VfB Stuttgart

Wie Gonzalo Castro seine Rolle als neuer VfB-Kapitän sieht

Fußball VfB Stuttgart vs. DSC Arminia Bielefeld
Gonzalo Castro hat den VfB Stuttgart in den Testspielen (wie hier gegen Arminia Bielefeld) als Kapitän aufs Feld geführt - und wird dies auch in der neuen Bundesliga-Saison tun. © Pressefoto Baumann

Gonzalo Castro wird den VfB Stuttgart in der kommenden Bundesliga-Saison als Kapitän aufs Feld führen. Das verkündete Trainer Pellegrino Matarazzo nach dem Testspiel am vergangenen Samstag (29.09.) gegen Arminia Bielefeld. Der 33-jährige Routinier löst damit den bisherigen Kapitän Marc Oliver Kempf ab. 

In einer Presserunde am Mittwochmittag (02.09.) sprach der Mittelfeldspieler über seine Rolle als Kapitän, sein Verhältnis zu Trainer Matarazzo und seine Einschätzung der jungen VfB-Truppe. Wir haben seine Aussagen zusammengefasst: Gonzalo Castro über...

... seine Gefühlslage nach der Ernennung:

„Es war ein bisschen überraschend für mich, ich habe nicht so damit gerechnet, dass ich Kapitän werde.  Klar hat sich der Trainer da vorher ein paar Gedanken gemacht und ich bin natürlich sehr froh, dass die Mannschaft und der Trainer mich so akzeptieren, wie ich bin. In meinem Alter ist es eine große Ehre, die Mannschaft in dieser Saison aufs Feld zu führen."

… seine Rolle als neuer VfB-Kapitän:

„Natürlich werden viele Aufgaben in der laufenden Saison noch dazu kommen. Nichtsdestotrotz habe ich das schon die letzten Jahre gemacht, weil ich mit Abstand die meiste Erfahrung habe. Ich weiß, was uns in der Bundesliga bevorsteht. Wir haben viele Jungs dabei, die das erste Jahr Bundesliga spielen, die letztes Jahr in der zweiten Liga mitgespielt haben. Aber in der ersten Liga ist es nochmal ein komplett anderes Thema, was das Spieltempo angeht. Wenn man mal eine schlechte Phase hat, muss man da irgendwie wieder raus kommen und nicht direkt in Panik verfallen. Daher wird meine Rolle nicht anders ausfallen als letztes Jahr. Ich werde den Jungs helfen. Wenn ihnen irgendwas auf der Seele brennt, können sie immer zu mir kommen und mit mir reden.“

… sein Verhältnis zu Pellegrino Matarazzo:

"Ich versteh mich sehr gut mit Rino. Wir haben von Tag eins an fast die identische Philosophie gehabt, vom Fußball, von taktischen Sachen. Klar hat er mich ein paarmal mehr gefragt, wie ich Sachen im Spiel oder im Training sehe, weil ich mit die meiste Erfahrung habe. Für ihn war es auch neu, so einen Verein mit solchen Spielern zu übernehmen, im Fokus zu stehen. Für einen Trainer ist das am Anfang sehr schwer, vor allem, wie die Mannschaft ihn aufnimmt. Darüber haben wir viel gesprochen."

… die Aussage seines Trainers, dass das Kapitänsamt keine Einsatzgarantie bedeutet:

„Wenn man einen Kapitän wählt, hat man schon gewisse Gründe und hofft natürlich auch, dass ein Kapitän in jedem Spiel mit seinen Leistungen der Mannschaft hilft. Ich weiß auch, dass, wenn ich dreimal hintereinander wie die größte Wurst spiele, ich im nächsten Spiel auf der Bank sitze. Also von daher hat mich das nicht überrascht. Es gehört ja auch noch mehr dazu: Wenn’s im Spiel mal nicht so prickelnd läuft, auch in der Halbzeitpause oder im Spiel die richtigen Worte zu finden."

Fußball VfB Stuttgart vs. DSC Arminia Bielefeld
VfB-Kapitän Gonzalo Castro in Aktion. © Pressefoto Baumann

… die Risiken und Chancen der jungen Mannschaft in der Bundesliga:

„Wir haben im letzten Jahr schon viele junge Spieler integriert, die in der zweiten Liga das Niveau gespielt haben. In der ersten Liga wird es nochmal ein anderes Niveau sein, keine Frage. Bis jetzt sieht man auch, dass jeder junge Spieler sich in jedem Training reinhängt und sehr gut zuhört, was der Trainer oder die Älteren sagen. Wir werden Phasen haben, wo es gut läuft. Wir werden auch Phasen haben, wo es schwankt. Aber das ist bei so einer Entwicklung, die der Verein gehen wird, ganz normal. Es ist wichtig, dass wir zusammenhalten und nicht in Panik verfallen, wenn wir mal eine schlechte Phase haben. Ich sehe großes Potential, dass sich die Jungs in diesem Jahr enorm entwickeln."

… einen möglichen Gehaltsverzicht der Profis:

„Wenn es so sein sollte, werden wir das Thema anstoßen und ausgiebig darüber sprechen. Vom Verein aus ist es verständlich, weil viele Sachen durch Corona wegfallen. Das ist uns bewusst geworden, als wir am Anfang der Corona-Pause nicht wussten, ob wir überhaupt noch spielen können – oder ob die Bundesliga-Saison 2020/21 überhaupt stattfinden kann. Von daher können wir mit dem Thema bewusster und offener umgehen. Alle anderen Themen zum Gehaltsverzicht werden wir intern besprechen. Falls es ein Problem gibt, werden wir eine Lösung finden.“