VfB Stuttgart

VfB: Bitteres Aus in der Europa League – die Schlüsselmomente gegen den FC Porto

Der VfB um Angelo Stiller ist aus der Europa League ausgeschieden – Victor Forholdt (rechts) erzielte das 2:0 per Traumtor.
Der VfB um Angelo Stiller ist aus der Europa League ausgeschieden – Victor Forholdt (rechts) erzielte das 2:0 per Traumtor. © Pedro Nunes

Porto. Der VfB Stuttgart ist im Achtelfinale aus der Europa League ausgeschieden. Das 0:2 im Rückspiel beim FC Porto besiegelte das Ende im europäischen Wettbewerb für die Hoeneß-Elf. Nach dem Hinspiel in Stuttgart waren die Schwaben mit einem 1:2-Rückstand ins Rückspiel gegangen, brauchten fürs Weiterkommen also einen Sieg mit mindestens zwei Toren. Eine Voraussetzung, die mit diesem Spielverlauf durchaus möglich gewesen wäre – Stuttgart biss sich aber an Porto die Zähne aus. Wir berichten vom Spiel des VfB und liefern die Schlüsselmomente des Ausscheidens.

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VfB Stuttgart: Maximilian Mittelstädt muss auf rechts ran

Am Ende musste sich der VfB ärgern – da war mehr drin. Denn: Die Schwaben zeigten eine engagierte Leistung, machten aber zu wenig aus ihren Chancen – besonders in der ersten Halbzeit. Sebastian Hoeneß überraschte vor der Partie mit seiner Aufstellung, wenn auch etwas unfreiwillig. Für den angeschlagenen Jamie Leweling reichte es nicht, Josha Vagnoman war erst aus einer Verletzungspause zurück, Maximilian Mittelstädt spielte ungewohnt als Rechtsverteidiger.

Schlüsselmoment 1: Deniz Undav verpasst um Haaresbreite

Beinahe hielt der VfB dem FC Porto den Spiegel aus dem Hinspiel vor. Da hatten die Portugiesen Fehler der Stuttgarter konsequent und eiskalt bestraft. Dasselbe verpasste die Hoeneß-Elf nun. Der sonst bockstarke FC-Keeper Diogo Costa leistete sich im Spielaufbau einen Fehlpass auf Chris Führich, der den Konter sofort mit einem Dribbling startete. Am Sechzehner legte er quer auf Deniz Undav, der direkt mit links abzog. Nicht wenige hatten den Ball schon drin gesehen – doch die Kugel ging hauchzart am linken Pfosten vorbei, Costa war schon geschlagen.

Zuvor und auch in der Folge hatten die Schwaben die Partie voll im Griff. Viel Ballbesitz, gutes Gegenpressing – Porto spielte abwartend und auf Konter, ließ aber dennoch Chancen zu: So hielt Costa Chabots Kopfball (2.) und Führichs abgefälschten Distanzschuss (13.) und sollte auch im weiteren Spielverlauf bester Porto-Akteur sein.

Schlüsselmoment 2: Bitteres Gegentor bringt VfB ins Hintertreffen

Trotz der Stuttgarter Dominanz stand es plötzlich nach 21 Minuten 1:0 für Porto: Einen Steckpass auf Borja Sainz wollte Atakan Karazor mit einer Grätsche klären, diese wurde jedoch abgefälscht und damit zur perfekten Hereingabe. In der Mitte verlor Ramon Hendriks William Gomes komplett aus den Augen, hatte vielleicht nicht mit dem Ball gerechnet. Der rechte Außenbahnspieler lief im toten Winkel des VfB-Verteidigers zum Ball und schob zum schmeichelhaften 1:0 ein. Wieder hatten sich die Gastgeber als abgezockter und effizienter gezeigt.

Alexander Nübel verhinderte zwar noch gegen Zaidu die Vorentscheidung (29.), an den Stuttgarter Feldvorteilen änderte das aber nichts: Besonders Diogo Costa war es zu verdanken, dass Porto die Führung in die Kabine brachte. Der portugiesische Nationaltorhüter hielt gegen Bilal El Khannouss (30.) und Führich (32.), in nahezu allen Statistiken lag der VfB vorne (8:1 Ecken nach 34 Minuten). Einzig und allein auf der Anzeigetafel war Porto vorne – und das zählt bekanntlich.

Schlüsselmoment 3: Reflex verhindert Anschluss, Traumtor macht alles klar

Nach der Pause verschärfte Porto seinen Abwehrriegel noch einmal. Fest entschlossen, den Zweitorevorsprung über die Zeit zu bringen. Dementsprechend seltener wurden die klaren VfB-Chancen, in der 54. Minute fiel das 1:1 dennoch beinahe. Ein Abschluss von Demirovic wurde noch geblockt, Deniz Undav nahm den Ball per Volley-Aufsetzer direkt. Und einmal mehr war es Diogo Costa, der seinen Kasten vernagelte. Mit einem unglaublichen Reflex parierte er mit dem Oberarm und verhinderte so, dass der VfB relativ früh noch einmal Blut leckte.

Und so machte der Fußball wieder einmal das, was er eben macht: Viermal binnen weniger Sekunden hatte der VfB den Ball eigentlich schon erobert, immer wieder gewann ihn Porto zurück. Am Ende dieser Kette klaute Victor Froholdt Angelo Stiller die Kugel 18 Meter vor dem Tor und packte direkt den Hammer aus (72.). Nübel war chancenlos, der Schuss passte, Porto führte 2:0. Die Messe war gelesen, der VfB brauchte nun – ob Costas Form unmöglich erscheinende – drei Tore.

Zwei Minuten, zweimal Gelb – Nikolas Nartey fliegt vom Platz

Dass an diesem Abend vieles gegen den VfB laufen sollte, personalisierte Nikolas Nartey innerhalb einer Minute. In der 61. Minute eingewechselt, sah der Däne in der 76. und 77. Minute Gelb – die Ampelkarte war die Folge. Eine strenge, aber ob des harten Einsteigens besonders beim zweiten Foul eine vertretbare Entscheidung. Spätestens dann war die Gegenwehr gebrochen, viel passierte im Anschluss nicht mehr.

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