VfB Stuttgart

Vier VfB-Profis dabei, Undav fehlt: Das sagt Hoeneß zum ersten Klopp-Kader

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß verfolgt den Neustart bei der Nationalelf mit großem Interesse.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß verfolgt den Neustart bei der Nationalelf mit großem Interesse. © Hansjürgen Britsch

Stuttgart/Frankfurt. Es ist ein ziemlich großer Aufschlag, den Jürgen Klopp bei seinem Start als Bundestrainer gewählt hat. 44 Spieler umfasst sein erstes Aufgebot für die kommenden vier Nations-League-Partien mit der DFB-Auwahl. Und mittendrin: vier Profis des VfB Stuttgart. Was Sebastian Hoeneß über den ersten Klopp-Kader denkt, lesen Sie hier.

Finn Jeltsch, Maximilian Mittelstädt, Josha Vagnoman und Chris Führich dürfen sich über eine Einladung zur Nationalmannschaft freuen. Wobei Klopp seine XXL-Auswahl in zwei Blöcke geteilt hat: Vagnoman und Führich gehören zum ersten 24er-Aufgebot für die Spiele in Amsterdam gegen die Niederlande (24. September) und in Augsburg gegen Griechenland (27. September). Jeltsch und Mittelstädt stoßen für die Partien gegen Serbien und erneut Griechenland Anfang Oktober hinzu.

So denkt VfB-Trainer Hoeneß über den XXL-Kader

VfB-Trainer Sebastian Hoeneß verfolgt die neue Ordnung mit Interesse. „Ich finde die Idee mit dem großen Kader interessant – und erstmal gut“, sagte er am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund. „Zwei unserer Spieler sind in der ersten Woche dabei, zwei in der zweiten. Der Bundestrainer möchte die Zeit nutzen und so viele Eindrücke wie möglich sammeln.“

Vier Stuttgarter sind für den Moment also dabei. Hoeneß hätte gegen eine größere VfB-Abstellung allerdings nichts einzuwenden gehabt. „Wir freuen uns über die vier Jungs, die dabei sind. Gerne hätten wir natürlich noch den einen oder anderen mehr dabei gesehen.“ Gemeint sein dürften insbesondere Deniz Undav, Angelo Stiller und Jamie Leweling. Das Trio hatte noch zum deutschen WM-Aufgebot gehört, fehlt nun aber in Klopps Premieren-Kader.

Für Hoeneß ist das allerdings kein Grund für lange Gesichter. Im Gegenteil: Die Zeit bis zu den nächsten Länderspielen soll genutzt werden. „Jetzt liegt es an den Jungs und an uns im Trainerteam. Wenn es gut läuft, werden sie automatisch wieder ins Schaufenster kommen.“ Undav soll dabei ebenso wie Stiller und Leweling zunächst an seiner körperlichen Verfassung arbeiten. „Wir nutzen die Zeit für die drei Spieler, um sie in bessere körperliche Verfassung zu bringen“, sagte Hoeneß.

Vor allem bei Undav sieht Hoeneß keinen dauerhaften Rückschritt. Zwischen Klopp, dem VfB-Trainer und dem Angreifer habe es bereits einen Austausch gegeben. „Der war gut, offen, transparent“, berichtete Hoeneß. Undav habe derzeit mit einigen Wehwehchen zu kämpfen. Hoeneß räumt zugleich ein: „Dass Deniz seine Wehwehchen hat, habe auch ich schon angesprochen. Ich habe es allerdings nicht so kritisch gesehen.“ Dass der Stürmer derzeit nicht seine beste Phase erlebt, weiß auch Hoeneß. „Dass Deniz natürlich besser spielen kann, wird er auch wissen.“ Seine Einschätzung fällt dennoch klar aus: „Für mich ist es nur eine Frage der Zeit.“ Der VfB wolle Undav diese Zeit geben. Dann, so Hoeneß, werde der Nationalspieler „ganz schnell wieder in den Fokus rücken“.

VfB-Verteidiger Finn Jeltsch: Klopp war offenbar sofort überzeugt

Für einen anderen Stuttgarter ging es dagegen zuletzt ziemlich schnell. Finn Jeltsch ist erstmals für die A-Nationalmannschaft nominiert worden. Und der 20-Jährige scheint beim neuen Bundestrainer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen zu haben. „Wir hoffen, dass er Minuten bekommt“, sagte Hoeneß. Dass Jeltsch das Zeug für die Nationalmannschaft hat, sei beim VfB ohnehin lange bekannt. „Es war uns immer klar, er bringt alles mit. Er wird dort seine Schritte gehen.“

Dass es nun so schnell ging, überrascht Hoeneß nicht grundsätzlich. „Jetzt ging es schnell, vielleicht sogar schneller als gedacht. Aber überrascht waren wir von der Nominierung nicht.“ Klopp selbst wurde bei der Vorstellung seines Kaders noch deutlicher. Jeltsch sei ein „außergewöhnlicher Verteidiger“, wirke „sehr abgeklärt“, habe „eine tolle Athletik“ und könne Fußball spielen. Besonders bemerkenswert: Jeltsch soll einer der ersten jungen Spieler gewesen sein, die Klopp bei seiner Sichtung ins Auge fielen. Der Bundestrainer berichtete, er habe sich die Statistiken des Stuttgarters angesehen und zunächst gedacht: „Was ist das denn?“ Auf Jeltsch zu verzichten, sei deshalb „kein richtiges Thema“ gewesen.

Auch VfB-Profi Josha Vagnoman hat Klopp überzeugt

Bei Josha Vagnoman wiederum spielte ein anderer Faktor eine Rolle: seine zuletzt auffällige Torgefahr. Klopp verwies bei seiner Kaderpräsentation ausdrücklich auf die jüngsten Treffer des VfB-Außenverteidigers. „Seine Torgefahr war nicht dabei, als ich mich für ihn entschieden habe“, sagte Klopp. „Er hat zuletzt sehr geile Tore geschossen. Er hat aufgezeigt, was er kann, das würde ich gerne honorieren.“

Mehr entdecken

VG WORT Zahlpixel