VfB Stuttgart

Nach starkem CL-Debüt in Istanbul: Warum Yanik Spalt jetzt beim VfB gefragt ist

Dürfte das Trainingsleibchen bald öfters gegen das Trikot tauschen: VfB-Youngster Yanik Spalt.
Dürfte das Trainingsleibchen bald öfters gegen das Trikot tauschen: VfB-Youngster Yanik Spalt. © Sofiia Shahaievska (Archiv)

Istanbul. Es gibt angenehmere Orte für ein erstes Champions-League-Spiel. Und es gibt angenehmere Momente für einen jungen Fußballer, um in eine Partie geworfen zu werden. Yanik Spalt bekam am Dienstagabend in Istanbul gleich die volle Dröhnung: ein Hexenkessel, ein 0:2-Rückstand, ein VfB Stuttgart, der gerade dabei war, den Zugriff auf das Spiel zu verlieren. Dass der 19 Jahre alte Österreicher in dieser Situation nicht nur unauffällig mitlief, sondern eine bemerkenswert abgeklärte Leistung zeigte, macht seinen Auftritt bei Galatasaray zu einer der positiven Geschichten dieses ergebnistechnisch mauen Königsklassen-Abends.

Dabei war Spalts Einsatz zunächst gar nicht vorgesehen. Der Mittelfeldspieler kam erst nach 18 Minuten ins Spiel, weil Atakan Karazor mit einem schmerzhaften Pferdekuss vom Platz musste. Spielmacher Angelo Stiller hatte wegen seiner Adduktorenprobleme ohnehin gefehlt. Aus dem doppelten Verletzungspech wurde für Spalt eine unverhoffte Gelegenheit – und für den VfB womöglich eine wichtige Entdeckung.

„In so einem Spiel dann so da zu sein, ist außergewöhnlich“

Denn der junge Österreicher warf sich sofort in die Zweikämpfe, forderte Bälle und strahlte eine Ruhe aus, die in diesem Moment keineswegs selbstverständlich war. Sein Einsatz in Istanbul war dabei erst der vierte für die Profimannschaft. Nach einem achtminütigen Kurzdebüt in der Europa League in Rom im Januar hatte er in dieser Saison gerade einmal 56 Bundesliga-Minuten gesammelt. In Istanbul kamen 72 weitere hinzu – mehr als in allen bisherigen Einsätzen zusammen.

Sportvorstand Fabian Wohlgemuth wusste deshalb genau, was dieser Auftritt bedeutete. „Es gibt leisere Orte für ein Champions-League-Debüt“, sagte er. Besonders eine Szene war ihm in Erinnerung geblieben: „Er hat direkt nach seiner Einwechslung einen Zweikampf gehabt, hat ihn entschlossen angenommen und gewonnen. Das sind Momente, die man nachts durchgeht. In so einem Spiel dann so da zu sein, ist außergewöhnlich. Das war ein ganz besonderer Moment für ihn.“

Hoeneß: „Er hat sich heute definitiv für weitere Einsätze beworben“

Auch Trainer Sebastian Hoeneß war angetan. „Seine Leistung war außergewöhnlich gut. Er hat abgezockt gespielt“, lobte der Trainer. Das Lob kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Spalt mehr sein könnte als nur eine erfreuliche Randnotiz. Angelo Stiller und Atakan Karazor fallen verletzt aus beziehungsweise stehen zumindest nicht uneingeschränkt zur Verfügung. Im Mittelfeld werden die personellen Möglichkeiten damit knapper. Für Hoeneß könnte es deshalb schon am Samstag im Bundesliga-Heimspiel gegen Werder Bremen wieder auf den jungen Spalt ankommen.

Der 19-Jährige hat sich jedenfalls auf einer Bühne empfohlen, auf der andere schon an der Atmosphäre scheitern. Aus dem eiskalten Wasser von Istanbul ist er erstaunlich schnell wieder aufgetaucht. Nun könnte aus dem unverhofften Champions-League-Auftritt der nächste Schritt werden. „ Er hat sich heute definitiv für weitere Einsätze beworben“, sagte Sebastian Hoeneß.

Mehr entdecken

VG WORT Zahlpixel