VfB Stuttgart

VfB tief in der Krise: Wie Trainer Pellegrino Matarazzo die Talfahrt stoppen will

Fußball SC Freiburg vs. VfB Stuttgart
Muss den VfB schnell wieder in die Spur bringen: Trainer Pellegrino Matarazzo. © Pressefoto Baumann

Der Ärger über einen zurückgenommenen Elfmeter dominierte nach der Niederlage des VfB Stuttgart beim SC Freiburg die Debatten. Dabei kann der Wirbel um den strittigen VAR-Eingriff nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Schwaben im Breisgau einen dürftigen Auftritt hinlegten. Die Probleme liegen tief, die Zeit rennt. Ein Kurz-Trainingslager in Spanien soll nun für einen Stimmungs-Umschwung sorgen. Und zum Wendepunkt im Abstiegskampf werden.

Viele Baustellen für den Trainer

Dabei gibt es für Trainer Pellegrino Matarazzo zahlreiche Baustellen. Weder in der Defensive noch im Angriffsspiel läuft es aktuell rund. Die Stuttgarter Hintermannschaft agiert zwar nicht wie ein unsortierter Hühnerhaufen. Stabilität strahlen die Verteidiger um Abwehrchef Waldemar Anton allerdings auch nicht aus. 35 Gegentore nach 20 Spieltagen sprechen eine eindeutige Sprache. Vor allem nach Ballverlusten ist der VfB verwundbar wie kaum ein anderes Team in der Liga. 

Ebenso drängend erscheint die Offensivproblematik. Seit fünf Spielen sind die Schwaben ohne Treffer. Vereins-Negativrekord. Wie schon in der Vorwoche beim 0:2 gegen RB Leipzig war den Stuttgartern auch am Samstag (22.01.) in Freiburg das Bemühen nicht abzusprechen. Erspielten sich Kalajdzic und Co. gegen RB noch ein paar gute Gelegenheiten und ließen lediglich die nötige Effizienz und Präzision im Abschluss vermissen, so präsentierte sich die schwäbische Angriffsreihe im Breisgau harmlos wie ein Rudel Hundewelpen.

Kein Zug zum Tor, keine Kreativität, keine Überraschungsmomente. Die gut geölte Freiburger Mannschaft konnte den VfB so ohne all zu große Mühen vom eigenen Tor fernhalten. Bis auf einen Kalajdzic-Kopfball musste SC-Keeper Mark Flekken quasi nicht ins Geschehen eingreifen (57.).  

VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic ratlos

„Ich muss schauen, was ich besser machen kann und werde das mit dem Trainer analysieren. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht“, so der sichtlich abgekämpfte Österreicher nach der fünften sieglosen Partie in Serie: „Das einzige Positive, das ich nach dem Spiel sehe, ist, dass wir jetzt zwei Wochen Zeit haben, uns vorzubereiten und zu trainieren.“ 

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Am Sonntagmittag (23.01.) ging es für Mannschaft, Trainer- und Funktionsteam in ein sechstägiges Trainingslager nach Spanien. In Marbella soll der Reset-Knopf gedrückt werden. Und womöglich sogar Grundlegendes im Stuttgarter Spiel verändert werden, um die Wende im Abstiegskampf herbeizuführen. 

Woran im Kurz-Trainingslager gearbeitet werden soll

„Ich habe jetzt auch ein paar Tage Zeit, um zu überlegen, ob wir eine neue Struktur brauchen, neue Abläufe“, so Trainer Pellegrino Matarazzo, der auch einen Systemwechsel in Betracht zieht: „Ich schließe nichts aus.“ Zwar habe die weniger risikobehaftete Spielweise seine Mannschaft in den letzten beiden Partien stabilisiert, „aber irgendwann muss man auch mal ein gewisses Risiko eingehen.“ 

Auch im athletischen Bereich soll noch einmal nachgearbeitet werden. Diesbezüglich werde die Reise an die Costa del Sol eine „Overload-Woche“, so der Chefcoach: „Es ist nicht unwichtig für uns, ein Stück weit fitter zu werden.“ Sportdirektor Sven Mislintat pflichtet bei: „Die Defizite, die durch Corona und Verletzungen verursacht wurden, wollen wir aufarbeiten.“

Neben der Arbeit auf dem Trainingsplatz soll auch ein „Wir-Gefühl“ entstehen, womöglich sogar eine Art Wagenburg-Mentalität, welche das Team durch die Rest-Rückrunde tragen soll. Gespräche beim gemeinsamen Abendessen, vielleicht auch mal ein gemeinsames Bierchen. „Das gibt es aktuell nicht - und das würde unserer Gruppe sehr guttun“, so Matarazzo. 

Derweil hält Sven Mislintat am eingeschlagenen Weg fest: „Es gibt meines Erachtens kein Allheilmittel und keine klare Aussage dazu, ob Jugend oder Erfahrung dazu führt. Das Entscheidende ist, dass die Jungs die Persönlichkeit und Qualität auf den Platz bringen können, die in ihnen steckt.“

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