VfB Stuttgart

Wiedersehen mit Markus Weinzierl: Nach 748 Tagen Abstinenz zurück auf der Bundesliga-Bühne

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Ein 0:6 in Augsburg kostet Markus Weinzierl im April 2019 den Job in Stuttgart. Beim Bundesliga-Comeback kommt es zum Wiedersehen. © ZVW/Benjamin Büttner (Archiv)

Das Comeback in Stuttgart konfrontiert Markus Weinzierl gleich mit der bitteren Vergangenheit. Nach einem 0:6 in Augsburg musste Weinzierl am 20. April 2019 als VfB-Trainer gehen. Nun kehrt er als Coach des FC Augsburg am Freitag (ab 20.30 Uhr im ZVW-Liveticker) nach 748 Tagen Abstinenz ausgerechnet im Stadion des VfB wieder zurück auf die Bundesliga-Bühne. «Das sind die Geschichten, die der Fußball schreibt», sagte Weinzierl zum brisanten Wiedersehen: «Ich will nicht mehr zurückblicken, es zählt nur Freitagabend, 20.30 Uhr.»

Historische VfB-Blamage in Augsburg

Zwischen dem VfB Stuttgart und dem Niederbayer hatte es in der Vergangenheit nicht gepasst. Nur 23 Spiele durfte Weinzierl bleiben, ehe die Schwaben auf die Blamage in Augsburg und die prekäre sportliche Situation im Abstiegskampf reagierten. Den Absturz in die 2. Fußball-Bundesliga konnte dann auch Interimstrainer Nico Willig in der Relegation gegen den 1. FC Union Berlin nicht verhindern.

Seinem alten und neuen Club Augsburg soll Weinzierl nun den Klassenerhalt in der Bundesliga sichern. Von verrückten Dingen oder Fußball-Hokuspokus hält er beim emotionalen FCA-Comeback gar nichts. Sein Auftritt in der Video-Pressekonferenz vor dem Start der von ihm erhofften zweiten erfolgreichen Trainer-Ära beim FC Augsburg wirkte vielmehr am Donnerstag so, als sei die Zeit seit seinem von Misstönen begleiteten Abschied im Sommer 2016 stehengeblieben.

Es passte, dass der 46 Jahre alte Niederbayer nach seinem jeweils raschen Scheitern beim FC Schalke 04 und dem VfB Stuttgart vor dem Start der Drei-Spiele-Rettungsmission immer wieder die «Tugenden des FCA» beschwor, giftig im Zweikampf und fulminant im Umschaltspiel.

Sein Puls ging schon lange vor dem Anpfiff hoch. «Definitiv kribbelt es», bestätigte Weinzierl. Er muss liefern - sofort. «Ich habe nicht mehr viel Zeit. Wir haben genau noch drei Spiele.» Stuttgart, daheim gegen den direkten Mitkonkurrenten Werder Bremen und am letzten Spieltag beim FC Bayern lautet das anspruchsvolle Restprogramm. Weinzierl weiß: Die bisher geholten 33 Punkte können kaum ausreichen.

«Ich kann die Mannschaft aber nicht in einer Woche von links auf rechts drehen»

Nach der Trennung von Vorgänger Heiko Herrlich hatte Weinzierl durch das vergangene spielfreie Woche viel Zeit, sein altes, neues Team auf den Endspurt einzuschwören. Er erlebte «willige Spieler» im Training. «Ich kann die Mannschaft aber nicht in einer Woche von links auf rechts drehen», sagte der Coach, auch wenn die Augsburger Bosse sich genau das von ihrer «absoluten Wunschlösung» erhoffen. Die Misstöne bei Weinzierls Abgang nach Schalke vor fünf Jahren sollen in der Not vergessen sein. Unter Herrlich war die FCA-DNA zuletzt auf dem Rasen kaum noch erkennbar. Weinzierl will sie wieder aktivieren.

Die Stuttgarter haben viermal nacheinander verloren und sind gerade personell angeschlagen. Orel Mangala, Nicolas Gonzalez, Kapitän Gonzalo Castro und Marcin Kaminski sind keine Optionen. Auch Torhüter Gregor Kobel droht gegen seinen früheren Verein aufgrund von Rückenproblemen auszufallen.

Das Hinspiel hatte der VfB mit 4:1 gewonnen. Damit hat sich Pellegrino Matarazzo aufgrund des Trainer-Wechsels aber nicht beschäftigt. «Man schaut Spiele an aus der Vergangenheit», sagte der VfB-Coach über seine Vorbereitung auf den Weinzierl-Stil. Motivation für seine Truppe solle aber ohnehin nicht die besondere Situation des FCA sein. «Es geht um unser Glück und unsere Zufriedenheit. Und es geht um einen würdigen Saisonabschluss. Das ist nicht unwichtig für diese Mannschaft, weil wir so viel durchgemacht haben», sagte Matarazzo.

So könnten sie spielen

  • VfB Stuttgart: Kobel - Mavropanos, Anton, Kempf - Coulibaly, Endo, Karazor, Sosa - Förster, Klimowicz - Kalajdzic
  • FC Augsburg: Gikiewicz - Framberger, Oxford, Gouweleeuw, Iago - Caligiuri, Khedira, Moravek - Hahn, Niederlechner, Vargas