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VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund: Warum das Duell an Bedeutung gewonnen hat

Jamie Leweling und Rami Bensebaini im April 2026: Auch im jüngsten Duell zwischen dem VfB und Dortmund ging es ordentlich zur Sa
Jamie Leweling und Rami Bensebaini im April 2026: Auch im jüngsten Duell zwischen dem VfB und Dortmund ging es ordentlich zur Sache. Am Ende siegte der BVB mit 2:0. © Julia Rahn

Stuttgart. Der VfB Stuttgart steht nach drei Bundesliga-Spieltagen bereits etwas unter Druck, während der BVB mit neun Punkten perfekt gestartet ist. Vor dem Duell am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) in der MHP-Arena spricht Trainer Sebastian Hoeneß über die neue Nähe zu Dortmund, die bisherigen Schwächen seines Teams – und warum die Duelle mit den Westfalen inzwischen mehr Brisanz besitzen.

Es gibt angenehmere Ausgangslagen für ein Spiel gegen Borussia Dortmund. Drei Punkte hat der VfB Stuttgart nach drei Bundesligaspielen auf dem Konto. Dortmund dagegen hat bislang alles eingesammelt, was es einzusammeln gab: drei Spiele, drei Siege, neun Punkte. Wenn am Samstagabend gespielt wird, treffen also zwei Mannschaften aufeinander, deren Saison bislang in ziemlich unterschiedliche Richtungen gelaufen ist. Der Druck ist noch nicht dramatisch – dafür ist die Saison zu jung. Aber er ist vorhanden. Nach dem 1:2 bei der TSG Hoffenheim braucht Stuttgart ein Ergebnis, das den holprigen Start nicht weiter verschärft. Ausgerechnet jetzt kommt Dortmund, der Tabellenzweite, der bislang durch Effizienz und Stabilität auffällt.

Der VfB Stuttgart ist näher an den BVB herangerückt

Und dann ist da noch diese andere Geschichte: Der VfB ist Borussia Dortmund in den vergangenen Jahren näher gekommen. Nicht nahe genug, um die alte Ordnung des deutschen Fußballs außer Kraft zu setzen. Bayern und Dortmund stehen weiterhin für die absolute Spitze. Aber doch nahe genug, dass die Begegnung inzwischen anders aussieht als noch vor ein paar Jahren. „Ein großer Punkt ist: Wir sind in den letzten Jahren einfach viel näher gekommen“, sagt Sebastian Hoeneß. „Deswegen werden wir von den Dortmundern und auch aufgrund der jüngsten Ergebnisse sicher etwas anders wahrgenommen.“ Man könnte auch sagen: Stuttgart hat sich seinen Platz am Tisch erarbeitet.

Hoeneß übernahm den VfB 2023 auf dem letzten Tabellenplatz. Heute spricht er über Dortmund nicht mehr wie über einen unerreichbaren Maßstab, sondern wie über einen Gegner, der den VfB ernst nehmen muss. „Da ist ein bisschen mehr Brisanz drin für uns und unsere Fans“, sagt Hoeneß. „Aber das ist etwas Gutes. Für uns und für die Bundesliga.“

Der BVB kommt mit der maximalen Ausbeute nach Stuttgart. Dazu das Gefühl einer Mannschaft, die derzeit nicht viele Gelegenheiten braucht, um Spiele zu gewinnen. „Dortmund gelingt es aktuell, Spiele zu gewinnen“, sagt Hoeneß. Das klingt banal. Ist es aber nicht. Denn genau darin liegt der Unterschied zum VfB. Stuttgart sucht nach Konstanz, Dortmund hat sie zumindest ergebnistechnisch bereits gefunden.

Hoeneß beschreibt den BVB als „sehr stabil“ und „sehr klar“ in seinem Spiel. Dazu kämen Körperlichkeit und Körpersprache. Dortmund brauche „nicht viel, um Spiele zu gewinnen“. Die Mannschaft sei „sehr effizient“. Und deshalb sagt Hoeneß auch: „Wir brauchen eine Top-Performance.“ Eine solche Leistung wird aus seiner Sicht vor allem eine Frage der Balance sein. Der VfB möchte seine offensive Durchschlagskraft nicht opfern, muss aber gleichzeitig jene Räume schließen, die zuletzt immer wieder entstanden sind.

