VfB Stuttgart

Unnötige Punkteteilung: VfB verspielt 2:0-Führung gegen Hertha BSC Berlin

Fußball VfB Stuttgart vs. Hertha BSC Berlin
Roberto Massimo und der VfB Stuttgart kommen gegen Hertha BSC Berlin nicht über ein 2:2-Unentscheiden hinaus. © Pressefoto Baumann

Der VfB Stuttgart kommt im Geisterspiel gegen Hertha BSC Berlin nicht über ein 2:2 hinaus und verpasst einen Big-Point im Abstiegskampf. Die Schwaben gingen in der ersten Hälfte durch Omar Marmoush (15.) und Philipp Förster (19.) früh mit 2:0 in Führung und hatten die Partie klar unter Kontrolle, schalteten dann aber einen Gang zurück. Sehr zum Ärger von Keeper Florian Müller: "Nach dem 2:0 haben wir aufgehört, Fußball zu spielen. Wie schon in der letzten Woche gegen Mainz. Das ist extrem nervig und bitter. Wir haben ein bisschen den Mut verloren." Die Berliner zeigten unter ihrem neuen Trainer Tayfun Korkut Moral und kämpften sich durch Doppelpacker Stevan Jevetic (40./76.) zum Ausgleich zurück. 

Eiskalter Marmoush, Förster-Solo: VfB führt früh mit 2:0

Nach dem 2:1-Heimsieg vergangenes Wochenende gegen den 1. FSV Mainz hofften die Schwaben gegen Hertha BSC Berlin auf einen erneuten Dreier im eigenen Stadion. Die Hauptstädter, trainiert von Ex-VfB-Trainer Tayfun Korkut, standen in der Tabelle nur einen Zähler vor den Stuttgartern.

Trainer Pellegrino Matarazzo nahm nach dem Mainz Sieg keine großen Wechsel vor, einzig der angeschlagene Atakan Karazor musste auf der Bank Platz nehmen. Für ihn stand Stürmer Hamadi Al Ghaddioui auf dem Rasen. Die zweite Veränderung im Vergleich zum Mainz-Spiel: Die Partie fand als Geisterspiel statt, auf den Rängen herrschte gähnende Leere. Einzig 750 Mitarbeiter des VfB sowie Familie und Freunde der Spieler nahmen auf der Haupttribüne Platz.

Wie zu erwarten, starteten die Berliner unter ihrem Neu-Trainer Tayfun Korkut erst einmal verhalten in die Partie. Die Gäste standen tief in der eigenen Hälfte und überließen dem Heimteam die Spielkontrolle. Der VfB hatte deutlich mehr Ballbesitz und dominierte die Partie klar. Als die Gäste einmal aufrückten, schlug der VfB eiskalt zu. Nach einem Traumpass von Waldemar Anton aus der eigenen Hälfte lief Omar Marmoush alleine auf das Berliner Tor zu. Im Stile eines abgezockten Stürmers legte der Ägypter den Ball an Schlussmann Alexander Schwolow vorbei - 1:0 für den VfB (15.). 

VfB fühlt sich zu sicher - Berlin mit dem 1:2

Nur vier Minuten später wurden die Gäste erneut eiskalt ausgekontert. Nach einem Ballverlust im Stuttgarter Strafraum funktionierte die Konterabsicherung der Korkut-Elf überhaupt nicht. Philipp Förster konnte völlig unbedrängt über das halbe Feld marschieren, kein Berliner hinderte ihn an seinem Solo-Lauf. Auf Höhe des Strafraums legte der Linksfuß den Ball überlegt ins rechte Toreck, das frühe 2:0 aus Sicht der Stuttgarter. Der VfB war nun in allen Belangen überlegen, schaltete einen Gang zurück - und wurde dafür bestraft.

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In der 33. Minute erzielte Hertha-Stürmer Belfodil nach einer schönen Einzelleistung den Anschlusstreffer. Da Vladimir Darida beim Abschluss seines Teamkollegen aber im Abseits stand und VfB-Keeper Müller die Sicht nahm, nahm Referee Benjamin Brand nach Sichtung der TV-Bilder den Treffer zurück. Doch auch nach dem Weckruf pennten die Schwaben weiter vor sich hin. Stevan Jovetic lief alleine auf die Stuttgarter Abwehr zu, weder Waldemar Anton noch Dinos Mavropanos wollten den Angreifer stören. Sein sehenswerter Schlenzer stellte den 1:2-Anschlusstreffer her (40.). Gut für den VfB, dass es in dieser Phase in die Halbzeitpause ging.

VfB beginnt zu Wackeln - und fängt sich den Ausgleich ein

Auch nach dem Pausentee blieb das Bild zunächst unverändert. Der VfB tat sich schwer, Berlin war nun deutlich griffiger und wacher. In den ersten Minuten nach Wiederanpfiff lag der Ausgleich in der Luft, nach rund einer Stunde stabilisierten sich die Schwaben leicht. In der 63. Minute brachte Pellegrino Matarazzo dann Silas Katompa Mvumpa auf den Platz. Von seinem pfeilschnellen Außenstürmer versprach sich der VfB-Coach mehr Entlastung im Angriff. 

In der Schlussphase entstand ein unruhiges Spiel, Hertha drängte mit aller Kraft auf den Ausgleich - und belohnte sich in der 76. Minute mit dem 2:2. Nach einer Plattenhardt-Flanke legte Belfodil clever auf Jovetic ab, der überlegt zum Ausgleich einschob. Zu passiv und fahrlässig agierte die Matarazzo-Elf in dieser Phase. Nach 90 Minuten blieb es beim 2:2 - völlig unnötig aus Stuttgarter Sicht.

VfB Stuttgart - Hertha BSC Berlin 2:2 (2:1)

Stuttgart: Müller - Ito, Anton, Mavropanos - Sosa, Mangala (75. Karazor), Endo, Förster, Massimo (46. Tibidi) - Marmoush - Al Ghaddioui (63. Katompa Mvumpa)

Hertha: Schwolow - Plattenhardt, Torunarigha (71. Stark), Boyata, Pekarik - Darida, Ascacibar - Maolida (62. Ekkelenkamp), Richter (71. Boateng) - Jovetic, Belfodil (85. Piatek)

Tore: 1:0 Marmoush (15.), 2:0 Förster (19.), 2:1 Jovetic (40.), 2:2 Jovetic (76.)

Schiedsrichter: Benjamin Brand (Unterspiesheim)

Zuschauer: 395

Gelbe Karten: - / Boateng (90.)

Besondere Ereignisse: -