VfB Stuttgart

Schwere Verletzung von Sasa Kalajdzic überschattet VfB-Klatsche in Leipzig

Sasa Kalajdzic
Sasa Kalajdzic reagiert während eines Spiels. Foto: Tom Weller/dpa/Archivbild © Tom Weller

Die personelle Situation in der Offensive des VfB Stuttgart spitzt sich zu. Nach der derben 0:4-Pleite in Leipzig blicken die Schwaben mit Sorge auf ihren verletzten Stürmerstar. Womöglich sehen sie sich noch nach Ersatz um.

Kalajdzic und Sankoh verletzt: VfB muss wohl auf dem Transfermarkt aktiv werden

Mehr noch als die 0:4-Klatsche bei RB Leipzig schmerzte Sven Mislintat der erneute Ausfall von Stürmer Sasa Kalajdzic. «Langsam tut's weh», sagte der Sportdirektor des VfB Stuttgart. Kalajdzic hatte sich in der Schlussminute der Partie am Freitagabend die Schulter ausgekugelt und musste mit einer Trage vom Platz gebracht werden.

Während Mislintat am Samstag in einer Presserunde die erste Niederlage der Schwaben in der noch jungen Saison der Fußball-Bundesliga analysierte, wurde der Österreicher gerade untersucht. Sollte der 24-Jährige schwerer verletzt sein, sehen sich die Schwaben womöglich noch mal auf dem Transfermarkt um.

«Es ist schon ein Aderlass in einer Art und Weise, die überhaupt keinen Spaß macht», sagte Mislintat mit Blick auf die personelle Situation in der Stuttgarter Offensive. Beim Aufwärmen vor dem Spiel in Leipzig hatten die VfB-Profis mit speziellen Shirts ihres Teamkollegen Mohamed Sankoh gedacht, der beim 5:1 gegen Greuther Fürth eine Woche zuvor eine schwere Knieverletzung erlitten hat, operiert wurde und womöglich für den Rest der Saison ausfällt.

RB Leipzig in allen Bereichen überlegen - VfB bekommt die Grenzen aufgezeigt

Dazu fehlen den Schwaben vorne aktuell der flinke Silas Katompa Mvumpa (Kreuzbandriss), Neuzugang Chris Führich (Schlüsselbeinbruch) und der 18-jährige Momo Cissé (Absplitterung am Mittelfußknochen) - teilweise sogar noch monatelang. Und nun gesellt sich auch noch der gerade erst von einer Corona-Infektion genesene Kalajdzic dazu. Der Zwei-Meter-Mann, der vergangene Saison 16 Liga-Tore erzielte und sechs weitere vorbereitete, ist die Schlüsselfigur im Stuttgarter Sturm. Ihn intern gleichwertig zu ersetzen, ist quasi unmöglich.

Allzu lange hadern wollte Sportdirektor Mislintat trotzdem nicht. Genau wie den klaren Auftaktsieg gegen Aufsteiger Fürth wisse man auch die deutliche Niederlage bei Vizemeister RB, der eine «andere Hausnummer» und «mit dieser Leistung zurecht ein Titelkandidat» sei, einzuordnen, versicherte der 48-Jährige.

Die Leipziger, für die Dominik Szoboszlai (38. Minute/52.), Emil Forsberg (46.) und André Silva per Handelfmeter (65.) die Tore erzielten, hatten den VfB phasenweise überrannt. «Wir haben unsere Grenzen aufgezeigt bekommen», sagte Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo hinterher. Die Sachsen seien «in allen Bereichen besser» gewesen.

Nach Freiburg-Spiel: Wunden lecken und Kräfte sammeln

Sie sind für den VfB, dessen erklärtes Ziel erneut der Klassenerhalt ist, aber eben auch kein Gradmesser. «Wir sind mit der Ausbeute zufrieden», sagte Mislintat, dessen Team nach einem Sieg und einer Niederlage nun beim recht kuriosen Torverhältnis von 5:5 steht. «Drei Punkte nach zwei Spielen hätte ich vorher unterschrieben. Vier bis zur Länderspielpause wären super, alles darüber Weltklasse», rechnete er vor.

«Drei Punkte wären auch kein Beinbruch. Das haben wir jetzt mal erledigt.» Im kommenden Heimspiel gegen den SC Freiburg wolle man wieder angreifen. Das Baden-Württemberg-Duell sei etwas «Besonderes». Danach, wenn die Liga zwei Wochen pausiert, könne man «ein bisschen Wunden lecken und gucken, welche Jungs wir wieder an Bord haben».