VfB Stuttgart

Matarazzo und der verschärfte Ton: Beim VfB Stuttgart herrscht ein neuer Zug

Pellegrino Matarazzo
VfB-Cheftrainer Pellegrino Matarazzo zieht die Zügel an. © Danny Galm

Es ist nicht zu übersehen - und vor allem nicht zu überhören: Beim VfB Stuttgart wurde der Ton deutlich verschärft. Trainer Pellegrino Matarazzo will die Spannung vom ersten Tag der Vorbereitung an hochhalten. Auch das ist eine Lehre aus der vergangenen Spielzeit. 

Intensität und Konzentration hochhalten

„Die letzte Saison hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, frühzeitig die Punkte zu holen“, hatte der Cheftrainer bereits zum Trainingsauftakt erklärt: „Ich will das selbst ausstrahlen und vorleben. Wenn es anfängt, aus dem Ruder zu laufen, will ich das im Keim zu ersticken.“ Und das bekommen die Spieler jetzt im Trainingslager in Weiler-Simmerberg zu spüren - und zu hören: Matarazzos Ansagen sind scharf, die Intensität soll in jeder Trainingseinheit hoch sein. 

So unterbrach der 44-Jährige beispielsweise die Übungsform am Donnerstagvormittag (14.07.), als er mit der Konzentration und Konsequenz seiner Spieler nicht zufrieden war. „Stay focused“, bellte der Italoamerikaner im Mannschaftskreis. Dem Coach war die Übung nicht sauber genug ausgeführt worden. Und zu wenige Bälle hatten den Weg ins Tor gefunden. 

Teambuilding-Workshop mit Extremsportler Jonas Deichmann

„Die Jungs sollen spüren, dass ich wieder zurück bin“, hatte er Anfang der Woche geschmunzelt, als er nach sechs Tagen Corona-Quarantäne wieder auf den Trainingsplatz zurückgekehrt war. Zu spüren bekam das auch Stürmer Sasa Kalajdzic nach seinem Wutausbruch am Montagnachmittag. Lautstark war der Österreicher anschließend vom Cheftrainer wieder in den Kreis seiner Kollegen zurückbeordert worden. Auch das eine deutliche Botschaft an den Spieler und das gesamte Team. 

Beim VfB herrscht definitiv ein neuer Zug. Auch weil Matarazzo seine Spieler nicht nur auf dem Rasen triezt. Videoanalysen und Taktikbesprechungen direkt am Spielfeldrand gehören ebenso zum Programm wie ein Teambuilding-Workshop mit Extremsportler Jonas Deichmann. 

Intensive Tage im Allgäu

Matarazzo will auf diese Weise eine Haltung vorleben, die sich auf seine Schützlinge übertragen soll. Das Gefühl: Es ist vom ersten Tag an ernst. Und dementsprechend intensiv sind auch die Tage im Allgäu. Selbst nach der schweißtreibenden Nachmittagseinheit am Donnerstag bei 32 Grad standen noch Läufe rund um das Teamhotel auf dem Programm. 

Wir brauchen Ihre Zustimmung
Dieser Inhalt wird von Twitter bereit gestellt. Wenn Sie den Inhalt aktivieren, werden ggf. personenbezogene Daten verarbeitet und Cookies gesetzt.
Mehr erfahren

Es wird also nicht nur der Ton verschärft, sondern auch die Intensität und Umfänge der Einheiten. Alles unter der Beobachtung des neuen Performance-Analysten Jan Schimpchen. Immer wieder wird für jeden einzelnen Spieler eine Zielmarke an Gesamtkilometern und an intensiven Läufen definiert. Wird diese nicht erreicht, wird nachgesteuert. Sprich: Steigerungsläufe unter Aufsicht des Analysten.

Das große Ziel hierbei: eine bessere Belastungssteuerung und damit verbunden eine bessere Grundlagenausdauer. Um künftig in der entscheidenden Phase eines Spiels mehr Körner als der Gegner zu haben.