VfB Stuttgart

Trainer-Frage und Mislintat-Zukunft: Wann erledigt der VfB seine Hausaufgaben?

Fußball Borussia Mönchengladbach vs. VfB Stuttgart
Wie geht es für Sportdirektor Sven Mislintat beim VfB Stuttgart weiter? © Pressefoto Baumann

Die Last-Minute-Siege gegen Augsburg und Berlin haben dem VfB Stuttgart etwas Luft im Abstiegskampf verschafft. Doch die Lage bleibt angespannt, da neben dem Platz zwei wegweisende Personalentscheidungen anstehen. „Wir haben einige Sachen zu klären in der Winterpause“, sagt Sportdirektor Sven Mislintat. Wann erledigt der Klub seine Hausaufgaben? Während der anstehenden PR-Reise in die USA jedenfalls nicht.

Mislintat: „Irgendwann sollten wir mal drüber reden“

Konkret geht es um die Zukunft von Mislintat am Wasen und die weiter ungeklärte Frage, wer den Cheftrainer-Posten übernimmt. „Ich bin nicht der Einzige, der es entscheidet. Es sollte auch jemand entscheiden, der über den 30. Juni hinaus Vertrag hat“, sagte Mislintat dem TV-Sender Sky am Dienstagabend nach dem 2:1 gegen Hertha BSC. Angesprochen auf die Entscheidung bezüglich seines im Juni 2023 auslaufenden Vertrages merkte er vielsagend in Richtung der Führungsriege an: „Irgendwann sollten wir mal drüber reden.“

In der Mixed-Zone machte er sich später noch für den aktuellen Interimscoach Michael Wimmer stark: „Michael hat sicherlich Argumente gesammelt. Ich habe das erkannt und werde das in die Diskussion einbringen.“ Versehen mit der Anmerkung: „Wenn ich Teil der Diskussion bin.“

Der Kaderplaner wirkt aktuell nicht sonderlich begeistert angesichts der unerledigten Hausaufgaben der VfB-Bosse. Einen festen Termin für die Verhandlungen über einen neuen Vertrag gibt es laut Mislintat noch nicht. Aus seiner Sicht wäre es dabei sinnvoll, zuerst die Zukunft des Sportdirektors zu klären – und dann die Trainer-Frage zu beantworten.

Warum CEO Wehrle nicht mit in die USA reist

Die PR-Reise in die USA – 14. November bis 21. November – wäre eigentlich ein guter Zeitpunkt für die Gespräche über die anstehenden Weichenstellungen. Problem nur: Vorstandschef und Sportvorstand Alexander Wehrle fliegt nicht mit in die Staaten.

Wehrle ist kommende Woche in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des DFB gefordert. Unter anderem wird er für ein paar Tage zur WM nach Katar reisen und an der Vollversammlung der DFL teilnehmen. Die offenen Personalfragen spielen somit in Austin (Texas) keine Rolle. „Stand jetzt wird es dort kein Gespräch geben. Aber ich mache nicht den Fahrplan“, sagte Mislintat. Laut einem Artikel der Stuttgarter Zeitung soll spätestens bis Mitte Dezember Klarheit herrschen.

Auf dem Platz lässt die Mannschaft derweil Taten sprechen. Die wegweisenden Duelle gegen Bochum (4:1), Augsburg (2:1) und Berlin (2:1) wurden gewonnen, die Pflicht erfüllt. Im Abstiegskampf verschaffen sich die Schwaben dadurch etwas Luft. Dabei verfügt das Team beileibe nicht über die größte spielerische Qualität in der Liga. Das interessiert die Weiß-Roten allerdings herzlich wenig. Bis zur letzten Sekunde glauben die VfB-Profis an ihre Chance - und sei sie auch noch so klein.

Wimmer stärkt das Selbstwertgefühl der Mannschaft

Die späten Siege gegen Augsburg und Hertha tun daher nicht nur mit Blick auf die Tabelle gut, sondern stärken auch das Selbstwertgefühl der Schwaben. „Er macht es unheimlich gut, der Mannschaft den Glauben an die eigenen Stärken zu geben“, lobte Sven Mislintat die Arbeit von Michael Wimmer. Zuletzt brachte das immerhin vier Heimsiege in Folge.

„Selbst wenn wir am Samstag in Leverkusen verlieren sollten, hätten wir unter Michi einen Schnitt von 1,5 Punkten pro Spiel“, so Mislintat. Hochgerechnet auf die Restsaison würde das dem VfB sicher die Klasse halten.