VfB verliert gegen die AS Rom: Schwaben gehen zu schludrig mit ihren Chancen um
Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat sein Auswärtsspiel gegen die AS Rom in der Europa League mit 0:2 verloren. Damit sind die Chancen auf eine direkte Achtelfinal-Qualifikation wohl dahin, für die es mindestens einen Punkt in der Ewigen Stadt gebraucht hätte. Chancenlos waren die Schwaben keinesfalls – nutzten aber ihre guten Chancen nicht und leisteten sich hinten den einen Fehler zu viel. Wir berichten vom Spiel des VfB Stuttgart.
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VfB Stuttgart: Trainer Hoeneß muss auf Stiller verzichten
Das große Fragezeichen vor dem Spiel: Wird Spielmacher Angelo Stiller nach seinen Leistenproblemen aus dem Ligaspiel gegen Union Berlin fit? Am Ende reichte es nicht, Trainer Sebastian Hoeneß musste auf seinen verlängerten Arm verzichten. Für Stiller rückte Chema Andrés in die Partie, dazu ersetzte Finn Jeltsch den aus dem EL-Kader gestrichenen Nikolas Nartey und Lorenz Assignon rückte für Josha Vagnoman in die erste Mannschaft. Auf der Stuttgarter Bank waren durch Verletzungen und fehlender Spielberechtigung für die Europa League nur drei Feldspieler aus dem Stammkader vertreten: Josha Vagnoman, Ermedin Demirovic und Badredine Bouanani – die restlichen Plätze füllten Nachwuchsspieler auf.
Roms Trainer Gian Piero Gasperini hingegen mischte im Vergleich zum Ligaspiel gegen den FC Turin mächtig durch, ließ unter anderem Starspieler Paulo Dybala auf der Bank – vielleicht mit dem anstehenden Ligaspiel gegen den AC Mailand im Hinterkopf. Von Schongang war aber von Anfang an nichts zu sehen auf dem Feld. Beide Teams liefen Mann-gegen-Mann an – die Roma im Gasperini-Stil noch aggressiver. Entsprechend entwickelte sich ein intensives Spiel, voller direkter Einzelduelle, die es zu gewinnen galt. Maximilian Mittelstädt verfehlte mit dem ersten Abschluss des Spiels das Tor (2.), besonders in der ersten Viertelstunde war der VfB die bessere Mannschaft und hatte mehr Kontrolle.
AS Rom spielt die Führung eiskalt heraus
Besonders viele Chancen sprangen aber auf beiden Seiten nicht heraus, da sich beide Teams taktisch häufig neutralisierten. In der 19. Minute hatte Matias Soulé für Rom den ersten Abschluss, legte kurz darauf nochmal nach (20.). Beinahe wären die Stuttgarter in dieser guten Phase der Gastgeber in Führung gegangen, doch Roma-Keeper Mile Svilar tauchte gegen Jamie Lewelings Flachschuss schnell ab und parierte (33.). Auf der anderen Seite hielt Alexander Nübel gegen Evan Ferguson (39.), war wenig später aber machtlos. Ramon Hendriks rückte zu resolut aus der Dreierkette heraus, Chema Andrés verlor sein direktes Duell gegen den eingestarteten Niccolo Pisilli. Aus spitzem Winkel schweißte der den Ball ins Netz zur Römer Führung (40.). Fast hätte Lorenzo Pellegrini sogar noch erhöht, doch Nübel hielt stark (43.) – wobei im Vorfeld ein Foul an Lorenz Assignon nicht geahndet wurde. Ohnehin legte Schiedsrichter John Brooks eine angreifbare Linie an den Tag – gab Mittelstädt bei dessen erstem Foul kleinlich Gelb (18.), ließ beispielsweise Manu Koné hingegen trotz fünf Fouls ohne Verwarnung davonkommen.
Beide Teams kamen unverändert aus der Halbzeit und der VfB hatte direkt die Chance auf den schnellen Ausgleich: Finn Jeltsch klärte einen Ball lang hinter die gegnerische Abwehr, Deniz Undav setzte sich durch – aber schoss vor dem Tor nur Svilar ab (47.). Aus der resultierenden Ecke entstand ein Römer Konter – sinnbildlich für die dürftigen VfB-Standards an diesem Abend – an dessen Ende Stuttgart Glück hatte, dass Soulé einmal mehr verzog (48.). Undavs setzte seine Abschlussschwäche aus der zweiten Halbzeit gegen Frankfurt und aus dem Union-Spiel derweil fort. Ein Freistoß von Chris Führich landete abgefälscht vor dem freien Stürmer. Undav entschied sich gegen Gefühl und für Vollspann – und verzog kläglich (58.).
VfB Stuttgart: Undav und Demirovic vergeben Großchancen
Mit fortlaufender Dauer der zweiten Halbzeit schaltete Rom immer mehr in den Defensivmodus um, verteidigte diszipliniert und verwaltete die Führung. Ein Abschluss Assignons war zu zentral gegen Svilar (67.). Der eingewechselte Ermedin Demirovic hatte noch die Großchance, nachdem Chema Andrés per Kopf auf ihn verlängert hatte – aber auch der bosnische Stürmer scheiterte an Svilar und am Abschlusspech (79.). Auch in der 90. Minute verpasste Demirovic noch aus der Drehung. Niccolo Pisilli zeigte schließlich, wie Effizienz aussieht und erzielte mit nahezu identischem Abschluss wie beim 1:0 die Entscheidung (90.+3).



