VfB Stuttgart

Neuer Vorstandschef beim VfB Stuttgart? Wie Christian Keller seine Zukunft plant

Christian Keller
Der scheidende Geschäftsführer Christian Keller vom SSV Jahn Regensburg telefoniert. Foto: picture alliance / Armin Weigel/dpa © Armin Weigel

Spätestens im Oktober 2022 wird Thomas Hitzlsperger den VfB Stuttgart verlassen und das Büro des Vorstandsvorsitzenden im roten Clubhaus räumen. Zieht dann Christian Keller in die Räumlichkeiten an der Mercedesstraße 109? Der 42-Jährige gilt als potentieller Kandidat für die Hitz-Nachfolge und hat klare Vorstellungen von seiner neuen Stelle. 

„Ich überlege und entscheide das noch im November“

Zuletzt war Keller acht Jahre als Geschäftsführer beim Zweitligisten SSV Jahn Regensburg tätig. Mitte Oktober gab er schließlich bekannt, seine Arbeit in Regensburg Ende des Monats zu beenden. Ein lange geplanter und selbst gewählter Abschied. Das Ende der Zusammenarbeit begründete er damit, dass die rasante Aufwärtsentwicklung des Jahn in den kommenden Jahren fortgesetzt werden soll. Dafür brauche es jedoch auch eine Neustrukturierung der Geschäftsführung. Für diese Lösung wolle er den Weg nun frei machen.

Keller selbst will sich zunächst eine mehrmonatige Auszeit nehmen. Die Weichen für seine weitere berufliche Zukunft sollen allerdings noch in diesem Monat gestellt werden. „Ich überlege und entscheide das noch im November“, sagte Keller in einem am Montag (08.11.) veröffentlichten Interview mit dem kicker

Zeitlich würde es perfekt passen

Beim Radfahren sei ihm klar geworden, „dass ich im Fußball bleiben möchte“, so Keller weiter: „Den Bereich lasse ich offen, auch wenn sich die Waage eher zum Sportlichen neigt. Ich kann aber nicht sagen, ob mich das langfristig komplett ausfüllen würde.“ Wäre also die Stelle als CEO bei einem Bundesligaverein nicht genau das Richtige für den Funktionär? 

Alleine mit Blick auf die zeitliche Schiene würde die Stelle in Stuttgart perfekt in die weitere Lebensplanung des gebürtigen Baden-Württembergers passen. Thomas Hitzlsperger will seinen aktuellen Vertrag erfüllen. Der läuft im Oktober 2022 aus. Christian Keller hat derweil angekündigt, dass er nach seiner Zeit in der Oberpfalz erst einmal Pause braucht. Frühestens ab April 2022 will Keller eine neue Tätigkeit beginnen. 

Gegenüber dem kicker erläuterte er seine weiteren Planungen: „Im November ist es mir ein Bedürfnis, wichtige Partner und Wegbegleiter zu besuchen, mich zu bedanken und sie zu animieren, dem Jahn loyal zu bleiben. Im Dezember fahre ich mit meinem Bruder zehn Tage nach Madeira, dann möchte ich den 70. Geburtstag meiner Eltern mit vorbereiten. Im Januar und Februar reise ich vermutlich länger ins Ausland.“

Wie sich Keller seine neue Stelle vorstellt

Doch nicht nur mit Blick auf die kommenden Monate hat Christian Keller bereits klare Pläne. Auch was die Rahmenbedingungen bei seinem künftigen Arbeitgeber angeht, gibt es konkrete Vorstellungen: „Mich treiben zwei Faktoren an: Ich muss einen Beitrag leisten können, um etwas zu entwickeln und zu verbessern. Und mit den Menschen um mich herum muss man seriös gestalten können. Ausschlusskriterium ist, wenn sich ein Verein nicht zu 50+1 bekennt.“ 

„Das klassische Alphatier kann heute nicht mehr erfolgreich sein“

Beim VfB Stuttgart hätte er mit dem Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Claus Vogt einen glühenden Verfechter der Regelung an seiner Seite. Und mit den Schlagworten „entwickeln“ und „verbessern“ würde er bei Sportdirektor Sven Mislintat und Trainer Pellegrino Matarazzo offene Türen einrennen. Was seinen Führungsstil angeht würde er sich zudem kaum von Thomas Hitzlsperger unterscheiden: „Mein Verständnis von Führung lautet, dass am Ende einer entscheiden, der Weg dorthin aber gemeinsam gegangen werden muss. Das klassische Alphatier kann heute nicht mehr erfolgreich sein.“

Keller und der VfB: Vom Stellenprofil und den VfB-Planungen könnte das passen. Bislang ist jedoch noch nichts über eine erste Kontaktaufnahme nach außen gedrungen. Und die Schwaben sind nicht die einzige Option für den promovierten Sportökonomen. 

Keller hat die Qual der Wahl

Kellers (erfolgreiches) Wirken in Regensburg ist in der Branche schließlich nicht nur den Stuttgarter Funktionären aufgefallen. Auch andere Bundesligisten sollen bereits Interesse bekundet haben. Beim 1. FC Köln suchen sie einen neuen Sportchef für den in Mai gefeuerten Horst Heldt, bei Hertha BSC Berlin wird nach dem Abschied von CEO Carsten Schmidt nach einem neuen Geschäftsführer gefahndet. Keller hat also die Qual der Wahl.

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