VfB Stuttgart

Sechs Corona-Infizierte trotz Hygienekonzept: Wie der VfB weitere Fälle vermeiden will

Pellegrino Matarazzo
VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo spricht mit seinen Spielern viel über eine mögliche Corona-Impfung. Am Ende müsse der Verein aber die Entscheidung des Spielers akzeptieren. © Danny Galm

Nach fünf positiven Fällen in den vergangenen Tagen muss der VfB Stuttgart den nächsten Rückschlag im Kampf gegen Corona hinnehmen: Orel Mangala wurde positiv getestet und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Die Personallage vor dem Auswärtsspiel in Gladbach am Samstagabend (16.10.) wird damit noch angespannter. Wie der VfB weitere Fälle vermeiden möchte und was Trainer Pellegrino Matarazzo zum Thema Impfen sagt.

Positiver Corona-Fall: Der VfB schaltet in den Sicherheitsmodus

Neben dem jungen Belgier fehlen den Schwaben im Borussia-Park drei weitere Stammkräfte: Abwehrchef Waldemar Anton, Flügelspieler Roberto Massimo und Torhüter Florian Müller. Nicht nur, dass der Ausfall sportlich schmerzt. Der Bundesligist muss sich auch die Frage gefallen lassen, wie gut sein Hygienekonzept funktioniert, wenn sich innerhalb von rund einer Woche gleich sechs Spieler auf dem Trainingsgelände in Bad Cannstatt infizieren.

„Sobald uns die ersten Fälle bekannt wurden, haben wir wieder unseren Sicherheitsmodus eingeschalten“, sagte Pellegrino Matarazzo auf der Pressekonferenz vor dem Gladbach-Spiel. Das bedeutet: Als vor rund zehn Tagen die Profis Waldemar Anton und Erik Thommy positiv getestet wurden, verschärfte der VfB sein Hygienekonzept. Die Spieler hatten außer auf dem Trainingsplatz keinen Kontakt zueinander. Die Kabine war geschlossen, es gab kein gemeinsames Essen und Besprechungen fanden nicht in einem Raum statt.

Wie sieht das Hygienekonzept der Schwaben aus?

Seit Donnerstag (14.10.) würde wieder das „normale“ Hygienekonzept der Schwaben gelten, so der Coach. Die Kabinen sind offen, es gilt die Maskenpflicht, es wird gelüftet, es gelten die Abstandregeln und die Spieler werden regelmäßig getestet. „Wir sind im letzten Jahr extrem gut mit diesem Konzept gefahren.“ Der VfB habe im Vergleich zur vergangenen Saison nichts geändert, die Maßnahmen sind fast gleichgeblieben, erklärt Matarazzo. Man sei zudem immer in Absprache mit der ärztlichen Abteilung, um gegebenenfalls nachzusteuern.

Kurz: Der VfB Stuttgart hält sich nach eigenen Angaben an dieselben Spielregeln, an die sich Unternehmen, private Haushalte und die Öffentlichkeit seit Monaten halten müssen. Dass Orel Mangala einen Tag nach der Lockerung des Hygienekonzepts positiv getestet wurde, ist ebenfalls kein Zeichen für einen laschen Corona-Umgang der Schwaben. Der PCR-Test des Mittelfeldspielers wurde bereits am Donnerstag (14.10.) durchgeführt. Zudem wurden alle restlichen Profis, einschließlich des Trainer- und Betreuerteams, negativ getestet.

Impfpflicht für VfB-Profis? Matarazzo positioniert sich klar

Trotz Hygienekonzept und teilweise verschärften Maßnahmen infizierten sich sechs Spieler innerhalb von zehn Tagen mit dem Coronavirus. Würden sich die vielen Ausfälle nicht mit einer höheren Impfquote verhindern lassen – und ist der Trainer genervt, immer wieder erfolglos für eine Impfung zu werben?

„Jeder Spieler darf selbst entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht“, so Pellegrino Matarazzo. Es sei aber nicht so, dass der VfB keine Gespräche mit seinen Spielern über eine Impfung führen würde – natürlich finden diese statt. Es gebe die Möglichkeit, „diese Gespräche noch intensiver zu führen."

Aber am Ende müsse der Verein die Entscheidung seiner Spieler akzeptieren. Einer möglichen Impfpflicht für seine Spieler erteilt der Fußball-Lehrer eine klare Absage. „In Deutschland gibt es keine Impfpflicht und deshalb wird es auch bei uns beim VfB Stuttgart keine Impfpflicht geben.“ 

Wie geht es nun weiter?

Vorerst bleibt das Konzept so bestehen, wie es ist. Die Schwaben werden ihr Abschlusstraining absolvieren und anschließend nach Gladbach reisen. Für die kommende Trainingswoche, wenn sich Wataru Endo und Co. auf das Heimspiel gegen Union Berlin vorbereiten, wird wie immer das Hygienekonzept gelten.

Ob und wie die Maßnahmen verschärft werden, ist noch offen. Klar ist nur: Der VfB will weitere Corona-Fälle vermeiden – aber nicht um jeden Preis.