Tiago Tomas ist zurück: Auf welcher Position sich der VfB-Neuzugang sieht
Stuttgart. Der VfB Stuttgart hat einen Ex-Spieler verpflichtet, den nicht mal die Teamkollegen haben kommen sehen: Tiago Tomas ist zurück am Neckar. Der Angreifer spielte bereits von Februar 2022 bis Juni 2023 im Trikot mit dem roten Brustring und schlägt nun sein zweites Kapitel am Neckar auf. Nach der öffentlichen Trainingseinheit am Dienstag (19.08.) stand der 23-Jährige für eine Presserunde zur Verfügung. Die Kernfrage lautete: Auf welcher Position soll der Angreifer spielen?
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VfB Stuttgart: Neuzugang Tiago Tomas als Soforthilfe
Die Nachricht sickerte im Laufe der letzten Woche doch etwas überraschend durch: Der VfB Stuttgart arbeitet an einer Rückkehr von Tiago Tomas. Der 23-Jährige, den sich die Schwaben nach Ende seiner Leihe im Juni 2023 aufgrund einer zu hohen Ausstiegsklausel (15 Millionen Euro) nicht leisten konnte, soll wieder für den VfB auf Torejagd gehen. Zwei Stunden vor dem Anpfiff des Supercup-Spiels gegen den FC Bayern (1:2) wurde der Transfer dann offiziell: Tiago Tomas unterschreibt einen Vertrag bis 2029 und soll dem Vernehmen nach im Gesamtpaket um die 14 Millionen Euro kosten.
Der Transfer kommt auf den ersten Blick etwas überraschend. Tomas entwickelte sich in Wolfsburg zwar zum gestandenen Bundesliga-Profi, der inzwischen über 100 Liga-Spiele auf dem Buckel hat - bei den Wölfen war der Portugiese aber kein absoluter Leistungsträger. Auf den zweiten Blick macht der Transfer aber Sinn: Der 23-Jährige weiß, worauf es in der Bundesliga ankommt, ist in der Offensive flexibel einsetzbar und soll dem VfB in der Breite sofort weiterhelfen. Ein Spieler wie Tiago Tomas kommt den Stuttgartern in einer Saison, die wieder durch drei Wettbewerbe geprägt sein wird, gerade recht.
Tiago Tomas über den VfB: „Es fühlt sich hier wie zu Hause an“
Deshalb haben die VfB-Verantwortlichen bereits vor knapp zwei Monaten die Fühler nach dem variabel einsetzbaren Offensivmann ausgestreckt. Der Erstkontakt kam bereits während der U21-EM zustande. Tiago Tomas, der mit Portugal im Einsatz war, beschreibt die Verhandlungen wie folgt: „Ich hatte mit dem Trainer (Sebastian Hoeneß, Anm. d. Red.) Kontakt und wir haben uns überlegt, wie wir einen Wechsel umsetzen könnten. Dass wir am Ende einen Weg gefunden haben, macht uns alle glücklich.“ Der Neuzugang machte auch kein Hehl daraus, wie glücklich er ist: „Es fühlt sich hier wie zu Hause an. Ich kenne die Leute, den Verein und die Stadt. Ich brauche keine Zeit, um anzukommen. Ich habe an den VfB viele gute Erinnerungen.“
Auch auf dem Platz wird der Angreifer vermutlich keine lange Eingewöhnungszeit brauchen, denn: Sebastian Hoeneß kennt Tiago Tomas bereits. Als der Trainer den strauchelnden Traditionsverein im April 2023 übernahm und den VfB in der Relegation gegen den Hamburger SV rettete, spielte Tomas eine wichtige Rolle. Außer beim 3:2-Auftaktsieg in Bochum kam der 23-Jährige in jedem Spiel unter dem damals neuen Trainer zum Einsatz. Zwei Jahre später hat Hoeneß den jungen Portugiesen wieder im Kader - aber unter veränderten Vorzeichen.
Sturmzentrum, linke oder rechte Außenbahn: Tiago Tomas kann alles spielen
„Ich war mit 19 Jahren sehr jung, als ich das erste Mal nach Stuttgart kam“, erklärte ein gereift wirkender Tiago Tomas am Rande des Trainingsplatzes. „Jetzt bin ich ein kompletterer Spieler, ich konnte mich in jedem Aspekt des Spiels weiterentwickeln. Ich weiß, was es braucht, um in der Bundesliga zu spielen.“ Die Spielweise, die Sebastian Hoeneß bei den Schwaben implementiert hat, kommt dem Portugiesen entgegen: „Ich mag die Art und Weise, wie wir hier Fußball spielen - das ist mein Ding. Ich will dem Team helfen, indem ich Tore schieße und vorbereite.“ Eine genaue Zahl will der Angreifer aber nicht nennen - „das behalte ich für mich“. Die Frage ist nur: Wo setzt Sebastian Hoeneß seinen variablen Offensivmann ein?
Gedacht ist Tiago Tomas jedenfalls als Ersatz für El Bilal Touré. Der in der letzten Saison von Atalanta Bergamo ausgeliehene Stürmer sollte dem VfB-Spiel Tiefe und Tempo geben - ein Element, das weder Woltemade, Undav oder Demirovic auf den Platz bringen. Tomas bringt genau diese Fähigkeiten mit. Doch der 23-Jährige kann auch auf den Außenbahnen spielen: „Ich fühle mich auf allen Positionen in der Offensive wohl. Am liebsten spiele ich auf Linksaußen, aber ich hatte vermutlich genauso viele Spiele auf rechts wie auf links. Über die rechte Seite komme ich leichter zum Abschluss und kann besser in den Strafraum ziehen, über die linke Seite komme ich besser ins Dribbling.“ Und im Sturmzentrum kann der Portugiese durch seine tiefen Sprints jeder gegnerischen Abwehrreihe gefährlich werden.
Konkurrenz belebt das Geschäft: Druck für Chris Führich und Jamie Leweling
Fakt ist also: Mit Tiago Tomas bekommt Sebastian Hoeneß einen Offensiv-Allrounder dazu, den der Trainer je nach Gegner und Matchplan variabel einsetzen kann. Zudem dürften Chris Führich und Jamie Leweling bei der Verpflichtung des 23-Jährigen kurz zusammengezuckt sein. Mit Tomas kommt eine ernsthafte Alternative zu den beiden eigentlich gesetzten Flügelspielern dazu. Und angesichts der durchwachsenen Leistungen der beiden Nationalspieler in der abgelaufenen Saison dürfte Hoeneß nicht abgeneigt sein, Tomas gegen Union Berlin direkt in den Kader zu berufen. Der Angreifer selbst sieht sich für den Bundesliga-Start jedenfalls gerüstet: „Ich bin bereit, hatte eine erfolgreiche Vorbereitung und genug Zeit zum Erholen. Ich fühle mich gut und gesund.“



