VfB Stuttgart

VfB gewinnt gegen FC Sion: Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Testspiel-Sieg

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Hiroki Ito ist die Allzweckwaffe beim VfB. Auf den Japaner kann sich Trainer Bruno Labbadia verlassen. © ZVW/Simeon Kramer

April-Wetter im Januar: So lassen sich die Bedingungen beim Testspiel des VfB Stuttgart gegen den FC Sion in Marbella beschreiben. Während sich die Sonne und der Regen nicht einigen konnten, zeigten die VfB-Profis eine ansprechende Leistung auf dem Rasen. Mit 3:0 wurde der FC Sion klar geschlagen. Wir tragen die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Testspiel-Sieg zusammen.

Aufstellung gegen Sion: Ist das die VfB-Startelf in der Bundesliga?

Was die Aufstellung betrifft, sind Testspiele oft nicht gerade aussagekräftig. Die Trainer rotieren, probieren neue Taktiken und Formationen aus. Doch nicht mit Bruno Labbadia. Der VfB-Coach ließ mit der Aufstellung gegen Sion deutlich erkennen, wie er in der Zukunft spielen lassen will. Erst ab der 60. Minute nahm der erfahrene Trainer die ersten Wechsel vor.

In der 4-3-3-Formation schickte Labbadia sein Team aufs Feld. Im Tor stand Florian Müller, die Abwehrreihe wurde mit Stenzel, Anton, Ito und Nartey besetzt. Im Dreier-Mittelfeld ist Wataru Endo auf der Sechser-Position gesetzt, Naouirou Ahamada und Enzo Millot spielten als Achter. Im Dreier-Sturm kamen Tiago Tomas, Silas und Serhou Guirassy zum Einsatz. Das sieht schon sehr nach Startelf aus – arg viel mehr Optionen (außer einem fitten Mavropanos) hat Labbadia sowieso nicht mehr.

Die Spielidee: So will Bruno Labbadia den VfB spielen lassen

Rotation ist das Schlüsselwort. Labbadia will zwei bewegliche Dreierreihen im Mittelfeld und Angriff haben. Die Angreifer sollen ständig in Bewegung sein, die Positionen tauschen und die Abwehrkette so auseinanderziehen. So tauchte Tiago Tomas immer wieder im Zentrum oder auf dem rechten Flügel auf, auch Serhou Guirassy wich öfters auf die Seite aus. Das gleich gilt für das Mittelfeld, wo Endo als Sechser und Millot/Ahamada als Achter keine feste Position haben.

Auffällig sind im Labbadia-System die hochstehenden Außenverteidiger bei eigenem Ballbesitz. So tauchten Pascal Stenzel und Nikolas Nartey gegen Sion immer wieder weit vorne in der gegnerischen Hälfte auf. Dafür ließ sich etwa Wataru Endo als Aufbauspieler zwischen die Innenverteidiger fallen. Um den Außenverteidigern auf dem Flügel Platz zu machen, zogen Silas und Tomas ins Zentrum. Mit dieser Maßnahme soll das Spielfeld breit und hoch gemacht werden, um Lücken in den Abwehrreihen der Gegner zu finden.

Welche VfB-Spieler konnten überzeugen?

Hiroki Ito, Nikolas Nartey und Pascal Stenzel konnten sich gegen Sion in den Vordergrund spielen. Vor allem Ito, der als Zagadou-Ersatz in die Innenverteidigung rücken musste, wurde von Labbadia gelobt. „Hiroki kann mehrere Positionen spielen, was uns bei dem engen Kader sehr hilft. Er war gut am Mann, hat Bälle abgelaufen und gute Pässe ins Mittelfeld gespielt.“

Auch Nikolas Nartey könnte von der Zagadou-Verletzung profitieren. Als Linksverteidiger zeigte der Däne eine starke Leistung und erzielte ein Tor. „Niko hat es gut gemacht, obwohl das nicht seine Position ist. Er war sehr klar in seinem Spiel, ist gut marschiert, hat sich taktisch gut orientiert und hat wichtige Zweikämpfe gewonnen.“

Pascal Stenzel könnte der große Gewinner der Vorbereitung werden. Da Josha Vagnoman mit muskulären Problemen kürzertreten muss, bekommt „Kalle“ die Chance als rechter Verteidiger. Bruno Labbadia hält viel von dem zuverlässigen Rechtsfuß. „Er war vom ersten Tag an voll da und hat jede Einheit mitgemacht. Man merkt, dass er das Spiel versteht und hat aktuell kaum Konkurrenz.“

Wie ordnet Bruno Labbadia den Testspiel-Sieg ein?

„Erfolgserlebnisse tun der Mannschaft sehr gut. Ich hoffe, dass die Spieler das als Selbstvertrauen mitnehmen und die Abläufe noch mehr verinnerlichen“, sagte Bruno Labbadia nach dem Sion-Spiel. Vor allem die drei Treffer freuten den VfB-Trainer. „Wir haben bei den Toren vieles davon gesehen, was wir in den letzten Tagen trainiert haben. Die Treffer waren gut rausgespielt. Das war das, was uns zuletzt gefehlt hat.“

Trotzdem sei nicht alles perfekt gelaufen an diesem Nachmittag: „In der ersten Halbzeit fehlte und aber die Klarheit vor dem Tor“, monierte Labbadia. „Wichtig war aber, dass wir kein Tor kassiert haben.“ Den 3:0-Erfolg nehme der VfB gerne mit. „Siege sind ja zuletzt nicht so oft gewesen. Die brauchst du aber, um den Glauben an die eigenen Stärken zurückzubekommen.“