VfB Stuttgart

VfB-Präsident Claus Vogt will Esecon-Abschlussbericht offenlegen: Bernd Gaiser und Rainer Mutschler verhindern die Veröffentlichung

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Erhebt erneut schwere Vorwürfe gegen seine Präsidiumskollegen: VfB-Präsident Claus Vogt. © Benjamin Büttner

Am späten Freitagabend (12.02.) verkündete das dreiköpfige Präsidium des VfB Stuttgart e.V. In einer gemeinsamen Erklärung, was seit Tagen schon inoffiziell feststand: Die Mitgliederversammlung wird um zehn Tage auf Sonntag, den 28. März 2021, verschoben und soll rein digital stattfinden. Parallel dazu veröffentlichte Präsident Claus Vogt ein brisantes Schreiben zu den Hintergründen der Entscheidung. Darin erhebt er erneut schwere Vorwürfe gegen seine beiden Präsidiumskollegen.

Claus Vogt wurde von seinen Präsidiumskollegen mehrfach überstimmt

Die Position des Präsidenten vor der entscheidenden Präsidiumssitzung am vergangenen Mittwoch (10.02.) war klar: Er wolle die Mitgliederversammlung (MV) um mehrere Monate nach hinten verschieben, um sie als Präsenzveranstaltung durchführen zu können. Aus gleich mehreren Gründen schien dies dem Unternehmer aus Waldenbuch angemessen, nicht zuletzt wegen den technischen und rechtlichen Risiken durch eine rein digitale stattfindenden MV mit knapp 72.000 Mitgliedern.

Dagegen war auch die Position der beiden anderen Mitgliedern im Präsidium, Dr. Bernd Gaiser und Rainer Mutschler, bekannt. Sie wollten die die MV so schnell wie möglich durchführen, auch aus Eigeninteresse: Vor allem Mutschler steht nach den Veröffentlichungen des Hamburger Magazins Spiegel scharf in der Kritik. Er soll nicht nur am Guerilla-Marketing im Zuge der Ausgliederung im Jahr 2017 federführend beteiligt gewesen sein, sondern die Aufklärungsarbeit der Esecon-Ermittler auch behindert haben. Letzterer Vorwurf gilt auch für seinen Kollegen Gaiser.

Die öffentlich bereits publik gewordene Entscheidung wurde zwei Tage später bekanntgegeben: Mit einem Mehrheitsbeschluss drückten Gaiser und Mutschler gegen den Willen des amtierenden Präsidenten Claus Vogt die rein digitale MV am 28. März 2021 durch. Auch gegen den Willen von über 140 offiziellen Fan-Clubs, dem Fanausschuss und einigen Mitgliedern des Vereinsbeirats, die sich ebenfalls für eine MV in den Sommermonaten aussprachen.

Gaiser und Mutschler verhindern die Veröffentlichung des Esecon-Abschlussberichts

Brisanter als der vorhersehbare Mehrheitsbeschluss zur zeitnahen Verschiebung der MV war allerdings das Schreiben, dass Präsident Claus Vogt zeitgleich veröffentlichte. In diesem erhebt er erneut schwere Vorwürfe gegen seine beiden Präsidiumskollegen. Es sei sein Anliegen gewesen, den Esecon-Abschlussbericht zur Aufklärung der Daten-Affäre zu veröffentlichen und den Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. So sei dies auch vom Präsidium in einem Schreiben vom 13. Oktober 2020 angekündigt worden.

Doch auch hier soll der Präsident laut eigener Aussage von Bernd Gaiser und Rainer Mutschler überstimmt worden sein. Damit könne der Esecon-Abschlussbericht aktuell nicht von den Mitgliedern eingesehen werden. Damit verhindern genau die Personen im Präsidium des e.V., die durch die zuletzt veröffentlichten Details aus dem Abschlussbericht am meisten beschuldigt werden, die Offenlegung genau dieses Schriftstücks. Wie grotesk diese Präsidiumsentscheidung mit diesem Hintergrund erscheint, bedarf an dieser Stelle keine weitere Erklärung.