VfB Stuttgart

Wieder kein Sieg: VfB geht mit Negativrekord in die Länderspielpause

VfB Stuttgart - Eintracht Frankfurt
Frankfurts Sebastian Rode (r) sorgt per Kopfball für die 1:0-Führung. © Marijan Murat

Unterschiedlicher hätten die Verabschiedungen von VfB Stuttgarts Sportdirektor Sven Mislintat und Markus Krösche von Eintracht Frankfurt nicht laufen können. Während der Sportvorstand der Hessen die Stuttgarter Arena an seinem 42. Geburtstag mit einem Kuchen und drei Punkten im Gepäck verließ, schulterte Mislintat lediglich seinen Rucksack. Punkte gab es für ihn und den VfB nach dem 1:3 am Samstag mal wieder nicht zu bejubeln.

Erhoffter VfB-Befreiungsschlag gegen Frankfurt bleibt aus

Der Absturz auf den vorübergehenden 16. Platz in der Tabelle der Fußball-Bundesliga, die anhaltende Sieglos-Serie und gleich drei Gegentore nach ruhenden Bällen sorgten beim VfB für Ernüchterung vor der bevorstehenden Länderspielpause. Die Niederlage gegen die Eintracht war das inzwischen siebte Spiel ohne Dreier für den VfB, der noch nie so lange in seiner Club-Historie auf einen Sieg zu Saisonbeginn warten musste.

Auf die sportliche Talfahrt werden die Schwaben wohl mit der Verpflichtung des zuletzt vereinslosen Dan-Axel Zagadou reagieren. Der 23 Jahre alte Innenverteidiger, der bis Juni bei Borussia Dortmund unter Vertrag stand, soll Medienberichten zufolge einen langfristigen Vertrag erhalten.

Helfen könnte er allemal, denn der Befreiungsschlag gegen Frankfurt blieb aus. «Das gibt uns natürlich ein blödes Gefühl und bringt uns auch unter Druck», sagte Mislintat. Der Kaderplaner war vor der Partie ins Blickfeld geraten. Verantwortlich dafür waren Personalentscheidungen des Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle, der am vergangenen Montag seine neuen Berater, die beiden Ex-Weltmeister Sami Khedira und Philipp Lahm, vorgestellt hatte. Auch der frühere VfB-Kapitän Christian Gentner soll als Leiter der Lizenzspielerabteilung ab Januar die sportliche Kompetenz erweitern.

Mislintat erwartet "gute und arbeitsintensive Tage" beim VfB

Mislintats eigene Zukunft ist dagegen weiter offen. Auch wurde mit ihm nicht über die Einbindung der drei ehemaligen VfB-Profis gesprochen. Inzwischen seien die Irritationen über die aus Mislintats Sicht schlechte Kommunikation, «mit der ich nicht einverstanden war», ausgeräumt, berichtete der 49-Jährige. Sein Vertrag ist noch bis Sommer 2023 gültig. «Es täte dem VfB Stuttgart gut, wenn wir uns auf Fußball und Ergebnisse konzentrieren würden», sagte Mislintat.

Dass die Spieler von der Unruhe im Umfeld abgelenkt waren, glaubt er nicht. Auch bestreitet Mislintat, dass dem VfBeine unruhige Länderspielpause bevorstehe. Stattdessen prophezeit er «gute und arbeitsintensive» Tage.

Ansetzen könnten die Stuttgarter unter anderem beim Verteidigen von Standardsituationen. Früh ging der Champions-League-Teilnehmer durch Sebastian Rode (6. Minute) in Führung, weil Florian Müller einen Freistoß von Daichi Kamada nur nach vorne abwehren konnte.

Problem für VfB-Coach Matarazzo: Drei Gegentore nach Standards

Nach der Pause hatte Konstantinos Mavropanos nach einem harten Einsteigen gegen Ansgar Knauff zunächst Glück, dass er nur die Gelbe Karte sah. Bestraft wurden er und die Gastgeber dennoch. Kamada (55.) verwandelte den folgenden Freistoß. Waldemar Anton hatte noch abgefälscht.

Der VfB wehrte sich. Und nach dem Anschlusstreffer von Tiago Tomás (79.) kam bei der Mehrheit der 47 500 Zuschauer auch noch einmal Hoffnung auf, doch Kristijan Jakic stellte neun Minuten später nach einem Eckball von Kamada den alten Abstand wieder her.

«Drei Gegentore nach Standards sind ärgerlich», sagte VfB-Coach Matarazzo. Auch er weiß, nur ein Sieg am 1. Oktober beim VfL Wolfsburg wird dem VfB helfen, damit auf und abseits des Rasens zeitnah Ruhe einkehrt. «Uns ist bewusst, dass wir mehr Konstanz und Qualität brauchen», sagte Matarazzo. Die mögliche Verpflichtung von Zagadou könnte zumindest in puncto Qualität helfen.