VfB Stuttgart

Kommentar zur VfB-Zukunft von Sven Mislintat: Die Zeichen stehen auf Abschied

Fußball Bundesliga FC Bayern München vs. VfB Stuttgart
Sind die Zeiten von Sven Mislintat beim VfB Stuttgart bald vorbei? © Pressefoto Baumann

Nachdem Sven Mislintat jüngst sein Können auf dem Transfermarkt beweisen durfte, präsentierte CEO Alexander Wehrle am Montagmittag (12.09.) seine "Königstransfers": Sami Khedira, Philipp Lahm und Christian Gentner sollen dem VfB Stuttgart in sportlichen Fragen beratend zur Seite stehen. Damit greift Wehrle stark in den Kompetenzbereich des Sportdirektors ein. Die nun anstehenden Vertragsgespräche mit Sven Mislintat könnten böse enden, kommentiert unser VfB-Reporter Simeon Kramer.

Mislintat, Wehrle und die heile VfB-Welt? Da stinkt was gewaltig!

Mit den "Neuzugängen" Sami Khedira, Philipp Lahm und Christian Gentner bekommt der VfB viel Sportkompetenz dazu. Alexander Wehrle will sein Team breiter aufstellen - ein völlig nachvollziehbarer Schritt. Mit den Ex-Profis gewinnt der VfB an Ansehen, hat mit Khedira und Lahm zwei ehemalige Weltmeister und Champions-League-Sieger an Bord. Die beiden sollen den Vorstandsvorsitzenden beraten, frischen Wind hereinbringen und den Blick von außen ermöglichen. Gentner soll als Leiter der Lizenzspieler-Abteilung das operative Tagesgeschäft bereichern. Klingt erstmal super - was kann da schon schief gehen?

Einiges. Wer zwischen den Zeilen hört und liest, wer die Strukturen des VfB und die handelnden Personen kennt, der kommt zu dem Schluss: Da stinkt was - aber gewaltig. Sportdirektor Sven Mislintat hatte bisher die alleinige Hoheit über den sportlichen Bereich. Nun präsentiert Wehrle gleich drei Personen, die Mislintat in seinem Kompetenzbereich zur Seite gestellt werden. Ob der Kaderplaner nun frühzeitig von den "Neuzugängen" wusste, oder nicht, ist müßig zu diskutieren. Fest steht nur: Wertschätzung für Mislintat sieht in jedem Fall anders aus.

Die Zeichen stehen auf Abschied: VfB ohne Mislintat möglich

Auch das Ausweichen von Alexander Wehrle auf die Frage, ob Sven Mislintat in den Prozess eingebunden war, zeigt: da stimmt was nicht. Dass der Kaderplaner die Pressekonferenz mit den drei Neulingen im Hintergrund live verfolgt hat, wirkt seltsam. Wieso sitzt der Kaderplaner nicht mit auf dem Podium? Und warum wurde der Vertrag mit Mislintat, der im Sommer 2023 ausläuft, nicht schon längst verlängert?

Dass Mislintat im Club nicht nur Freunde hat, steht schon länger fest. Mitunter stößt einigen VfB-Granden die Art und Weise des sehr selbstbewussten Sportdirektors bitter auf. Spätestens nach dieser Pressekonferenz dürfte auch dem letzten Anhänger klar sein: Ein VfB ohne Sven Mislintat ist längst nicht mehr ausgeschlossen.

Die anstehenden Vertragsgespräche werden zäh und hart, es gibt "ein paar Dinge zu besprechen", wie Alexander Wehrle betont. Die Gespräche werden ergebnisoffen geführt. Das alles klingt nicht nach Vertragsverlängerung. Das klingt nach Abschied. So entsteht zumindest der Eindruck, dass sich die Schwaben mit Khedira, Lahm und Gentner bereits auf die Zeit nach Sven Mislintat vorbereiten.