VfB Stuttgart

Rückkehrer, Finanzen, Satzungsänderungen: So lief die VfB-Mitgliederversammlung

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Claus Vogt
VfB-Präsident Claus Vogt. © Danny Galm
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Alexander Wehrle
CEO Alexander Wehrle. © Danny Galm
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Christian Riethmüller
Präsidiumsmitglied Christian Riethmüller. © Danny Galm
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Rainer Weninger
Vereinsbeirat Rainer Weninger. © Danny Galm
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Andre Bühler
Vereinsbeirat Andre Bühler. © Danny Galm
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Rainer Adrion
Präsidiumsmitglied Rainer Adrion. © Danny Galm
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Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart in der Porsche-Arena
Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart in der Porsche-Arena. © Danny Galm
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Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart in der Porsche-Arena
Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart in der Porsche-Arena. © Danny Galm

Die Stimmung war gelöst und als dann auch noch die Rückkehr von drei Ex-Profis verkündet wurde, gab es donnernden Applaus von den rund 500 anwesenden Mitgliedern in der Porsche-Arena: Die rund viereinhalbstündige Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart ging am Sonntagnachmittag (11.09.) in entspannter Atmosphäre über die Bühne. Und das nicht nur, weil sich die Mannschaft am Vortag ein 2:2 beim FC Bayern München erkämpft hatte. Die wichtigsten Beschlüsse im Überblick:

Neue Mitglieder-Kampagne: Ziel sind 85.000 Mitglieder bis Ende 2023. „Jedes VfB-Mitglied mehr bedeutet: Mehr Einfluss für den Breitensport, für den Fußball und für unsere Werte“, sagte VfB-Präsident Claus Vogt. Aktuell steht der Club bei 76.700 Mitgliedern und ist damit der größte Sportverein in Baden-Württemberg. 

Frauen-Fußball soll vorangetrieben werden: Laut Präsidiumsmitglied Rainer Adrion macht CEO Alexander Wehrle ordentlich Dampf beim Thema Frauenfußball. So gehört das Damenteam seit dem 01. Juli zur AG und es soll in möglichst kurzer Zeit in die 2. bzw. die 1. Liga kommen. Aktuell tritt das Team in der Oberliga Baden-Württemberg an, der Aufstieg in die Regionalliga ist in dieser Saison das erklärte Ziel. 

Cacau wird Markenbotschafter: Der Meisterspieler von 2007 wird neuer VfB-Markenbotschafter und soll diesen Bereich künftig organisieren. Dadurch sollen Vereinslegenden enger an den Klub gebunden werden und der Klub wieder stärker in der Stadt und in der Region positioniert werden.

Finanzen von AG und e.V.: Der VfB hat im Geschäftsjahr 2021 nur einen leichten finanziellen Verlust gemacht. Die summierten Einbußen durch die Corona-Krise sind inzwischen aber enorm. Die Zahlen für Verein und Aktiengesellschaft finden Sie im Detail hier:

Khedira, Lahm und Gentner kehren zurück: Die Strukturen im Bereich Sport werden erweitert und holt drei frühere Nationalspieler zurückgeholt. Die Ex-Weltmeister Philipp Lahm und Sami Khedira werden beim Fußball-Bundesligisten ab sofort Berater des Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle. Der ehemalige VfB-Kapitän Christian Gentner wird ab 1. Januar 2023 Leiter der Lizenzspielerabteilung und damit Teil des Teams um Sportdirektor Sven Mislintat. Mehr zum Thema lesen Sie hier:

Entlastungen und Ehrungen: Die Ehrenmitgliedschaft bekam die langjährige Chefsekretärin Loni Braun verliehen, geehrt wurden zudem zahlreiche Personen für ihre langjährige Mitgliedschaft sowie die Olympia-Teilnehmer Wataru Endo und Florian Müller. Entlastet wurden bei den Abstimmungen alle Präsidiumsmitglieder mit Ausnahme von Bernd Gaiser und Rainer Mutschler, die ihrem Posten im Zuge der Führungskrise geräumt hatten. Beim Vereinsbeirat wurden alle Mitglieder bis auf Claudia Maintok entlastet. Anwesend waren 499 stimmberechtigte Mitglieder.

Zudem wurden auf der Versammlung insgesamt zehn von elf Anträgen auf Satzungsänderung angenommen. Die Wichtigsten im Überblick:

Bekenntnis zur 50+1-Regel: Die Organe des Vereins möchten ihr Bekenntnis zur Regelung auch über das Positionspapier hinaus durch die Aufnahme in die Satzung unterstreichen. Die Regelung in § 17 Abs. 5 der Satzung, wonach die Mitgliederversammlung ihre Zustimmung erteilen muss, wenn der Anteil des Vereins an der VfB Stuttgart 1893 AG unter 75,1 Prozent sinkt, bleibt unverändert bestehen. 

Neuregelung der Vergütungsregeln: Die alte Satzung enthielt nur wenige Regelungen zur Vergütung der Präsidiumsmitglieder und erlaubte unter anderem keine Gewährung der Ehrenamtspauschale für Mitglieder des Vereinsbeirats und andere ehrenamtlich für den Verein tätige Mitglieder. Die angenommenen drei Satzungsänderungen sollen hier für mehr Klarheit sorgen. 

Geschäftsordnung für Vereinsbeirat und Präsidium: Die Zusammenarbeit im Präsidium und im Vereinsbeirat soll künftig über die Satzung hinaus in einer Geschäftsordnung geregelt werden. 

CSR-Themen sollen zentralisiert werden: Die Organe von Verein und AG wollen bestimmte Themen, insbesondere im Zusammenhang mit Corporate Social Responsibility (CSR), in einer Stiftung zentralisieren. Dort sollen auch Organmitglieder des Vereins zusätzliche Funktionen übernehmen können. Im Dezember soll diese VfB-Stiftung gegründet werden. „Diese wird sich noch mehr den Menschen in unserer Stadt und in unserer Region verschreiben“, sagte Vogt.

Klare Kriterien für Präsidentschaftskandidaten: Die neue Formulierung soll die Qualifikationskriterien für das Präsidentenamt und einen Posten im Präsidium verdeutlichen und „Unklarheiten, die in der Vergangenheit teilweise auftraten“, ausräumen. 

Ergänzungen zur MV-Geschäftsordnung: Der Abbruch der allgemeinen Aussprache ist künftig frühestens nach dem 20. Redner möglich. Weiter ergab die Mitgliederbefragung im ersten Halbjahr 2022, dass der Wunsch besteht, die MV auch ohne Teilnahme vor Ort verfolgen zu können. Das Präsidium und der Vereinsbeirat wollten eine solche Übertragung der Mitgliederversammlungen ermöglichen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt.