VfB Stuttgart

Rechenspiel: So kommt der VfB Stuttgart doch noch direkt ins EL-Achtelfinale

Die Mannschaft des VfB Stuttgart bereitet sich auf das Europa-Leauge-Spiel gegen Bern vor (Symbolbild).
Die Mannschaft des VfB Stuttgart bereitet sich auf das Europa-Leauge-Spiel gegen Bern vor (Symbolbild). © Heiko Potthoff

Stuttgart. Der direkte Einzug ins Achtelfinale der Europa League war das große Ziel des VfB Stuttgart – nicht nur sportlich, sondern auch mit Blick auf die Belastung. Schließlich würde man sich die Play-offs und somit zwei weitere englische Wochen im Februar sparen. Doch aufgrund der 0:2-Niederlage bei AS Rom haben die Schwaben eine aussichtsreiche Ausgangslage verspielt. Der für das direkte Achtelfinal-Ticket benötigte Sprung in die Top 8 ist am letzten Spieltag der Ligaphase zwar noch möglich, aber unwahrscheinlich. Wir blicken auf die erforderlichen Szenarien.

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VfB Stuttgart gegen Bern: Es geht ums Achtelfinale der Europa League

Es ist wieder eine dieser Wochen, in der sich Fußballfans und Sportreporter wie Mathematikstudenten fühlen. Am Donnerstagabend steht der letzte Spieltag der Europa League-Ligaphase an. Das bedeutet: 18 Spiele parallel, 36 Teams zeitgleich im Einsatz, von denen es für 28 noch um etwas geht. Mittendrin der VfB Stuttgart mit dem Heimspiel gegen die Young Boys Bern. Zwar werden die wenigsten Fans den viel zitierten Rechenschieber hervorkramen, doch es muss teilweise ordentlich mit Zahlen jongliert werden, um herauszufinden, wie dem Team von Trainer Sebastian Hoeneß doch noch der Sprung unter die besten acht Mannschaften der Ligaphase gelingt.

Der VfB-Coach selbst hatte vor dem Spiel in Rom vergangene Woche mit Blick auf die zwei letzten Ligaphasen-Spiele noch vorgerechnet: „Wir gehen aktuell davon aus, dass es vier Punkte sein müssen.“ Nach der 0:2-Niederlage in Italien ist klar, dass der VfB aus den Spielen in Rom und gegen Bern maximal mit drei Punkten gehen kann. Dadurch sind die Chancen auf einen direkten Achtelfinal-Einzug der Hoeneß-Elf deutlich gesunken, aber noch nicht ganz ausgeschlossen.

Die gute Nachricht für alle, die es mit dem Brustring halten: Die Qualifikation für die Play-offs hat der VfB bereits vor dem letzten Spieltag rechnerisch sicher. Damit ziehen die Stuttgarter erstmals nach 13 Jahren wieder in die KO-Runde eines Europapokal-Wettbewerbs ein. Negativer Nebeneffekt: Mit den Spielen am 19. und 26. Februar warten im Februar zwei weitere englische Wochen, während man bei einem direkten Achtelfinaleinzug auf internationaler Ebene erst Mitte März wieder gefordert wäre. Damit das dem VfB doch noch gelingt, müssten am Mittwoch zahlreiche Eventualitäten zusammenkommen.

Rechenspiel: So müssen die Gegner des VfB Stuttgart spielen

Mit zwölf Zählern steht der DFB-Pokalsieger aktuell auf Platz 13 der Europa League-Tabelle. Für den Sprung in die Top 8 müsste der VfB also noch fünf Teams überholen. Maximal ist für die Hoeneß-Elf noch der Sprung bis auf Rang sechs möglich. Allerdings muss der Blick auch nach hinten gerichtet werden, da mit Celta Vigo und dem FC Bologna theoretisch auch bei einem VfB-Sieg aufgrund der Tordifferenz noch vorbeiziehen könnten. Diese zählt bei Punktgleichheit als erstes Kriterium, gefolgt von den erzielten Toren.

Klar ist: Ein im besten Fall klarer Heimerfolg des VfB gegen den 17-fachen Schweizer Meister ist für das direkte Achtelfinalticket unabdingbar. Zusätzlich müssten sieben der folgenden neun Szenarien eintreten:

  • AS Rom (Platz 6) verliert bei Panathinaikos (Platz 19) & erzielt maximal gleich viele Tore wie der VfB gegen Bern
  • Ferencvaros Budapest (Platz 7) verliert bei Nottingham Forest (Platz 16)
  • Betis Sevilla (Platz 8) spielt maximal Unentschieden gegen Feyenoord Rotterdam (Platz 26)
  • FC Porto (Platz 9) spielt maximal Unentschieden gegen Glasgow Rangers (Platz 31)
  • KRC Genk (Platz 10) spielt maximal Unentschieden gegen Malmö FF (Platz 35)
  • Roter Stern Belgrad (Platz 11) spielt maximal Unentschieden gegen Celta Vigo (Pl. 14)
  • PAOK Saloniki (Platz 12) darf bei Olympique Lyon (Platz 1) mit mindestens einem Tor schlechterer Differenz als der VfB gegen Bern gewinnen
  • Celta Vigo (Platz 14) darf bei Roter Stern Belgrad (Platz 11) mit maximal der gleichen Tordifferenz wie der VfB gegen Bern gewinnen
  • FC Bologna (Platz 15) darf bei Maccabi Tel Aviv (Platz 36) mit maximal einem Tor besserer Differenz als der VfB gegen Bern gewinnen

Anders als in der Champions League: Hat der VfB dieses Mal mehr Glück?

Allein diese Auflistung zeigt, dass der Sprung in die Top 8 für den VfB am Donnerstagabend einem mittelschweren Fußballwunder gleichkäme. Erschwerend kommt hinzu, dass es unter den betreffenden Mannschaften mit dem Spiel zwischen Belgrad und Celta Vigo nur ein direktes Duell gibt, in dem mit einem Ergebnis gleich zwei Szenarien erfüllt werden könnten. Deswegen erkennt VfB-Torwart Alexander Nübel nüchtern: „Wir wollen und müssen gewinnen, das ist am wichtigsten und dann müssen wir Glück haben. Vielleicht haben wir dieses Jahr das Glück, das wir letztes Jahr nicht hatten.“

Vor zwölf Monaten war der VfB mit zehn Zählern denkbar knapp aus der Champions League ausgeschieden, obwohl diese Punktzahl laut Prognose zu 99 Prozent für die Play-offs hätte reichen sollen. Deshalb sagte Sebastian Hoeneß bereits vor dem Rom-Spiel: „Letztes Jahr ging es um Play-offs oder Ausscheiden, das ist mental eine andere Sache. Jetzt sprechen wir davon, dass wir mindestens die Play-offs schaffen und Chancen aufs Achtelfinale haben.“ Diese sind inzwischen zwar deutlich geringer, aber wer weiß, welche verrückten Wendungen der Fußballabend am Donnerstag bereithält.