VfB Stuttgart

Wendepunkt im VfB-Abstiegskampf? Warum der 3:2-Sieg gegen Gladbach so guttut

Fußball VfB Stuttgart vs. Borussia Mönchengladbach
3:2-Torschütze Sasa Kalajdzic und Atakan Karazor bejubeln den ersten Bundesliga-Sieg des VfB Stuttgart seit drei Monaten. © Pressefoto Baumann

Nach dem 3:2-Siegtreffer durch Sasa Kalajdzic gegen Borussia Mönchengladbach sprang Sven Mislintat wie ein Flummi durch die Stuttgarter Coaching-Zone. „Ich wusste gar nicht, dass ich so mich noch so bewegen kann“, meinte der VfB-Sportdirektor am Rande des öffentlichen Trainings am Sonntagmorgen (06.03.) schmunzelnd. Bevor es zu den Jubelszenen kam, musste das Team um Kapitän Wataru Endo aber erneut Rückschläge wegstecken und einen 0:2-Rückstand aufholen. Am Ende stand der erste Bundesliga-Sieg seit mehr als drei Monaten zu Buche. Ist das nun der Wendepunkt im Abstiegskampf? 

Mislintat spürt während der Partie: "Das ist unser Hamburg-Spiel"

Dabei war der Start in die Partie ein Spiegelbild der bisherigen Saison. Pech, Unvermögen und schläfriges Abwehrverhalten - eine toxische Mischung für den VfB. Trotz gutem Beginn und zwei großen Torchancen (Sosa und Tomas) stand es nach rund 30 Minuten 2:0 für die Gladbacher. Die Gäste konterten das Heimteam zweimal eiskalt aus und trafen mit den beiden ersten Schüssen direkt ins Tor. Eine 2:0-Führung, die zu diesem Zeitpunkt aus dem Nichts kam.

„Das war ja irre. Wir liegen 0:1 hinten und müssen 2:0 führen. Wir müssen das 1:1 machen und liegen 0:2 hinten.“, so der Sportdirektor. Das Gefühl, das die Verantwortlichen nach den beiden Nackenschlägen hatten, beschreibt er ungefähr so: „Das kannst du ja keinem erklären, jeder Schuss ein Treffer.“ Da habe man sich schon gewundert: „Was ist hier eigentlich los?“

Trotzdem hatte Sven Mislintat während der Partie nie das Gefühl, dass der VfB dieses Spiel verliert. Dazu kam ein Deja-vu aus alten Zeiten. "Als Wataru das 1:2 gemacht hat, habe ich sofort gesagt: Das ist unser Hamburg-Spiel.“ Zur Erinnerung: In der Aufstiegssaison 2019/20 gewannen die Schwaben am 28. Spieltag ihr Heimspiel gegen den Hamburger SV mit 3:2 - ebenfalls nach 0:2-Rückstand. Dieses Spiel war im Rückblick entscheidend für den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga.

Auswärtsspiel bei Union Berlin: Der VfB hat etwas gutzumachen

Doch nicht nur der Sportdirektor, auch die VfB-Profis waren sich ihrer Sache trotz des 0:2-Rückstands sicher. „Das gleiche Gefühl hatten auch die Jungs in der Kabine“, erklärt Sven Mislintat. „Borna Sosa sagte in der Kabine zu mir: das gewinnen wir heute. Auch die anderen Jungs, die ich auf dem Gang zur Kabine gesehen habe, meinten: das gewinnen wir.“ 

Und so kam es am Ende auch: Die Schwaben kämpften sich, angetrieben durch ein frenetisches Publikum, wieder in die Partie und gewannen verdient mit 3:2. War das nun der lang ersehnte Befreiungsschlag im Abstiegskampf - der Sieg, der alles ins Rollen bringt? „Das Team muss diese Leistung jetzt bestätigen“, so der Sportdirektor. „Es ist auf jeden Fall eine Wendepunkt raus aus der aktuellen Krise. Wir müssen jetzt aber eine Kontinuität reinbringen.“

Trotz des emotionalen Sieges drückt Sven Mislintat bewusst auf die Euphorie-Bremse. „Am Ende sind es trotzdem nur drei Punkte, nicht mehr und nicht weniger.“ Gegen Union Berlin müsse sich das Team jetzt erneut beweisen. „Dort haben wir noch nie gewonnen. Außerdem haben wir dort etwas gutzumachen.“

Kennen Sie schon unsere News App?

Mit der ZVW News App kommen Ihre Nachrichten jetzt bequem via Push auf Ihr Smartphone. Welche News Sie bekommen, entscheiden Sie selbst. Sie können die ZVW News App zusammen mit ZVW Plus 30 Tage lang kostenlos testen. Jetzt gleich herunterladen: