VfB Stuttgart

Nach starkem Auftritt gegen Fürth: Gelingt VfB-Profi Philipp Klement endlich der Durchbruch?

Fußball VfB Stuttgart vs. SpVgg Greuther Fürth
Bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 2:0 beim Bundesliga-Auftakt gegen Greuther Fürth: VfB-Profi Philipp Klement. © Pressefoto Baumann

Beim 5:1-Heimsieg gegen Greuther Fürth legte der VfB Stuttgart am vergangenen Samstag (14.08.) einen Traum-Auftakt in die neue Bundesliga-Saison hin. Neben den gewohnt stark aufspielenden Wataru Endo oder Borna Sosa konnte gegen den Aufsteiger aus Franken vor allem ein Profi überzeugen: Philipp Klement. Nach nur acht Minuten kam der 28-Jährige für den verletzten Atakan Karazor aufs Feld – und riss das Spiel sofort an sich. War das sein „Breakout-Game“?

Schwerer Start in Bad Cannstatt: Vom Hoffnungsträger zum Bankdrücker

Im Sommer 2019 schloss sich der begnadete Linksfuß dem VfB Stuttgart an. Der damals 26-Jährige hatte sich in der abgelaufenen Zweitliga-Saison beim SC Paderborn mit 16 Toren und sieben Torvorlagen einen Namen gemacht. Trotz des Aufstiegs von Paderborn in die Bundesliga wechselte Klement an den Neckar zum Absteiger aus Stuttgart – und blieb damit in der zweiten Liga. Es sollte der eine kleine Schritt zurück sein, der den Mittelfeldspieler anschließend drei Schritte nach vorne bringt. Doch daraus wurde nichts.

In Stuttgart angekommen fand Klement nie zu seiner Form aus Paderborner Zeiten. Statt eine Führungsrolle im stark verjüngten Kader der Schwaben einzunehmen, lief der Techniker seinen eigenen Ansprüchen meist hinterher.

In seinem ersten VfB-Jahr kam der Linksfuß nicht über die Rolle des Einwechselspielers hinaus, 19 Kurzeinsätze und vier Torbeteiligungen standen zu Buche. Auch in seiner ersten Bundesliga-Saison ein Jahr später blieb der erhoffte Leistungssprung aus. Immerhin erzielte der 28-Jährige am 27. Februar 2021 sein erstes und einziges Tor im Trikot mit dem roten Brustring – bis zum vergangenen Wochenende und seinem großen Auftritt gegen Fürth.

Starke Statistiken und zweites Bundesligator: Klement macht bestes VfB-Spiel

Vor Anpfiff der Partie sah es zunächst so aus, als käme Klement erneut nicht über seine Reservistenrolle hinaus. Atakan Karazor und Kapitän Wataru Endo starteten in der Schaltzentrale des VfB, wieder blieb nur ein Platz auf der Bank. Doch bereits nach acht Minuten wendete sich das Blatt, als Karazor verletzt vom Platz musste. Der 28-Jährige erhielt seine lang erhoffte Chance und trumpfte groß auf – und das vor den Augen der rund 18.000 euphorisierten VfB-Fans.

„Philipp hat ein super Spiel gemacht und nur fünf Minuten gebraucht, um reinzukommen“, ordnete Trainer Pellegrino Matarazzo die Leistung seines Spielers nach der Partie ein. In den knapp 85 Minuten davor brachte Klement 94 Prozent seiner Bälle an den Mitspieler und gewann 67 Prozent seiner Zweikämpfe – starke Statistiken. Zudem kam zu seinem zweiten Bundesliga-Treffer: In der 36. Spielminute erreichte ihn ein schöner Steilpass von Mateo Klimowicz, mit einem satten Abschluss ins lange Eck stellte der Linksfuß auf 2:0.

„Er hat sein Tor gemacht und super Bälle gespielt“, so der VfB-Coach weiter. Mit jeder gelungenen Aktion, mit jedem schönen Seitenwechsel und jeder schönen Finte stieg das Selbstbewusstsein des Mittelfeldspielers. So hatte der neutrale Zuschauer über die gesamte Partie das Gefühl, Klement habe mit seinem kongenialen Partner Endo alles im Griff. „Ich bin sehr zufrieden mit seiner Leistung“, sagte Matarazzo zum Abschluss. Und so lässt sich im Rückblick auf das Fürth-Spiel zweifelsohne sagen: Klement hat sein wohl bestes Spiel im VfB-Trikot gezeigt.

Bei Klement ist alles möglich: Wechsel oder Stammplatz

War das nun sein „Breakout-Game“, also sein Durchbruch bei den Stuttgartern – oder nicht? Fakt ist: Die Form des 28-Jährigen zeigt zuletzt steil nach oben. Schon beim 6:0-Sieg im DFB-Pokal bei Viertligist BFC Dynamo zeigte der Linksfuß als Starter eine ansprechende Leistung, Trainer Pellegrino Matarazzo bescheinigte ihm zudem eine „gute Vorbereitung“. Vieles spricht also dafür, dass Klement beim VfB nun endlich sein Leistungshoch gefunden hat.

Fraglich ist nur, ob und wie lange die Schwaben noch mit dem Edeltechniker planen, der noch einen Vertrag bis Sommer 2023 besitzt. In Enzo Millot, Naouirou Ahamada und Jordan Meyer drängen drei Jungspunde auf die Positionen im zentralen Mittelfeld. Zudem dachte Sportdirektor Sven Mislintat zuletzt öffentlich über eine Vertragsverlängerung von Routinier Daniel Didavi nach, der auch als Konkurrent von Klement gesehen werden kann. Bei einem entsprechenden Angebot könnten die Stuttgarter ihren Linksfuß also doch noch ziehen lassen, der Transfermarkt ist bis zum 31. August geöffnet. Oder Klement schafft seinen Durchbruch und trumpft gegen Leipzig erneut groß auf – es scheint jedenfalls alles möglich.