VfB Stuttgart

Vorstandssuche beim VfB Stuttgart: Und wieder kein entspannter Jahresausklang

Geschäftsstelle VfB Stuttgart, VfB, Symbolbild
Symbolbild. © Danny Galm

Externer Sportvorstand vom Tisch, Sven Mislintat trotzdem verärgert und ein neuer Name für die Besetzung des CEO-Postens: Die Vorstandssuche beim VfB Stuttgart ist eine heikle Angelegenheit, die Gemengelage ist verworren und kompliziert. Vielen Fans schwirrt mittlerweile der Kopf. Wie kann dieser gordische Knoten zerschlagen werden?

Eine hochkomplizierte Angelegenheit

Gordischer was? Der kurze Exkurs in die griechische Mythologie muss erlaubt sein, bedarf aber einer Erklärung: Als „gordischer Knoten“ wird in einer griechischen Sage ein verknotetes Seil bezeichnet, dass am Streitwagen des Königs Gordios befestigt war. Es verband die Deichsel des Wagens untrennbar mit dem Zugjoch. Den Knoten zu lösen, war eine hochkomplizierte Angelegenheit. Letztlich soll Alexander der Große kurzen Prozess gemacht haben: Den Knoten zerteilte er humorlos mit seinem Schwert. Seitdem steht die Redensart für die Überwindung eines schwierigen Problems mit energischen Mitteln. Was uns nun zurück in die Gegenwart und direkt zum VfB Stuttgart führt.

Das ist die Ausgangslage

Gewissermaßen wird aktuell auch in Bad Cannstatt an einem solchen gordischen Knoten gewerkelt. Die Gemengelage ist kompliziert, der Knoten sitzt fest. Nur auf die Idee mit dem Schwert ist bei den Schwaben offenbar noch niemand gekommen. Gemeint ist natürlich die Suche nach einem Nachfolger für den spätestens im Herbst 2022 aus dem Amt scheidenden Thomas Hitzlsperger. Der war bislang CEO und Sportvorstand in Personalunion. So weit zur Ausgangslage. Nun zu den Problemfeldern.

Das sind die Problemfelder

Zum einen geht es um die Besetzung des Vorstandsvorsitzenden. Neben dem bereits bekannten Namen (Alexander Wehrle vom 1. FC Köln) kommt nun mit Jochen Sauer (aktuell Nachwuchschef beim FC Bayern München) eine weitere Personalie in die Debatte.  Laut einem Artikel der Stuttgarter Zeitung könnte der gebürtige Uracher genau wie Hitzlsperger eine Doppelrolle einnehmen und neben dem CEO-Posten auch die Position des Sportvorstandes bekleiden.

Dabei soll genau eine solche externe Lösung für den sportlichen Bereich eigentlich vom Tisch sein. Das war zumindest übereinstimmend am Donnerstag (09.12.) berichtet worden. Unterdessen soll Sportdirektor Sven Mislintat, der zuletzt mit seinem brisanten Interview für große Unruhe gesorgt hatte, gehörig verstimmt sein. Und dabei schien ein Lösung des Zwists schon in greifbarer Nähe.

Mislintat gerät offenbar ins Grübeln

„Als Ausdruck fehlender Wertschätzung und fehlenden Vertrauens wertet er offenbar den gesamten Ablauf des Auswahlprozesses“, schildert die StZ den Gemütszustand des Kaderplaners, der sich deutlich für eine interne Lösung und besonders für eine Beförderung von Organisationsdirektor Markus Rüdt starkgemacht haben soll. Der emotionale Westfale wiederum soll nun ins Grübeln geraten sein, nachdem er zuletzt sogar öffentlich über eine vorzeitige Verlängerung seines bis 2023 laufenden Vertrags nachgedacht hatte.

Der für die Besetzung des Vorstands zuständige Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von Präsident Claus Vogt will nun offenbar zunächst die offene Frage nach dem neuen Vorstandsvorsitzenden beantwortet wissen. Erst dann soll eine Lösung für den Vorstand Sport gefunden werden. Die Verwicklungen und verschiedenen Interessenslagen ergeben in der Folge ein kompliziertes Geflecht, einen echten „gordischen Knoten“. Und vielen Fans schwirrt mittlerweile der Kopf.

„Es ist wirklich erstaunlich, wie es der VfB immer wieder schafft, sich selbst im Weg zu stehen“

Hier eine Info in der Bild-Zeitung, dort ein Detail in den Stuttgarter Zeitungen. Mittlerweile ist den Entscheidern im roten Clubhaus der gesamte Prozess der Vorstandssuche kommunikativ komplett entglitten. Dazu haben die Nebenkriegsschauplätze der vergangenen Tage ordentlich für Wirbel und Verstimmung gesorgt. Wie zu hören ist, sinkt angesichts der jüngsten Entwicklungen und der durch die Corona-Krise weiter verschärften Finanzsituation auch in der Belegschaft die Stimmung. Einen entspannten Jahresausklang wird es an der Mercedesstraße 109 auch in diesem Jahr nicht geben. 

„Es ist wirklich erstaunlich, wie es der VfB immer wieder schafft, sich selbst im Weg zu stehen. Und das seit Jahr(zehnt)en und völlig unabhängig von handelnden Personen“, formulieren die Blogger vom Vertikalpass stellvertretend für einen Großteil der (leidgeprüften) weiß-roten Anhängerschaft. Als ob die angespannte sportliche Lage der jungen Mannschaft in der Liga nicht schon Sorge genug wäre.  

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