VfB Stuttgart

Startschuss für Frauenfußball beim VfB Stuttgart: Wo künftig trainiert und gespielt wird

194137078_932475634209251_284633251699207728_n
Die Zusammenarbeit mit dem VfB Obertürkheim startet offiziell am 01. Juli. © VfB Obertürkheim

Der VfB Stuttgart hat erstmals in seiner Vereinsgeschichte eine Abteilung für Mädchen- und Frauenfußball gegründet. Die ersten Teams sollen zur Saison 2022/23 in den Spielbetrieb einsteigen, wie die Schwaben am Mittwoch (02.06.) mitteilten. Geplant ist der Aufbau mehrerer Mannschaften im Aktiven- und Nachwuchsbereich. Kooperationspartner der Weiß-Roten ist der benachbarte VfB Obertürkheim - aber warum fiel die Entscheidung ausgerechnet auf den Club von der Hafenbahnstraße und wo soll künftig trainiert und gespielt werden?

Gespräche auch mit dem SV Hegnach aus dem Remstal

Präsident Claus Vogt hatte kurz vor Weihnachten 2020 erklärt: „Es scheint uns am sinnvollsten, dass wir mit denjenigen, die rund um Stuttgart bereits Erfahrungen im Mädchen- und Frauenfußball haben, Kontakt aufnehmen.“ Eine Projektgruppe mit internen und externen Fachleuten war zuvor ins Leben gerufen worden, auch die Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg stattete dem Club einen Besuch ab. Den Verantwortlichen am Wasen war während des Prozesses schnell klar geworden, dass man das Vorhaben nicht alleine angehen wollte. Also ging der VfB in die Offensive und suchte aktiv nach einem Kooperationspartner.

Dabei gab es auch Gespräche mit dem SV Hegnach aus dem Remstal, wie der 2. Vorsitzende des Vereins, Simeon Neumann, unserer Redaktion im April bestätigt hatte. „Wie zahlreiche andere Vereine aus der Region hat auch der VfB Obertürkheim auf unseren Aufruf reagiert, dass wir einen Partnerverein suchen, der eine fundierte Expertise im Bereich Frauenfußball vorweisen kann“, heißt es nun aus dem roten Clubhaus in Bad Cannstatt.

Kontinuierliche und nachhaltige Entwicklung im Frauen- und Mädchenfußball in der Region

„Die gemeinsamen Gespräche zeigten dann recht schnell, dass wir in vielen Punkten deckungsgleiche Vorstellungen haben und man dieses Vorhaben gut und nachbarschaftlich angehen will.“ Der VfB Obertürkheim habe sich „als kleiner Verein durch eine jahrelange, kontinuierliche und nachhaltige Entwicklung im Frauen- und Mädchenfußball in der Region überzeugt“.

Wir brauchen Ihre Zustimmung
Dieser Inhalt wird von Twitter bereit gestellt. Wenn Sie den Inhalt aktivieren, werden ggf. personenbezogene Daten verarbeitet und Cookies gesetzt.
Mehr erfahren

 

Mit der ersten Damenmannschaft sind die Obertürkheimerinnen mittlerweile in der dritthöchsten Spielklasse in Deutschland angekommen. Neben dem Team in der Regionalliga Süd gibt es noch zwei weitere Frauenmannschaften, die in der Landes- und Bezirksliga an den Start gehen.

„Derzeit ist unsere Region noch ein blinder Fleck auf der Frauenfußballkarte“

An dieser Stelle legt der VfB Wert auf die Feststellung, „dass es uns nicht leichtgefallen ist, den weiteren interessierten Vereinen abzusagen“. Künftig will man mit den Clubs in Kontakt bleiben und möglichst viele für ein neues regionales Netzwerk im Mädchen- und Frauenfußball gewinnen. „Derzeit ist unsere Region noch ein blinder Fleck auf der Frauenfußballkarte im professionellen Bereich des Frauenfußballs. Dies soll sich perspektivisch ändern, das kann der VfB aber alleine nicht bewerkstelligen, sondern nur in einem starken Verbund mit weiteren Vereinen“, so die Sichtweise der Stuttgarter.

Die Zusammenarbeit mit dem VfB Obertürkheim startet offiziell am 01. Juli. „Das ist ein historischer Schritt für unseren VfB und dessen Weiterentwicklung. Seit mehr als 15 Jahren gab es immer wieder Gespräche und Pläne. Jetzt haben wir Nägel mit Köpfen gemacht“, freut sich VfB-Präsident Vogt. Ein gemeinsames Konzept wurde erarbeitet, geplant ist der Aufbau mehrerer Teams im Aktiven- und Nachwuchsbereich. „Bezüglich der formalen Details befinden wir uns derzeit in guten Gesprächen mit den zuständigen Verbänden“, so der VfB. „Die Gespräche stehen kurz vor dem Abschluss, sodass wir davon ausgehen zeitnah über die Details informieren zu können.“

Wo wird gespielt und trainiert?

Bleibt noch die Frage nach den Spiel- und Trainingsmöglichkeiten. Schließlich war der begrenzte Platz im Neckarpark in der Vergangenheit immer wieder ein Argument gegen die Einrichtung einer Frauenfußball-Abteilung am Wasen. Da sich an den beengten Platzverhältnissen rund um das Clubgelände des VfB in Bad Cannstatt nichts geändert hat, verbleibt der Trainings- und Spielbetrieb in Obertürkheim.

Wer trainiert die Mannschaft?

Ziel ist es, die bestehenden Trainer- und Betreuerteams dafür zu gewinnen, ab 2022 ihr Engagement beim VfB weiterzuführen. Die Leitung der neugeschaffenen Abteilung übernimmt Oriana D'Aleo, die sich seit vielen Jahren für Frauenfußball beim VfB Obertürkheim engagiert. Ralph Munz, der bislang schon als Spielleiter in Obertürkheim fungiert, wird diese Aufgabe auch beim großen Nachbarn übernehmen. „Beide werden sowohl bei uns als auch bei Obertürkheim aktiv sein und bilden damit eine wichtige Schnittstelle zum VfB Obertürkheim“, heißt es. Übergeordnet ist Lisa Lang als Vereinsmanagerin die Stabstelle innerhalb des VfB, an welche alle Abteilungen regelmäßig berichten und von ihr unterstützt werden.

Wie groß wird der Etat sein?

Unklar ist derweil noch, wie hoch der Etat für die Frauenabteilung sein wird. Bislang heißt es lediglich: „Es wird ein Abteilungsbudget geben, mit dem die Mannschaften wettbewerbsfähig sein können.“ Die genauen Planungen und die Bedarfserfassung hierzu laufen momentan. Ein Fragezeichen steht ebenfalls noch hinter dem Sponsoring. Diesbezüglich sei man aber sowohl mit der Mercedes-Benz Bank als auch weiteren Partnern und Sponsoren im Gespräch, wie eine Unterstützung der neuen Abteilung aussehen könnte. Vereinsmitglieder und Interessierte können die Aufbauarbeit der Abteilung über ihre Mitgliedschaft hinaus noch weiter unterstützen. Der Verein hat hierfür eigens ein Spendenkonto eingerichtet