VfB Stuttgart

VfB verliert in Unterzahl gegen RB Leipzig: Chancenlos beim Stresstest in Sachsen

Fußball Bundesliga  RB Leipzig  vs. VfB Stuttgart
Sah früh in der Partie die Rote Karte: Stuttgarts Mittelfeldspieler Naouirou Ahamada. © Pressefoto Baumann

Der Arbeitstag von Naouirou Ahamda dauerte an diesem Sonntag lediglich 14 Minuten. Im Zweikampf mit Leipzigs Amadou Haidara kam der 19-jährige Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart klar zu spät und erwischte seinen Gegenspieler mit der offenen Sohle am Schienbein. Der junge Franzose sah daraufhin eine berechtigte Rote Karte. „Das hat das Spiel komplett verändert“, befand VfB-Coach Matarazzo. Aus der komplizierten Aufgabe beim designierten Vizemeister war für den Aufsteiger so schon früh in der Partie eine schier unlösbare geworden. Und für die VfB-Defensive der vielleicht größtmögliche Stresstest. Beim 0:2 (0:0) zogen sich die Schwaben allerdings den Umständen entsprechend achtbar aus der Affäre.

Haidara knackt das schwäbische Bollwerk

Die Leipziger stürmten in Überzahl an, hatten über 70 Prozent Ballbesitz, aber lange Zeit nur selten Tempo und Ideen im letzten Drittel. Das Stuttgarter Abwehrkollektiv wiederum schlug sich zunächst wacker, verteidigte mit viel Leidenschaft und Mut.

Der aufmerksame Keeper Gregor Kobel bestätigte zudem einmal mehr seine bärenstarke Form. Und die Dreierreihe um Kempf, Anton und Mavropanos betonierten eine massive Mauer rund um den eigenen Strafraum. Die hielt immerhin bis zur 46 Minute dicht. Als sich die VfB-Profis aber 23 Sekunden nach dem Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit gedanklich noch in der Kabine wähnten, schlugen die „Roten Bullen“ eiskalt zu: Flanke Dani Olmo, Kopfball Haidara. 1:0 für die Hausherren, Bollwerk geknackt - und das Spiel quasi entschieden. Kobel bemängelte: „Da hätten wir mit einer anderen Energie in die zweite Hälfte starten müssen.“

VfB-Offensive bleibt ohne Torabschluss

Mit einem Mann mehr auf dem Feld spielten die Sachsen die Partie routiniert und ohne all zu großen Kräfteverschleiß zu Ende. Dennoch gab es zuhauf Chancen für die Leipziger, die allesamt vom überragenden Gregor Kobel entschärft wurden. Der Schweizer Schlussmann verhinderte mit beeindruckenden Paraden ein Debakel. Einzig der eingewechselte Emil Forsberg konnte den VfB-Keeper vom Elfmeterpunkt ein weiteres Mal überwinden (67.). „Wir haben heute eine sehr gute Torwartleistung gesehen“, lobte Matarazzo.

In Unterzahl war sein Team jedoch komplett chancenlos gegen einen sagenhaft spielstarken Gegner. Ohne eigenen Torabschluss beendeten die Matarazzo-Schützlinge diese Belastungsprobe im Leipziger Zentralstadion. Laut den Statistikern von Opta war das zuvor nur Werder Bremen beim 0:6 beim FC Bayern im Oktober 2014 passiert. „Das war ein schwieriges Spiel für uns. Schade, dass wir uns am Ende nicht belohnen konnten mit einem Punkt“, sagte Verteidiger Marc-Oliver Kempf nach dem Abpfiff.

Nach der vierten Niederlage in Folge kommt den Stuttgartern die Pokalpause am kommenden Wochenende jetzt wohl gerade recht. Vor den letzten drei Partien gegen Augsburg, Gladbach und Bielefeld kann sich die junge Truppe noch einmal sammeln. Womöglich kehren im Schlussspurt auch die aktuell verletzten Leistungsträger Orel Mangala und Borna Sosa zurück.

RB Leipzig - VfB Stuttgart 2:0 (0:0)

Leipzig: Gulacsi - Konaté (46. Upamecano), Orban, Klostermann (65. Mukiele) - Adams (73. Henrichs), Kampl, Haidara, Angelino - Dani Olmo (76. Kluivert), Nkunku (65. Forsberg) - Sörloth

Stuttgart: Kobel - Kempf, Anton, Mavropanos - Coulibaly (88. Churlinov), Endo, Ahamada, Massimo - Castro (74. Karazor), Kalajdzic (74. Sankoh), Förster

Tore: 1:0 Haidara (46.), 2:0 Forsberg (67./FE)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberaspach)

Zuschauer: -

Gelbe Karten: Konate, Henrichs

Rote Karte: Ahamada (14.)