Meinung

Kommentar zur Derby-Pleite: Der VfB spielt genau dort, wo er hingehört

Fußball  2.Bundesliga  Karlsruher SC vs. VfB Stuttgart
Mario Gomez und Co. schleichen nach der Derby-Niederlage gegen den KSC vom Platz. © Pressefoto Baumann

Die Lage ist ernst. Nach der Niederlage im Derby gegen den Karlsruher SC hat der VfB Stuttgart den zweiten Tabellenplatz verloren. Drei Spieltage vor dem Ende der regulären Spielzeit stehen die Schwaben nur noch auf dem Relegationsplatz. Das Saisonziel - der direkte Wiederaufstieg in die Bundesliga - ist in großer Gefahr.

In den verbleibenden Partien gegen Sandhausen (H), Nürnberg (A) und Darmstadt (H) darf sich das Team von Trainer Pellegrino Matarazzo keinen Patzer mehr erlauben. Mehr noch. Die Stuttgarter müssen auf einen Ausrutscher des Hamburger SV hoffen, der trotz des späten Nackenschlags im direkten Duell mit dem VfB (2:3) auf einmal wieder alles in der eigenen Hand hat. Zudem sitzt dem VfB der 1. FC Heidenheim im Nacken. Im sportlichen und finanziellen Worst-Case droht dem Traditionsverein vom Cannstatter Wasen ein weiteres Jahr im Fußball-Unterhaus.

Zu viele Fehler, zu wenige Leader

Im Karlsruher Wildparkstadion ließen sich die VfB-Profis am Sonntag von den leidenschaftlichen Karlsruhern vor allem im zweiten Durchgang den Schneid abkaufen. Zu viele technische Fehler, Unsauberheiten im Passspiel und wirkungslose Dribblings leisteten sich die Stuttgarter. Zu wenige Leader nahmen nach dem Rückstand das Heft des Handelns in die Hand und stemmten sich mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage. Unter dem Strich setzte es so im 16. Auswärtsspiel die siebte Pleite. Lediglich vier Mal ging der VfB in der Fremde als Sieger vom Platz. Meisterlich geht anders.

Vor allem mit den vermeintlich „Kleinen“ der Liga - Wehen, Kiel, Osnabrück - tat sich der hochgehandelte Absteiger schwer. Lediglich einen von 18 möglichen Punkten holten die Schwaben aus den sechs Partien, was fast unweigerlich zur Qualitätsfrage führt. Dass der VfB trotz dieser Horrorstatistik noch die Chance hat, als direkter Aufsteiger in die Bundesliga zurückzukehren, ist allein nur dem ebenfalls weit unter seine Möglichkeiten agierenden Hamburger SV zu verdanken.

Was kann der teuerste Kader der Liga leisten?

Die zahlreichen biederen Auftritte der Weiß-Roten haben bei vielen Fans berechtigte Zweifel an der Bundesligatauglichkeit der Truppe geweckt. Tief im teuersten Kader der 2. Liga schlummert laut den Aussagen des Trainers, des Sportvorstandes und des Sportdirektors großes Talent und Potential. Nach den bisherigen Darbietungen müssen sich die Verantwortlichen allerdings hinterfragen: Ist dieser Kader wirklich so stark besetzt? Oder spielen Gonzalez, Wamangituka, Klement und Co. womöglich genau dort, wo sie auch hingehören?