„Ich wäre es gerne…“ – Alexander Nübel über die WM, Rom und Dennis Seimen
Stuttgart. Seit zweieinhalb Jahren ist Alexander Nübel die klare Nummer eins des VfB Stuttgart. Ob das auch über die Saison hinaus und im DFB-Dress bei der WM im Sommer der Fall ist, ist offen bis fraglich. Im Vorfeld des Europa League-Spiels bei der AS Rom (Donnerstag/21 Uhr) stand Nübel auf der Pressekonferenz Rede und Antwort. Wir blicken auf seine Aussagen zum anstehenden Spiel, der Situation in der Nationalmannschaft, seiner Zukunft und Dennis Seimen.
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VfB Stuttgart: Alexander Nübel gut in Form – und heiß auf Rom
Alexander Nübel erschien gut gelaunt bei der Pressekonferenz im Stadio Olimpico einen Tag vor dem Europa League-Spiel des VfB Stuttgart bei der AS Rom. Dazu hat er aktuell auch allen Grund. Schließlich sind die Schwaben, auch aufgrund der aktuell starken Form ihres Schlussmannes, mit sieben Punkten aus drei Spielen aus der Winterpause gekommen. In jeder der drei Partien zeigte Nübel mindestens eine herausragende Parade, strahlte Präsenz und Sicherheit aus. „Wir sind sehr gut ins Jahr gestartet“, bestätigt Nübel und konnte auch seine Vorfreude auf das Spiel gegen den dreimaligen italienischen Meister nicht verbergen. „Ich habe noch nie in Rom gespielt und bin gespannt, wie die Stimmung hier sein wird. Ich freue mich auf den Abend.“
Der VfB wird im traditionsreichen Stadion der Ewigen Stadt, wo sich Deutschland 1990 den dritten Weltmeistertitel sichern konnte, wieder eine WM-würdige Leistung von Nübel brauchen, um wichtige Punkte im Kampf um das direkte Ticket zum Europa-League-Achtelfinale mit nach Stuttgart zu nehmen. „Das ist ein wichtiges Spiel gegen einen großen Verein mit großen Spielern. Sie spielen eins gegen eins über den gesamten Platz, deshalb müssen wir das Spiel möglichst in die gegnerische Hälfte verlagern, was aber sehr schwer ist. Dementsprechend schwer wird es auch für uns, hier zu punkten.“
Alexander Nübel: von „plumpen“ Torwart-Bewertungen
Nicht nur aufgrund des drohenden Ausfalls von Angelo Stiller wird es für die Stuttgarter umso wichtiger, dass Nübel seine aufsteigende Form in Rom bestätigt. Zwar blieb der 29-Jährige in keinem der drei Spiele 2026 bisher ohne Gegentor, zeigte sich aber auf der Linie stark, im Aufbauspiel deutlich stabilisiert und beim Rauslaufen handlungsschnell. Anpassungen sind aber nicht der Grund für diese Entwicklung. „Ich persönlich habe nichts verändert, bin einfach gut ins Jahr gestartet. Als Torwart ist das ein bisschen plumper. Da kommt es darauf an, wie viele Fehler du machst oder nicht. Aber klar: Die WM im Sommer motiviert auch sehr, nicht nur mich“, weiß Nübel.
Steht Alexander Nübel bei der WM im DFB-Tor?
Bundestrainer Julian Nagelsmann, der beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auf der Tribüne der MHP-Arena saß, dürfte diese Entwicklung interessiert verfolgen. Nachdem Marc-André ter Stegen verletzt ausfiel, war Nübel seit Anfang des vergangenen Jahres im DFB-Team die Nummer zwei hinter Hoffenheims Oliver Baumann. Jetzt ist ter Stegen zurück und durch seine Leihe vom FC Barcelona zum FC Girona bemüht, auf die für die WM dringend benötigte Spielzeit zu kommen. „Ich hoffe, er bleibt gesund und ist bis zum Sommer dann fit“, sagt Nübel und schiebt mit Blick auf seine eigene Rolle nach: „Wenn ich die Möglichkeit bekomme, Spiele zu machen, nehme ich das sehr gerne an. Ich gebe immer Vollgas und ich glaube, der Bundestrainer weiß, was er an mir hat.“ Am Ende sei es immer eine Vorliebe vom Trainer, welchen Torwart er spielen ließe. „Ich wäre es natürlich gerne, aber entscheiden tue ich es nicht.“
VfB, Bayern, Paderborn – wo spielt Alexander Nübel nächste Saison?
Auch Nübels Zukunft im Vereinsfußball ist noch nicht entschieden. Vom VfB bis Saisonende ausgeliehen, hat Nübel beim FC Bayern München einen Vertrag bis 2030. Beim Rekordmeister stellt sich die alljährliche Frage, was mit Manuel Neuer passiert, inzwischen dadurch ergänzt, ob Jonas Urbig bereits das Neuer-Erbe stemmen kann. Die Stuttgarter, die aktuell nur ein Drittel von Nübels Gehalt übernehmen, dürften sich einen Kauf inklusive Vollbezahlung nicht leisten können. Außerdem steht mit Dennis Seimen der potenzielle Nachfolger bereit. Das Stuttgarter Toptalent zwischen den Pfosten ist in dieser Saison an Nübels Heimatverein SC Paderborn ausgeliehen. „Ich verfolge fast alle Spiele des SCP und dadurch auch ihn. Er hat dort ein gutes Umfeld. Es freut mich für ihn, dass er eine sehr gute Hinrunde gespielt hat und hoffe, dass er das fortsetzt. Ich habe in dem Alter noch nicht so hoch gespielt, das ist schon sehr stark. 2. Bundesliga und U21-Nationalmannschaft – viel mehr geht in dem Alter nicht“, lobt Nübel den 20-jährigen Seimen.
Womöglich kommt es im Sommer zu einem Tausch, schließlich antwortet Nübel auf die Frage, für welchen Verein er gerne noch spielen würde, mit einem Augenzwinkern: „SC Paderborn, meine Heimat, meine Familie“, um dann ernsthaft mit ostwestfälischer Gelassenheit zu ergänzen: „Ich mache mir wenig Gedanken, was im Sommer passiert. Das hängt auch nicht nur von mir ab. Ich habe noch Vertrag in München und bin hier sehr happy. Nach der Saison mache ich mir Gedanken und freue mich auf alles, was kommt.“ Zunächst gilt es für Nübel aber, in Rom dem VfB mit einer starken Leistung zu wichtigen Punkten in der Europa League zu verhelfen – um auch nach dem Spiel am Donnerstagabend noch gut gelaunt zu sein.


