VfB Stuttgart

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat: So ist der aktuelle Stand der Kaderplanungen

Sven Mislintat
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat. © Danny Galm

Am Montag (19.07.) hat der VfB Stuttgart mit Chris Führich vom SC Paderborn seinen fünften Neuzugang in dieser Transferperiode präsentiert. Dem gegenüber stehen Abgänge von Leistungsträgern wie Gregor Kobel, Gonzalo Castro und Nicolas Gonzalez. Wie ist der aktuelle Stand der Kaderplanungen und wie bewertet Sportdirektor Sven Mislintat die bisherigen Tage im Trainingslager in Kitzbühel?

War es das in Sachen Neuzugänge?

Neben Führich haben die Schwaben Ömer Beyaz (Fenerbahce Istanbul), Hiroki Ito (Júbilo Iwata) und Florian Müller (FSV Mainz 05) verpflichtet. Auch der junge Australier Alou Kuol (von Central Coast) wird künftig das VfB-Trikot tragen, soll aber zunächst über die U21 an die Profis herangeführt werden. Hinzu kommen Jugendspieler wie Jordan Meyer, Leihrückkehrer Nikolas Nartey (zuletzt Rostock und Sandhausen) sowie Clinton Mola, der nach einer langwierigen Hüftverletzung endlich wieder voll einsatzfähig ist. 

War es das jetzt also in Sachen Neuzugänge? „Grundsätzlich ja“, sagt Sven Mislintat, „aber du weißt es natürlich nie.“ Sollte sich auf dem Markt noch eine „sensationelle Möglichkeit ergeben“, so der Sportdirektor, „dann können wir natürlich noch was machen. Aber nur, wenn es auch Sinn ergibt. Und dann auch eher perspektivisch.“

Die positiven Überraschungen des Trainingslagers

Im Großen und Ganzen ist der Kaderplaner mit seinem bisherigen Werk zufrieden, die Planungen sind weitestgehend abgeschlossen: „Der Kader steht Stand heute ziemlich gut da.“

Mit Kobel (zum BVB) und Gonzalez (zum AC Florenz) habe man zwar „zwei Top-Spieler“ verloren, dafür habe man mit Florian Müller und Chris Führich die „absoluten Wünschlösungen“ verpflichten können, so Mislintat: „Darüber hinaus haben wir Hiroki Ito, der vielleicht Marcin Kaminski in der Kaderplanung ersetzt.“

Den Japaner zählt Mislintat zu den positiven Überraschungen des bisherigen Trainingslagers: „Sein linker Fuß ist außergewöhnlich.“ Weiter ist Mislintat von Clinton Mola und Ömer Beyaz beeindruckt ist: „Clinton macht nach seiner langen Verletzungspause einen guten Eindruck und Ömer ist schon sehr weit für seine 17 Jahre.“

Zudem gefällt Nachwuchskeeper Florian Schock. Der 20 Jahre alte Schlussmann aus Ostfildern/Ruit wurde für den zu Eintracht Frankfurt gewechselten Jens Grahl nachnominiert. „Er strahlt mit seinen 1,99 Meter auch etwas aus“, lobt Mislintat. 

Florian Schock
Enorme Spannweite: Nachwuchskeeper Florian Schock. © Danny Galm

Der Kern der Mannschaft steht

Mislintats Botschaft ist klar: Der Kern der Mannschaft steht. Im Tor ist Müller trotz seiner Olympia-Reise gesetzt. Die Dreierkette (Kempf, Anton, Mavropanos) dürfte ebenfalls stehen. Lediglich hinter der Zukunft von Marc Oliver Kempf steht weiterhin ein kleines Fragezeichen. Im Zentrum vor der Abwehr führt an Wataru Endo kein Weg vorbei. Karazor, Ahamada, Nartey sowie der aktuell verletzte Orel Mangala sind die angepeilten Partner. 

Auf den Außenbahnen (Sosa, Massimo, Führich, Cisse, Coulibaly, Churlinov) gibt es reichlich Alternativen, gleiches gilt für das Kreativzentrum (Klimowicz, Förster, Didavi, Beyaz). Und vorne im Sturm plant der VfB weiter mit Top-Torjäger Sasa Kalajdzic.

Ebenso wie Trainer Pellegrino Matarazzo sieht auch Mislintat die Gerüchte um den Österreicher relativ entspannt: „Sasa hat zwei Jahre Vertrag und fühlt sich bei uns pudelwohl. Er hat den ganzen Sommer in VfB-Klamotten trainiert, ich mache mir da jetzt nicht so viele Sorgen.“

„Das ist Kaffeesatzleserei“: Mislintat wagt keine Prognose

Was Mislintat zusätzlich positiv stimmt, ist die Breite im Stuttgarter Aufgebot. Back-Up-Lösungen stehen in allen Mannschaftsteilen bereit. Angefangen von der Torhüterposition (Mislintat: „Mit Flo und Fabi haben wir eigentlich zwei Stammtorhüter“) bis hin zum Sturm, wo Hamadi Al Ghaddioui und Youngster Mo Sankoh auf Einsatzminuten warten. Klar sein dürfte jedoch: Sollte Kalajdzic den VfB in diesem Sommer doch noch verlassen, müsste Mislintat nochmal aktiv werden und einen Ersatz verpflichten.

Eine Prognose mit Blick auf den Bundesliga-Start in rund drei Wochen wagt der erfahrene Sportdirektor derweil nicht: „Das ist Kaffeesatzleserei.“ Wenn am 14. August um 15.30 Uhr der Aufsteiger Greuther Fürth in die Mercedes-Benz-Arena kommt, „dann ist alles auf Null gestellt.“