VfB Stuttgart

Schwächephase als Alarmsignal? VfB-Trainer Hoeneß steuert die Erwartungshaltung

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß mahnt, die Erwartungshaltung nicht zu hoch zu hängen.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß mahnt, die Erwartungshaltung nicht zu hoch zu hängen. © Heiko Potthoff (Archiv)

Bratislava. Der VfB Stuttgart hat beim 3:0-Sieg in der Champions League bei Slovan Bratislava über drei Viertel des Spiels eine dominante Leistung gezeigt, hatte die Partie unter Kontrolle und verdiente sich den Sieg. Eine Phase prägte das Spiel jedoch auch in die andere Richtung: Nach der Halbzeit wurden die favorisierten Schwaben von den Hausherren stark unter Druck gesetzt. Auf ZVW-Nachfrage erkannte VfB-Coach Sebastian Hoeneß an, diesen Spielabschnitt analysieren zu müssen – mahnte aber gleichzeitig, die Erwartungshaltung nicht zu hoch zu hängen. Wir fassen die Aussagen des Trainers zusammen und ordnen die Schwächephase des VfB ein.

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VfB Stuttgart: Abseitstreffer und Lattenknaller gefährden Sieg

Klar ist: Einen Treffer hätte sich Slovan Bratislava in seiner Druckphase zwischen der 50. und 65. Spielminute verdient. Die Gäste aus Stuttgart zeigten sich in dieser Viertelstunde defensiv zu passiv, mit Ball zu ungenau, im Gegenpressing zu schläfrig. Kurz gesagt: Nach der eigentlich sehr guten ersten Halbzeit ließ der VfB eklatant nach. Beim Abseitstreffer von Suleiman Camara (53.) hatte die Hoeneß-Elf Glück, dass das Schiedsrichtergespann im Vorfeld eine Ballberührung samt Weiterleitung von Slovans Kapitän Andraz Sporar erkannt hatte – eine Einschätzung, die sich später durch Videobilder weder widerlegen noch belegen ließ.

Später traf Bratislava noch die Latte (61.), ehe kurz darauf ein aus Heimsicht bitteres Eigentor diese Drangphase jäh beendete (65.). „Das Spiel war ab dem 2:0 entschieden“, sagte Slovan-Coach Yaya Touré. Sebastian Hoeneß hatte die schwachen Minuten seines Teams zwar ebenfalls wahrgenommen – stimmte der Einschätzung, die Stuttgarter hätten „gewackelt“, aber nicht zu: „So hat es sich nicht angefühlt. Natürlich waren die zwei größten Chancen in dieser Phase, viel mehr aber auch nicht.“

„Von Druckphase ausgehen“ – Hoeneß mahnt zu realistischen Erwartungen

Vielmehr ging es dem VfB-Coach um Einordnung – und darum, die Vorstellungen eines gelungenen Champions-League-Abends anzupassen: „Wir müssen aufpassen: Die Erwartungshaltung kann nicht sein, dass wir den Gegner 90 Minuten nicht vor unser Tor lassen.“ Es sei immer noch ein Auswärtsspiel in der Königsklasse – dass auch der Gegner in einem solchen Auswärtsspiel eine Druckphase habe, davon müsse man ausgehen

Die Schwächephase war der einzige Makel am zwar glanzlosen, aber ebenso verdienten Sieg der Schwaben – für manche Beobachter war sie gar eine Art Alarmsignal. Schließlich war es nach den Ligaspielen gegen Köln und Paderborn sowie dem CL-Spiel gegen Stavanger nicht der erste Saisonsieg, der durch von außen schwer erklärbare Leistungsabfälle in Gefahr geriet. Für Sebastian Hoeneß gehen diese Erwartungen nach ungebrochener Dominanz zu weit. „Wir werden das natürlich analysieren, wollen mehr Kontrolle und bessere Entscheidungen sehen“, stellte Hoeneß aber auch klar, hatte zuvor schon in seinem ersten Spielfazit die Schwächephase ausgemacht.

VfB Stuttgart: Der Spagat zwischen Ergebnis und Erlebnis

„Es geht eher darum, dass wir vorher das zweite Tor machen müssen, wir hatten dafür viele Chancen“, so der Coach. Die Tatsache, dass man darüber spreche, sei wiederum etwas Positives. „Wir haben uns viel erarbeitet und das Spiel sehr gut angenommen. Wir konnten gut mit der Favoritenrolle, dem Platz und dem Druck umgehen“, fand Hoeneß. „Das überwiegt – ohne dass ich die Phase nach der Halbzeit kleinreden möchte.“

Für den Coach und sein Trainerteam beginnt nun in der Nachbereitung ein schwieriger Spagat: Schließlich stimmte das Ergebnis im zweiten Zu-Null-Spiel in Folge, ebenso überzeugte der VfB über weite Strecken – gegen stärkere Gegner könnte sich eine solche Phase aber auch rächen, weswegen Aufarbeitung erforderlich ist. Die gilt es nun schnellstmöglich anzustoßen, um in dieser Spielzeit nachhaltig erfolgreich zu sein – am kommenden Samstag (15.30 Uhr) geht es in der Liga gegen den HSV im dritten Auswärtsspiel in Folge wieder um wichtige Punkte.

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