VfB Stuttgart

Galatasaray will Demirovic: Soll der VfB den Stürmer verkaufen? Ein Pro & Contra

VfB-Stürmer Ermedin Demirovic saß beim Pokalspiel in Rostock zunächst nur auf der Bank.
VfB-Stürmer Ermedin Demirovic saß beim Pokalspiel in Rostock zunächst nur auf der Bank. © Foto Huebner

Stuttgart. Dem VfB Stuttgart stehen spannende Tage ins Haus: Galatasaray Istanbul will Ermedin Demirovic verpflichten. Der Stürmer steht auf der Wunschliste des amtierenden türkischen Meisters ganz oben. Galatasaray bereitet wohl ein weiteres Angebot vor, nachdem das erste vom VfB abgelehnt wurde. Sollten die Schwaben den Angreifer verkaufen? Was spricht für einen Transfer von Demirovic, was spricht dagegen? Ein Pro & Contra.

Sie wollen unseren VfB-WhatsApp-Channel abonnieren? Dann klicken Sie hier auf diesen Link .

VfB Stuttgart: Die Ausgangslage im Demirovic-Poker

Fakt ist: Galatasaray Istanbul hat bereits ein erstes Angebot für Ermedin Demirovic abgegeben. Der türkische Club bot 15 Millionen Euro für den Stürmer – zu wenig aus Sicht des VfB. Die Stuttgarter zahlten vor knapp zwei Jahren rund 21 Millionen Euro für Demirovic an den FC Augsburg. Für weniger als diese Summe wollen die Schwaben ihren Angreifer auf keinen Fall abgeben. Wie aus der Türkei zu hören ist, plant der türkische Traditionsverein ein weiteres Angebot, was sich mit Informationen unserer Redaktion deckt.

Soll heißen: Galatasaray ist bereit, die Ablöse für Demirovic anzuheben – und zwar auf eine Summe, die den VfB am Ende zufriedenstellen dürfte: Heißt: jenseits der 20 Millionen Euro. Auch wenn die Stuttgarter ihren Angreifer nicht unbedingt abgeben wollen: Bei einer solchen Summe wäre der VfB wohl bereit, Demirovic ziehen zu lassen.

Pro: Warum der VfB Stuttgart Demirovic verkaufen sollte

Denn: Der VfB Stuttgart braucht Transfereinnahmen. So einfach ist das. 25 Millionen Euro für Pejcinovic, rund 13 Millionen Euro für Leo Sauer, dazu die 18-Millionen-Kaufpflicht für Bilal El Khannouss – weit über 50 Millionen Euro haben die Schwaben in dieser Transferperiode bislang ausgegeben. Der VfB muss verkaufen, um dieses Transferminus erträglicher zu gestalten. Bislang ist aber nicht viel passiert.

Bilal El Khannouss etwa war (und ist) ein heißer Verkaufskandidat. Bei einem passenden Angebot könnten für den WM-Fahrer rund 50 Millionen Euro in die VfB-Kassen fließen. Damit wäre das Stuttgarter Transferminus auf einen Schlag bereinigt. Doch ein solch großes Angebot ist bislang nicht in Sicht – und es wäre aus VfB-Sicht naiv, auf ein solches Angebot bis zum Ende der Transferperiode am 1. September zu warten.

Das heißt: Bietet Galatasaray über 20 Millionen Euro für Demirovic, sollte der VfB das Geld nehmen. Nicht etwa, weil der VfB den Stürmer unbedingt abgeben will – sondern weil es die finanzielle Situation erfordert. Dazu kommt die halbwegs entspannte Lage im VfB-Sturm: Mit Pejcinovic, Undav und Tomas ist der VfB gut aufgestellt, Youngster Arévalo lauert dahinter. Zudem könnte El Khannouss (sollte er denn bleiben) auf die Zehner-Position rutschen, dann bräuchte es nur eine Spitze.

Contra: Warum der VfB Demirovic behalten sollte

Ermedin Demirovic ist ein Arbeiter, ein Teamplayer – und ein echter Torjäger. Der Stürmer erzielte in seiner ersten VfB-Saison 17 Tore, in der abgelaufenen Saison knipste der Bosnier 15 Mal. Einen Angreifer mit einer solchen Torquote muss der VfB erstmal finden. Dazu tut Demirovic dem VfB-Spiel mit seiner Einstellung gut: Der 28-Jährige ackert, kämpft, läuft und arbeitet – und ist damit ein Vorbild, ja sogar ein Musterprofi.

Außerdem wäre der Sturm der Schwaben mit einem Knipser á la Ermedin Demirovic noch besser aufgestellt. Pejcinovic, Undav, Demirovic und Tomas – das wäre ein echtes Pfund. Da der VfB in der Champions League angreifen will, parallel aber die Bundesliga nicht vernachlässigen darf, braucht Trainer Hoeneß viele Optionen im Angriff. Mit Pejcinovic wurde jetzt erst der letztjährige Woltemade-Abgang aufgefangen – und mit einem Demirovic-Transfer würde sich der VfB diese Baustelle erneut aufmachen.

Demirovic, Galatasaray und der VfB: Wie geht es jetzt weiter?

Stand jetzt spricht mehr dafür, dass ein Demirovic-Transfer zustande kommt als dagegen. Der VfB braucht Transfereinnahmen, der Bosnier dürfte über 20 Millionen Euro einbringen. Allerdings: Selbst bei einem Demirovic-Verkauf beträgt das Transferminus immer noch rund 25 Millionen Euro. Das heißt: Die Schwaben müssten erneut verkaufen – doch nur wen? Sollte der VfB am Ende der Transferperiode auch noch El Khannouss abgeben, brechen den Schwaben zwei Angreifer weg. Das wäre kaum zu kompensieren. Fakt ist daher: Die letzte Woche der Transferperiode wird aus Stuttgarter Sicht richtig spannend.

Mehr entdecken

VG WORT Zahlpixel