VfB Stuttgart

Komplizierte Personalsituation vor Saisonstart: Warum sich VfB-Trainer Matarazzo nicht aus der Ruhe bringen lässt

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Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo steht vor einem Spiel im Stadion. Foto: Tom Weller/dpa © Tom Weller

Pellegrino Matarazzo ließ sich auch von seiner langen Liste nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig und ohne zu Jammern las der Trainer des VfB Stuttgart Informationen zu all seinen Spielern vor, die ihm aktuell wegen positiver Corona-Tests oder aus Verletzungsgründen fehlen.

„Ich habe eine etwas längere Liste“, sagte der 43-Jährige am Donnerstag (05.08.) mit einen Schmunzeln. Gleich zwölf Profis stehen dem Coach zum Pflichtspielstart am Samstag (15.30 Uhr) in der ersten DFB-Pokalrunde beim Berliner Regionalligisten BFC Dynamo nicht zur Verfügung. Matarazzo nimmt es mit Gelassenheit. „Es ist so, wie es ist. Ich kann es nicht verändern. Wir müssen uns strecken.“

Drei Corona-Fälle im VfB-Kader

Der Auftakt beim Viertliga-Club wird für den schwäbischen Fußball-Bundesligisten gleich zur Herausforderung. Jeder erwartet einen Sieg vom VfB - unabhängig von der komplizierten Personalsituation. Torjäger Sasa Kalajdzic sowie die Mittelfeldspieler Nikolas Nartey und Tanguy Coulibaly müssen sich aufgrund positiver Corona-Tests noch eine Weile isolieren.

Schlüsselspieler wie Orel Mangala oder Silas Katompa Mvumpa fallen verletzt aus, zudem fehlt Kapitän Wataru Endo aufgrund seines Olympia-Einsatzes mit Japan. Geht der Pokalstart schief, könnte das eine Woche vor Bundesliga-Beginn die Stimmung erheblich trüben.

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„Ein sehr spannender Wettbewerb“

Matarazzo weiß das. „Ich glaube, die Euphorie, die eine Mannschaft aus der Regionalliga gegen einen Bundesligisten mitbringt, ist extrem hoch“, sagte der Trainer. Fast jedes Jahr gibt es in der ersten Pokalrunde große Überraschungen. Es ist beispielsweise gerade mal drei Jahre her, dass der Viertligist SSV Ulm 1846 den damaligen Pokalsieger Eintracht Frankfurt gleich zu Beginn aus dem Wettbewerb geworfen hatte.

„Der DFB-Pokal ist schon ein sehr spannender Wettbewerb. Es geht sehr schnell und ist tagesformabhängig“, sagte Matarazzo. „Jeder Außenseiter hat die bestmögliche Chance, im DFB-Pokal einen Titel zu gewinnen.“

Wer stürmt? Wer hütet das Tor?

Schon in der vergangenen Saison träumten die Schwaben still und heimlich vom Finale in Berlin, damals war allerdings im Achtelfinale gegen Borussia Mönchengladbach Schluss. Diesmal soll es weiter gehen. Doch dafür muss Matarazzo zunächst einen passenden Ersatz für Angreifer Kalajdzic finden. Viel spricht derzeit für Hamadi Al Ghaddioui, der zwar nur ganz wenig Bundesliga-Erfahrung mitbringt, aber bislang eine starke Vorbereitung spielt.

Wer am Samstag im Tor steht, hat der Italo-Amerikaner auch noch nicht entschieden. Da Stammkeeper Florian Müller nach seinem Olympia-Einsatz erst kürzlich ins Training eingestiegen ist, könnte Fabian Bredlow spielen. „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, wer am Wochenende spielen wird“, sagte Matarazzo. „Es wäre nicht schlecht, wenn Flo sich einspielen könnte. Auf der anderen Seite möchten wir Fabi gerne belohnen.“ Es ist eines der ganz wenigen Luxusprobleme, die den Trainer mit Blick auf seine angespannte Personallage derzeit plagen.