnte, muss ein Jahr zurückgeschaut werden. Dort kämpfte der 1,92 Meter große Schlussmann im Sommer 2020 bei seinem Stammverein FSV Mainz 05 um den Stammplatz zwischen den Pfosten. Sein damaliger Kontrahent: Mainz aktuelle Nummer eins Robin Zentner. Müller verlor den Zweikampf und ließ sich nach Freiburg verleihen. Dort hatte sich nämlich Stammtorhüter Mark Flekken schwer verletzt, der 23-Jährige half als Stammtorwart aus.

Ein Jahr später steht Florian Müller vor der Situation, sowohl in Mainz (Zentner) als auch in Freiburg (Flekken) nur zweite Wahl zu sein. Im Kicker machte das Mainzer Eigengewächs deutlich: "Für mich ist es jedenfalls nirgendwo eine Option, mich auf die Bank zu setzen. Ich habe diese Saison gezeigt, dass ich ein gestandener Bundesliga-Torwart bin, gut auf diesem Niveau spielen kann. Es ist mein Anspruch, nächstes Jahr in der Bundesliga zu spielen." Müller sucht also nach einem Verein, bei dem er die Nummer eins sein könnte - und genau die sucht der VfB aktuell.

Laut übereinstimmenden Medienberichten haben sich die Schwaben und der Schlussmann bereits auf eine zukünftige Zusammenarbeit geeinigt. Jetzt liegt es an VfB-Sportdirektor Sven Mislintat, sich mit seinem Mainzer Gegenüber zu einigen. Im Raum steht eine Ablösesumme von rund fünf Millionen Euro, die Stuttgarter wollen die Summe noch nach unten drücken. Da Müllers Vertrag nur noch bis Sommer 2022 läuft und die Mainzer an dem Schlussmann noch Geld verdienen wollen, scheint alles auf einen VfB-Transfer hinauszulaufen. Zudem passt der Torhüter perfekt in das Beuteschema der Schwaben: jung, entwicklungsfähig und gierig nach Erfolg.

Wer ist der 23-jährige Schlussmann?

Müller machte beim SC Freiburg einen starken Eindruck. Der Keeper absolvierte alle 31 Bundesliga-Partien, ehe Stammtorhüter Mark Flekken für die letzten drei Ligaspiele ins Tor zurückkehrte. Dabei hatte er eine Paradequote von 71,1 Prozent, nur Union Berlins Ersatztorwart Loris Karius konnte bei seinen vier Einsätzen eine höhere Quote vorweisen (80 Prozent). Auch beim Kicker-Notendurchschnitt gehört Müller zur Spitze. Der 23-Jährige wurde durchschnittlich mit einer 2,92 bewertet. Zum Vergleich: Gregor Kobels Notendurchschnitt lag bei 2,86.

Ausgebildet wurde der Linksfuß beim 1. FC Saarbrücken. Im Alter von 15 Jahren kam Müller dann zum FSV Mainz und durchlief dort alle Jugendmannschaften. Ab der U19 stand der 23-Jährige im Aufgebot der deutschen U-Nationalmannschaften, bei der U21 absolvierte er zwei Partien. Zur Saison 2016/17 rückte Müller in den Bundesliga-Kader der Mainzer auf. Im März 2018 gab der Schlussmann gegen den Hamburger SV sein Bundesliga-Debüt. Anschließend wechselte er sich mit Robin Zentner immer wieder als Nummer eins ab.

Der Stuttgarter Plan B mit Fabian Bredlow

Sollten alle Stricke reißen und sich die beiden Vereine nicht auf einen Müller-Transfer einigen können, haben die Schwaben immer noch ein Ass im Ärmel: Ersatzkeeper Fabian Bredlow. Der Vertrag des 26-Jährigen wurde erst Anfang des Jahres um weitere drei Jahre bis 2024 verlängert. Der VfB habe den Vertrag vorzeitig verlängert, weil "wir in jeder Hinsicht von ihm überzeugt sind, so Sportdirektor Sven Mislintat. "Er ist ein hervorragender Torhüter, der in vielen anderen Clubs mit Sicherheit die klare Nummer 1 wäre."

Der 1,90 Meter große Schlussmann gilt als absoluter Teamplayer. Er pushte Gregor Kobel im Training zu Bestleistungen und war am 32. Spieltag gegen den FC Augsburg zur Stelle, als er seinem Team mit einigen Glanzparaden den Sieg rettete. Trainer Pellegrino Matarazzo sagte nach dem Spiel: "Wir wissen was wir an Fabi haben. Er ist ein guter Torwart, der unserer Mannschaft guttut."  Allerdings: Wären die Schwaben restlos von Fabian Bredlow überzeugt, würden sie gar nicht erst nach einem Kobel-Nachfolger suchen und ihn direkt zum Stammkeeper ernennen.

Zu unsicher und fehleranfällig agierte der 26-Jährige im DFB-Pokal, als er seine Stuttgarter erst gegen Leverkusen (1:2) und ein Jahr später gegen Gladbach (1:2) um den Erfolg brachte. Heiß diskutiert wurde damals die Frage, ob nicht auch im Pokal die etatmäßige Nummer eins zwischen den Pfosten stehen sollte. Fakt ist trotz aller Kritik an Bredlow: Sollte der VfB Stuttgart auf dem Torhüter-Transfermarkt entgegen aller Vorzeichen doch nicht aktiv werden, hätte er seine neue Nummer eins bereits im Kader.