VfB Stuttgart

Nach Sieg gegen Werder Bremen: Schafft es der VfB Stuttgart noch nach Europa?

Fußball VfB Stuttgart vs. SV Werder Bremen
Die Profis des VfB Stuttgart haben aktuell viel Grund zum Jubeln: 39 Punkte und Platz acht lassen die Schwaben an den Europapokal-Plätzen schnuppern. © Pressefoto Baumann

Fragen nach möglichen Europapokal-Ambitionen lösen bei Pellegrino Matarazzo weiter nur einen Mix aus Kopfschütteln und Schmunzeln aus. Auch nach dem 1:0-Heimsieg gegen den SV Werder Bremen ließ sich der Trainer des VfB Stuttgart nicht aus der Reserve locken. «Wir nehmen jedes Wochenende den Kampf an, uns mit einem guten Bundesliga-Gegner zu messen», sagte Matarazzo. Von einem Kampf um die internationalen Plätze wollte er hingegen nichts wissen. Dabei liegen die für den achtplatzierten Aufsteiger sieben Spieltage vor Schluss gerade mal vier Punkte entfernt.

Der Nichtabstieg ist perfekt - geht es nun nach Europa?

Warum sich die Schwaben dennoch so um eine Ansage an die Teams im oberen Tabellendrittel winden? Zum einen, weil sie «bisher gut damit gefahren sind, auf unsere Leistung zu schauen und es Spieltag für Spieltag anzugehen», wie Matarazzo betonte. Zum anderen, weil sie vermutlich nicht den Eindruck erwecken wollen, in der Endphase der Saison noch etwas verlieren zu können.

Die Erwartungen wurden schon übertroffen, die nötigen Punkte für den angestrebten Klassenerhalt bereits nahezu komplett eingefahren. Alles, was jetzt noch kommt, ist Bonus. In der Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit hat sich der VfB in der Vergangenheit schon oft verloren. Damit soll Schluss sein.

Auch gegen Werder hätten die Stuttgarter daher wohl gut mit einem Punkt leben können. Da Bremens Verteidiger Ludwig Augustinsson neun Minuten vor Spielende ein Eigentor unterlief, wurden es aber noch drei Zähler. «Man spürt, dass die Mannschaft bis zum Schluss an sich glaubt. Das ist eine positive Entwicklung», lobte Matarazzo sein junges Team und wertete den späten Sieg auch als «Zeichen der Reife».

Hartes Schlussprogramm für den VfB

Das Fehlen der offensiven Leistungsträger Silas Wamangituka (Kreuzbandriss) und Nicolas Gonzalez (Muskelfaserriss) hatte sich bei den Schwaben zwar durchaus bemerkbar gemacht. Über weite Strecken erzeugten sie - genau wie die Bremer, die ohne den gesperrten Stürmer Joshua Sargent auskommen mussten - nur durch Distanzschüsse Torgefahr. Und doch zeigt das Ergebnis, dass die Ausfälle solcher Säulen das VfB-Gesamtkonstrukt nicht gleich zum Einsturz bringen.

Gegen Borussia Dortmund am kommenden Samstag (ab 18.30 Uhr im ZVW-Liveticker) dürfte zumindest Mittelfeldmann Orel Mangala nach seiner Oberschenkelblessur wieder dabei sein. Gehörte der BVB vor dem denkwürdigen Hinspiel, das die Stuttgarter mit 5:1 gewannen, noch zu den Anwärtern auf den Titel, ist er nun quasi ein direkter Konkurrent der Schwaben im Rennen um die Europapokalränge. «Wir müssen nicht der Meinung sein, dass das so ein Spiel wird wie auswärts, wo uns alles gelungen ist und wir eine sehr angeschlagene Borussia vorgefunden haben», warnte Sportdirektor Sven Mislintat allerdings, «auch, wenn sie das nun wieder ist.»

Zudem warten mit Union Berlin, dem VfL Wolfsburg und RB Leipzig danach gleich drei weitere schwierige Gegner auf den VfB. Wohl auch deshalb forderte Stürmerstar Sasa Kalajdzic, der gegen Werder lange unauffällig, am Siegtor dann aber wieder beteiligt war, dass man «auf dem Boden bleiben» und die Situation einfach mal genießen solle.