VfB Stuttgart

Präsidentschaftskandidat Pierre-Enric Steiger präsentiert sein Zukunftspapier für den VfB

Pierre-Enric Steiger
Pierre-Enric Steiger wird Konkurrent von Amtsinhaber Claus Vogt bei der Präsidentenwahl des VfB Stuttgart. © Hans-Martin Fischer

Am 18. Juli will Pierre-Enric Steiger der neue Präsident des VfB Stuttgart werden. Auf der Mitgliederversammlung des Traditionsvereins fordert er Amtsinhaber Claus Vogt. Um die Mitglieder von sich zu überzeugen, hat der Präsident der Björn-Steiger-Stiftung aus Winnenden am Freitag (11.06.) ein zehnseitiges Zukunftspapier für den Verein präsentiert. Die Kernpunkte im Überblick.

Mitglieder sollen mehr Mitspracherecht bekommen

„Mein Ziel ist es, die Mitbestimmungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten der Vereinsmitglieder in der Hauptversammlung der VfB-AG zu stärken“, schreibt Steiger. Über eine Satzungsänderung soll eine Vertreterversammlung etabliert werden. Die Anzahl der Vertreter in der Versammlung soll sich an der Anzahl der Vereinsmitglieder orientieren. Pro 1000 Mitglieder soll der e.V. einen Vertreter*in die Versammlung stellen. Nach heutigem Mitgliederstand würde das Gremium also aus 72 Mitgliedern bestehen.

Umbau des Aufsichtsrates

Der Verein soll nach Ansicht von Steiger mit seinen Mitgliedern, Mitarbeitern der AG und dem Fan-Ausschuss immer die Sitzmehrheit im Aufsichtsrat besetzen können: „Die Sitzverteilung in der VfB-AG soll künftig im Sinne der Besitzverhältnisse und Interessenlagen klarer und für jeden Nachvollziehbar definiert und bestimmt werden.“ Auch der Fan-Ausschuss des OFC und die Belegschaft der AG sollen künftig einen Vertreter für den Aufsichtsrat vorschlagen können.  

Neues Konzept für den Neckarpark

Der Erweiterung der Sport- und Nutzungsmöglichkeiten der VfB-Sportstätten am Neckarpark in Bad Cannstatt soll verbessert werden. „Als Präsident werde ich mich persönlich dafür einsetzen, dass sich der VfB als Verein im Neckarpark gemeinsam mit der Stadt Stuttgart und den in unmittelbarer Nachbarschaft zum VfB liegenden anderen Sportvereinen für ein neues, modernes Sportpark Konzept in der Mercedesstraße einsetzt, dass unter der Federführung des VfB umgesetzt und finanziert werden sollte.“

Die Satzung soll überarbeitet werden

Hier fällt Steiger ein klares Urteil: Die Satzung des Vereins sei nicht mehr zeitgemäß und entspreche nicht den aktuellen Erfordernissen. „Sie muss in ihrer Gesamtheit überarbeitet werden.“ Wesentliche Punkte sind für Steiger dabei das Wahlverfahren, die Aufstellung und Zusammensetzung der Gremien sowie das bisherige Fehlen einer Verankerung aller Abteilungen des Vereins in der Satzung.

Weiterentwicklung der e.V.-Sparten

Unter Steigers Führung soll die sportliche Weiterentwicklung des Vereinssports vorangetrieben werden. „In den nächsten 10 Jahren soll der VfB in seiner Gesamtheit nicht nur in Baden-Württemberg die erste Adresse und Synonym für eine qualitativ hochwertige Ausbildung im Breitensport werden, sondern weit darüber hinaus“, so Steiger.

  • Frauenfußball: Die neugegründete Abteilung bedarf nach Steigers Ansicht ein solides finanzielles Fundament. Ein „kontinuierlicher und professioneller Aufbau“ werde in den kommenden Jahren mehre Millionen Euro an Investitionen erfordern. Ein detaillierter und tragfähiger sowie transparenter Finanzplan müsse dafür erstellt werden.
  • Hockey, Leichtathletik, Faustball, Schiedsrichter, Tischtennis und Garde: Infrastrukturelle Maßnahmen, Professionalisierung, neue Sponsoringmodelle sowie eine verbesserte finanzielle und materielle Ausstattung sollen die weniger bekannten Sparten des Vereins voran bringen. Weiter soll der Verein die Arbeit der Garde dahingehend unterstützen, dass unter ihrer Führung ein Vereinsmuseum in die Planungen aufgenommen wird.

Neues Finanzierungskonzept für den e.V.

Laut Steiger finanziert sich der Verein aktuell fast ausschließlich über die Einnahmen aus den Beiträgen der rund 72.000 Mitglieder. „Das ist für die Aufgabenerfüllung und Zielsetzungen des Vereins auf Dauer nicht ausreichend“, findet Steiger. Der VfB müsse daher „generell ein neues Finanzierungskonzept erarbeiten und umsetzen. Hierzu bedarf es eines effizienten Sponsorenkonzepts für jede einzelne Abteilung“. Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge soll „nur das letzte Mittel der Wahl sein“, um Finanzmittel für den Verein zu erschließen.