Woran VfB-Coach Hoeneß in der Trainingswoche gearbeitet hat

In der Trainingswoche ging es deshalb vor allem um ein Thema, das weniger glamourös klingt als Ballbesitz und Pressing, gegen Dortmund aber entscheidend werden könnte: das Verteidigen langer Konter. „Wir waren nicht schlecht gestaffelt zuletzt“, sagt Hoeneß. „Aber die gruppentaktischen Abläufe waren noch nicht gut.“ Der Gegner komme „zu leicht hinter unsere Kette“. Das ist ziemlich genau die Sorte Schwäche, die Dortmund derzeit gebrauchen kann. Also wurde trainiert: Anschluss, Kompaktheit, Intensität, Präzision, Aggressivität. Vor allem aber die Frage, was passiert, wenn der Ball weg ist. „Das Thema müssen wir anpacken“, sagt Hoeneß.

Hinzu kommt eine kleine Pointe der Statistik: Die einzige Heimniederlage des VfB bislang im Kalenderjahr 2026 kassierten die Stuttgarter in der MHP-Arena gegen Borussia Dortmund. Ansonsten waren die jüngsten Begegnungen mit den Schwarzgelben durchaus geeignet, die alte Hierarchie etwas durcheinanderzubringen. Die Duelle waren hitzig, eng und häufig mit einem guten Ausgang für Stuttgart.

Auch die Transfers von Waldemar Anton und Serhou Guirassy im Sommer 2024 von Stuttgart nach Dortmund haben dafür gesorgt, dass aus einem Bundesliga-Klassiker ein Spiel mit persönlicher Vorgeschichte geworden ist. Besonders Anton dürfte am Samstag wieder im Mittelpunkt stehen. Dortmunds Trainer Niko Kovac rechnet offenbar damit, dass sein Innenverteidiger von Teilen des Stuttgarter Publikums nicht besonders herzlich begrüßt wird. „Waldi hat schon bewiesen, dass es ihn komplett kaltlässt“, sagt Kovac. Gleichzeitig findet er, dass irgendwann auch einmal gut sein müsse. Man dürfe nicht vergessen, „was Waldi für diesen Club getan hat, als es wirklich nicht so gut lief“.

Karetsas vor BVB-Comeback, Stiller-Hoffnung beim VfB

Dortmund kann wieder auf Konstantinos Karetsas zurückgreifen. Der 18-Jährige war vor neun Tagen beim Champions-League-Spiel gegen Villarreal nach Kreislaufproblemen zusammengebrochen und anschließend ins Krankenhaus gebracht worden. Laut Kovac ist der Mittelfeldspieler wohlauf und soll nach aktuellem Stand mit nach Stuttgart reisen.

Beim VfB gibt es derweil Hoffnung auf Angelo Stiller. Der Mittelfeldspieler musste in Hoffenheim angeschlagen vom Platz und entwickelte sich in den vergangenen Tagen positiv. Ob es bereits für den Kader reicht, entscheidet sich kurzfristig. Auch Nikolas Nartey steht vor der Rückkehr. Dan-Axel Zagadou, Luca Jaquez, Lorenz Assignon und Tiago Tomás fallen dagegen weiterhin aus. Dennis Seimen und Justin Diehl befinden sich zumindest im Teiltraining.

So treffen am Samstag zwei Mannschaften aufeinander, die sich in den vergangenen Jahren angenähert haben, derzeit aber mit sehr unterschiedlichen Vorzeichen in dieses Spiel gehen. Die Saison ist jung. Aber der VfB braucht gegen den BVB trotzdem mehr als nur packende 90 Minuten. „Die Jungs werden sehr heiß sein für dieses Spiel“, sagt Hoeneß. „Da werden schöne Momente erzeugt, da bin ich mir sicher.“ Punkte wären derzeit allerdings noch etwas hilfreicher.

So könnten die Teams starten

VfB Stuttgart: Bredlow - Jeltsch, Chabot, Hendriks - Leweling, Prömel, Stiller, Mittelstädt - Undav, Führich - Demirovic

Borussia Dortmund: Kobel - Gadou, Anton, Schlotterbeck - Ryerson, Veerman, Nmecha, Svensson - Nwaneri, Fabio Silva - Guirassy

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