Harter VfB-Januar: Wie Undav und Bruun Larsen den Unterschied ausmachen könnten
Augsburg. Der Jahresauftakt hat es in sich für den VfB Stuttgart. In der Bundesliga, Champions League und im DFB-Pokal werden die Weichen für den weiteren Saisonverlauf gestellt. Da kommt der Sieg zum Restart beim FC Augsburg gerade recht. Genau wie die neuen Optionen in der Offensive.
Die Schwaben scheinen gut gerüstet für das Marathon-Programm der nächsten Wochen. Die wiedergenesenen Angreifer Deniz Undav und Jamie Leweling sowie Winter-Zugang Jacob Bruun Larsen feiern zur rechten Zeit ihre Comebacks bzw. ihre Premiere. Trainer Sebastian Hoeneß kann wieder nachlegen. Was die umkämpfte Partie beim FC Augsburg (1:0) letztlich entschieden hat.
Allen voran Unterschiedspieler Undav. Er kam, sah und traf kurz nach seiner Einwechslung. Dazu war Bruun Larsen auf dem Flügel ein überaus belebendes Element. „Das haben wir in dieser Spielphase gebraucht“, meinte Hoeneß im Nachgang. Seine Elf war zwar gut ins Spiel gekommen, hatte dann aber abgebaut. Sinnbildlich dafür stand der einmal mehr glücklose Stürmer Ermedin Demirovic, der an alter Wirkungsstätte zunächst zwei gute Chancen liegen ließ und anschließend mehr und mehr abtauchte. Eine schwierige Situation für den bosnischen Nationalspieler, der seinen Stammplatz in der ersten Elf – sobald Undav wieder voll einsatzbereit ist – verlieren dürfte.
Ist Deniz Undav für das Leipzig-Heimspiel schon ein Startelf-Kandidat?
Bis dahin wird es aber noch etwas dauern. „Abwarten“, sagte Hoeneß mit Blick auf die Startelf-Tauglichkeit von Undav. Er habe in Augsburg 35 Minuten gespielt und das nach wochenlanger Zwangspause aufgrund einer Muskelverletzung. Nun müsse man schauen, wie der Stürmer, der in seiner bisherigen Zeit am Wasen nicht als der robusteste Spieler aufgefallen ist, die Belastung weggesteckt hat. „Wichtig ist, dass wir die Jungs gut ran führen. Wir haben viele Spiele und müssen da weiterhin sehr verantwortungsbewusst mit den Jungs umgehen. Und das werden wir auch tun.“ Nach einem Platz in der ersten Elf im kommenden Heimspiel gegen RB Leipzig am Mittwochabend (20.30 Uhr) klingt das eher nicht. Undav bleibt wohl vorerst die Rolle als Teilzeitkraft.
Gegen die Roten Bullen wollen die Stuttgarter weiter Boden gut machen im Kampf um die internationalen Plätze. Die schwäbische Defensive dürfte dabei weit mehr gefordert sein als gegen die offensiv weitestgehend limitierten Augsburger. „Anstrengend wird es“, blickte Fabian Wohlgemuth voraus. Man wolle „weiter Anschluss halten, uns vielleicht auch mal ins obere Drittel einarbeiten“, so die Zielvorgabe vom Stuttgarter Sportvorstand. Wohlwissend, dass es die nächsten beiden Heimspiele gegen Leipzig und den SC Freiburg in sich haben.
Kommt noch ein neuer Verteidiger zum VfB Stuttgart?
Ob sich die Stuttgarter nach der sinnvollen Bruun-Larsen-Verpflichtung dafür auch noch im Abwehrverbund verstärken? „Wir haben ja heute kein Gegentor bekommen“, stichelte Wohlgemuth dezent auf eine entsprechende Nachfrage. „Muss man nach dem Spiel heute hoffen, dass einer kommt? Unsere Abwehr hat das sehr gut gemacht.“
Zumal laut einem Kicker-Bericht vom Montag (13.01.) ein potenzieller Neuzugang wohl nicht kommen wird: Kevin Danso. Mit dem 26 Jahre alten Innenverteidiger vom RC Lens haben sich die Schwaben durchaus beschäftigt. Der Österreicher wird aber wohl in Frankreich bleiben. Unter anderem da sein Teamkollege Abdukodir Khusanov vor einem Wechsel zu Manchester City stehen soll.
So wird es vermutlich darauf hinauslaufen, dass Chabot und Rouault auch weiterhin das Abwehrzentrum bilden werden. Das Duo verteidigte in Augsburg ordentlich. Gemessen an den überschaubaren Qualitäten der Fuggerstädter im Angriff wurde es dann aber doch das eine oder andere Mal brenzlig. Immerhin: Die Null stand. Und das erst zum dritten Mal in dieser Bundesliga-Spielzeit. Ob die beiden Innenverteidiger allerdings höchsten Ansprüchen genügen können? Das wird sich zeigen. Gelegenheiten dazu gibt es in nächster Zeit schließlich zuhauf.


