VfB Stuttgart

Wie VfB-Präsident Claus Vogt auf das Mislintat-Interview reagiert

Claus Vogt ist Präsident des VfB Stuttgart 1893 e.V. und Aufsichtsratsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG
VfB-Präsident und Aufsichtsratschef Claus Vogt. © Benjamin Büttner

Im Nachgang an das brisante Interview von Sven Mislintat hat sich am Donnerstag (02.12.) Präsident und Aufsichtsratschef Claus Vogt zu Wort gemeldet. Der Stuttgarter Sportdirektor hatte die Vereinsführung mit Blick auf die Suche nach einem neuen Sportvorstand und einem zweiten Investor öffentlich unter Druck gesetzt. „Der Aufsichtsrat sucht nach der besten Lösung für die künftige Führung der VfB AG“, teilte Vogt mit.

Vogt spricht von einem „offenen und guten Austausch“ 

Bereits am Dienstagabend (30.11.) soll laut StN die Kommunikation zwischen Aufsichtsrat und Sportdirektor wieder in Gang gekommen sein. Vogt erklärte dazu: „Wir hatten mit Sven Mislintat einen offenen und guten Austausch und schätzen seine Expertise und seine Ideen sehr. Zur Besetzung des Vorstands werden wir uns äußern, wenn es Entscheidungen gibt.“ Diese könnte dabei womöglich noch in den nächsten Wochen fallen.

Mislintats Aussagen vom Sonntag dürften der Führungsetage des VfB um Aufsichtsratsboss Claus Vogt überhaupt nicht gefallen haben. Während Vogt nach einem neuen Sportvorstand für den Fußball-Bundesligisten sucht, setzte der Sportdirektor den 52-Jährigen gewaltig unter Druck. Er wünschte sich im Interview der Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten eine interne Lösung und zeitnah den schon lange gesuchten neuen Investoren. Ansonsten sieht der 49-Jährige den unter dem scheidenden Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger eingeschlagenen VfB-Weg als gefährdet an. „Ob und wie sich das Projekt Junge Wilde 2.0 nach Thomas’ Rückzug entwickeln wird, hängt in erster Linie von den Personalentscheidungen ab“, machte Mislintat deutlich.

Mislintat plädiert für eine interne Lösung

Er hätte auch schon eine aus seiner Sicht ideale Lösung parat: Ginge es nach ihm, sollte entweder er selbst, Nachwuchsdirektor Thomas Krücken oder Organisationsdirektor Markus Rüdt im nächsten Jahr Sportvorstand werden. „Ich sehe unseren sportlichen Weg am besten vertreten und seine Fortsetzung gewährleistet, wenn jemand aus unserer Gruppe Sportvorstand würde“, sagte Mislintat. „Mir persönlich ist dieser Posten dabei nicht wichtig, und ich habe auf Nachfrage deutlich signalisiert, dass ich im Rahmen eines solchen Konstruktes bereit wäre, meinen Vertrag auch als Sportdirektor bis 2024 zu verlängern.“ Vogt könnte das folgendermaßen interpretiert haben: Entweder ihr schafft eine interne Lösung - oder ich verlängere nicht.

Dabei gibt es den reinen Sportvorstand beim VfB Stuttgart aktuell gar nicht. Die sportliche Verantwortung fällt bisher in den Bereich von Vorstandschef Hitzlsperger, der 2022 allerdings aufhören wird. Der Aufsichtsrat um Vogt sucht daher primär einen Nachfolger für den Vorstandsvorsitz. Alexander Wehrle vom 1. FC Köln gilt hierfür als Kandidat. Darüber hinaus könnte es sein, dass zusätzlich auch ein neuer Sportvorstand eingesetzt wird. Aber hier bitte keine externe Lösung, findet Mislintat.

Der oberste Kaderplaner sieht sein Projekt gefährdet. Hitzlsperger hatte ihm beim VfB maximale Gestaltungsfreiheit eingeräumt. Diese würde zwar auch nicht durch einen neuen Vorstand beschnitten, weil Mislintat sie sich vertraglich hat zusichern lassen. Langfristig wäre der Stuttgarter Weg seiner Meinung nach aber gefährdet, sollte ein Neuer mit ganz anderen Ideen kommen. Und was diesen Weg laut Mislintat ebenfalls gefährden könnte, wäre ausbleibendes Geld. Weshalb er zeitnah einen neuen Investor fordert.

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