VfB Stuttgart

Punkt mit Power: VfB Stuttgart hofft nach Remis beim FC Bayern auf Energieschub

Bayern München - VfB Stuttgart
Die Spieler des VfB Stuttgart jubelt nach dem Treffer zum 2:2 nach einem Elfmeter. Im Vordergrund Münchens Torhüter Manuel Neuer. © Peter Kneffel

Schöner fühlte sich für den VfB Stuttgart in dieser Saison noch kein Punkt an. Ein «gutes Unentschieden» sei das gewesen, sagte Sportdirektor Sven Mislintat nach dem 2:2 (0:1) beim deutschen Meister FC Bayern München am Samstag. Rein rechnerisch war das fünfte Remis im sechsten Liga-Spiel zwar wieder nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zum angestrebten Klassenerhalt. Und es reichte auch nicht, um sich von der Abstiegszone der Fußball-Bundesliga abzusetzen. Emotional könnte es den Schwaben aber durchaus einen Schub geben. Auch die Startelf-Debütanten Serhou Guirassy und Atakan Karazor machen Hoffnung auf ein baldiges Ende der Sieglos-Serie.

Als «herausragend» bezeichnete Mislintat Guirassys Premiere in der Anfangsformation und gratulierte sich gleich noch selbst zur späten Verpflichtung des 26 Jahre alten Angreifers.

Neuzugang Guirassy überzeugt bei Startelf-Debüt

«Es ist schon gut, den last minute dazubekommen zu haben», sagte Stuttgarts Kaderplaner zum Nationalspieler Guineas, der mit einem souverän ins rechte obere Eck verwandelten Foulelfmeter in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch den Ausgleich erzielt hatte. Der vom französischen Erstligisten Stade Rennes mit einer Kaufoption ausgeliehene Guirassy verzeichnete auch noch einen Lattenschuss. Zudem wurde ihm ein Treffer aberkannt - nach Meinung von Mislintat und Coach Pellegrino Matarazzo zu Unrecht.

Auch Stuttgarts Trainer lobte den Nachfolger des nach England gewechselten Torjägers Sasa Kalajdzic. «Ich finde, dass Serhou ein richtig gutes Spiel gemacht hat. Er hat gezeigt, dass er unseren Fußball versteht, dass er taktisch intelligent ist», so Matarazzo. «Er hat viele Bälle festgemacht, Kopfballduelle gewonnen, kann mitkombinieren und hat auch gezeigt, dass er eine Abschlussstärke hat. Das hat mir sehr gut gefallen.» Der wuchtige Guirassy nährt die Hoffnung der Stuttgarter, offensiv durchschlagskräftiger zu werden.

Mislintat adelt Karazor: «Ata ist unser Busquets»

Auch Mittelfeldspieler Karazor durfte erstmals in dieser Saison von Beginn an ran - und stemmte sich den Münchnern im Zentrum gewohnt leidenschaftlich entgegen. «Ata ist unser Busquets», adelte Mislintat den 25-Jährigen. Sergio Busquets, den langjährigen Strategen im defensiven Mittelfeld des spanischen Weltclubs FC Barcelona, sehen die Bayern am Dienstag in der Champions League wieder. Für den VfB geht es dann am Samstag in der Liga gegen Eintracht Frankfurt weiter.

Die Erkenntnis, dass sie nach den Rückständen durch Mathys Tel (36.) und Jamal Musiala (60.) zweimal zurückkamen und dank der Tore des eingewechselten Chris Führich (57.) und besagtem Guirassy zum zweiten Mal nacheinander einen Punkt aus der Allianz Arena entführten, soll die Schwaben beflügeln. «Dieses Spiel tut uns gut», sagte Mislintat. «Wir haben bis zum Schluss gekämpft und nehmen diesen einen Punkt verdient mit. Er gibt uns ein gutes Gefühl», stimmte Führich ihm zu.

Mit «voller Power» habe er den Elfmeter zum 2:2 versenkt, berichtete Guirassy. Die hatte dem VfB vorne in dieser Saison bis dahin häufig gefehlt. Womöglich setzt der Punkt von München nun neue Energie frei.