VfB Stuttgart

Weg für Investor ist frei: Klubs stimmen für DFL-Pläne

Mitgliederversammlung
Die Deutsche Fußball Liga hat offenbar die notwendige Zustimmung für den geplanten Einstieg eines Investors erhalten. © Jürgen Kessler

Die Vertreter der 36 Erst- und Zweitligisten haben auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Montag (11.12.) in Frankfurt am Main erneut über einen möglichen Einstieg eines externen Investors abgestimmt. Im Mai war die dafür erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit nicht zustande gekommen, dieses Mal gab es eine knappe Mehrheit für den Milliarden-Deal, an dem sechs Unternehmen ihr Interesse bekundet haben sollen. 

Knappes Ergebnis: So haben die Fußball-Klubs abgestimmt

Laut dem Sportjournalisten Chaled Nahar stimmten bei der geheimen Abstimmung 24 Klubs mit Ja bei zehn Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Auch der kicker berichtete entsprechend. Die offizielle Bestätigung der DFL steht noch aus. Der VfB Stuttgart hatte sich vorab ins Lager der Befürworter eingereiht, dürfte sich beim Voting also entsprechend verhalten haben. Im Mai hatten die Schwaben noch gegen die entsprechenden Pläne gestimmt.

So geht es jetzt weiter

Die Geschäftsführung der Dachorganisation des deutschen Profi-Fußballs kann nunmehr konkrete Verhandlungen mit einem strategischen Vermarktungspartner aufnehmen. Sechs Unternehmen sollen ihr Interesse an einer Partnerschaft mit der DFL bekundet haben. Für eine prozentuale Beteiligung an den TV-Erlösen soll ein Finanzinvestor eine Milliarde Euro zahlen. Der Vertrag soll eine Maximallaufzeit von 20 Jahren haben und bis zum Beginn der Saison 2024/25 unterzeichnet sein. 

Die DFL will das Geld vornehmlich für den Ausbau ihrer Infrastruktur nutzen. Dazu zählen eine weitere Digitalisierung und Internationalisierung sowie der Aufbau einer eigenen Streamingplattform. 

Aus dem Fan-Lager hatte es bis zuletzt Widerstand gegen einen solchen Deal gegeben. Die Anhänger, die ihren Protest auch am zurückliegenden Wochenende in vielen Stadien auf Spruchbändern zum Ausdruck brachten, befürchten durch den Einstieg eines Investors eine Wettbewerbsverzerrung. Das Fan-Bündnis «Unsere Kurve» bekräftigte kurz vor dem Treffen noch einmal: «Wir sehen die geplante Abstimmung zum Einstieg eines Investors bei der DFL kritisch und lehnen dieses Vorhaben in Gänze ab.» 

Die DFL-Geschäftsführer Marc Lenz und Steffen Merkel hatten dagegen vor der Abstimmung erneut darauf verwiesen, dass dem künftigen Partner nur limitierte Mitspracherechte im wirtschaftlichen Bereich eingeräumt werden sollen. «Akzeptiert ein möglicher Partner die roten Linien nicht, ist er nicht der Richtige für uns», bekräftigte Lenz.