VfB Stuttgart

VfB-Youngster Mateo Klimowicz bei der U-21-EM: Die Brust soll breiter werden

Fußball FC Bayern München vs. VfB Stuttgart
Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo (re.) hofft, dass Mateo Klimowicz bei der U-21-Nationalmannschaft Selbstvertrauen tanken kann. © Pressefoto Baumann

Deutschlands U-21-Fußballer starten am Mittwochabend (21 Uhr/ProSieben) gegen Mit-Gastgeber Ungarn in die Europameisterschaft. Mit einem Sieg gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner will sich die Mannschaft von Nationaltrainer Stefan Kuntz in der Gruppe A direkt eine gute Ausgangsposition verschaffen. Für Mateo Klimowicz vom VfB Stuttgart beginnt dann sein ganz persönliches EM-Abenteuer. Sein Vereinscoach Pellegrino Matarazzo hofft derweil, dass der offensive Mittelfeldspieler im Trikot mit dem Adler auf der Brust weiter wachsen wird: „Ich wünsche mir, dass er eine breitere Brust bekommt.“

Schwächen: Robustheit, Abschlussqualität, Effektivität

In der Nominierung sieht Matarazzo auch eine Bestätigung für die Qualität des kleinen Rechtsfußes: „Eine Qualität, die er auch bei uns schon gezeigt hat.“ Als Tempomacher zwischen den Ketten hat der 20-Jährige in der Liga bereits überzeugen können. Im Oktober 2020 wurde der Sohn von Ex-Bundesliga-Profi Diego Klimowicz sogar zum „Rookie des Monats“ gewählt.

Dennoch gibt es natürlich auch beim Youngster noch Steigerungspotential. Und hierbei darf die Hoffnung von Pellegrino Matarazzo auf eine „breitere Brust“ durchaus wörtlich verstanden werden. Als Klimowicz einmal in der Sturmspitze ran durfte, merkte Sportdirektor Sven Mislintat hinterher an: „Auf der Neun hat man gemerkt, dass er im Infight etwas mehr Körper braucht. Aber wenn er sich frei zwischen den Ketten bewegen kann, dann ist es eine Augenweide.“ In den Bereichen Robustheit, Abschlussqualität und Effektivität kann Klimowicz also noch zulegen. Auch im mentalen Bereich - besonders im Umgang mit eigenen Fehlern und misslungenen Aktionen - gibt es noch Luft nach oben.

Stärken: Tempo, Technik, Dynamik

Seine Stärken hat der technisch versierte Angreifer vor allem, wenn er zwischen den Linien den Ball bekommt, dynamisch aufdreht und mit Tempo auf die Abwehrreihe des Gegners zudribbeln kann. Fluch und Segen zugleich ist dabei auch die Flexibilität von „Teto“, wie Klimowicz in Stuttgart gerufen wird. Auf den Flügeln, auf der Zehn und auch auf der Neun kann der im argentinischen Cordoba geborene Kicker ran. In der Bundesliga kam der Offensivmann zuletzt häufig nur von der Bank. Nach dem Ausfall von Flügelspieler Silas Wamangituka (Kreuzbandriss) dürfte er aber wieder vermehrt in den Fokus rücken.

Keine endgültige Entscheidung für die DFB-Auswahl

Bei der U-21-Europameisterschaft wird sich Klimowicz zunächst wohl mit einem Platz auf der Ersatzbank begnügen müssen. Für die DFB-Auswahl darf der Argentinier auflaufen, weil er neben dem argentinischen auch einen deutschen Pass besitzt. Klimowicz hätte sich allerdings auch für einen anderen Verband entscheiden können. „Sein Papa ist Argentinier und hat zudem den spanischen Pass, der Opa ist Pole, und er selbst ist in Deutschland geboren“, so U-21-Nationaltrainer Stefan Kuntz.

Mit seiner Entscheidung für die deutsche U21 hat sich Klimowicz zudem nicht endgültig an den DFB gebunden: Nach den Regeln der FIFA könnte er trotz Einsätzen bei der DFB-Juniorenauswahl für die A-Nationalmannschaft Argentiniens auflaufen. Der Weltverband müsste in diesem Fall einem Wechsel zum „alten“ Verband nur zustimmen.

Voraussichtliche Aufstellungen:

  • Ungarn: Demjen (Zalaegerszegi/23 Jahre/17 U21-Länderspiele) - Hinora (Vasas/23/7), Balogh (FC Parma/18/2), Varju (MTK Budapest/19/0), Deutsch (Puskás Akadémia/22/1) - Csonka (Budafoki MTE/20/3) - Skribek (Budafok/19/0), Mezei (MTK Budapest/20/2), Szendrei (Budapest Honvéd/20/1), Kiss (Puskás Akadémia/20/3) - Baranyi (Debrecen/20/1)
  • Deutschland: Dahmen (FSV Mainz 05/22/2) - Baku (VfL Wolfsburg/22/8), Pieper (Arminia Bielefeld/23/4), Schlotterbeck (1. FC Union Berlin/ 21/7), Raum (SpVgg Greuther Fürth/22/2) - Maier (Arminia Bielefeld/ 22/12), Dorsch (KAA Gent/23/8) - Berisha (Red Bull Salzburg/22/7), Özcan (1. FC Köln/23/11), Burkardt (FSV Mainz 05/20/5) - Nmecha (RSC Anderlecht/22/14)
  • Schiedsrichter: Guillermo Cuadra Fernandez (Spanien)